iechtenstein wächst als Fondsstandort und setzt dabei bewusst andere Schwerpunkte als Luxemburg und Irland. Im Gespräch mit Markus Hill FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAN erklärt David Gamper, Geschäftsführer des Liechtensteinischer Anlagefondsverband (LAFV), weshalb Private- und White-Label-Fonds für den Standort so wichtig sind, was Family Offices an Liechtenstein schätzen und in welchen europäischen Märkten die Nachfrage zunimmt. Am 10. November 2026 stellt sich der Fondsplatz bei „Finanzplatz Frankfurt trifft Fondsplatz Liechtenstein“ in Frankfurt vor.
Hill: Liechtenstein entwickelt sich weiterhin überproportional gut. Welche Geschäftszweige stechen besonders hervor?
Gamper: Liechtenstein hat sich klar auf das Private/White-Label-Geschäft fokussiert. Dabei unterscheiden wir im Wesentlichen zwei Segmente: Zum einen Fonds, die Asset Manager, beispielsweise unabhängige Vermögensverwalter, für den Vertrieb auflegen. Zum anderen Fonds, die der Vermögensstrukturierung dienen und von Family Offices, institutionellen Anlegern sowie vermögenden Privatpersonen genutzt werden. Was Liechtenstein bewusst nicht hat, sind die großen globalen Asset Manager. Das ist aus unserer Sicht durchaus ein Vorteil. Wir hören immer wieder, dass diese an anderen Cross-Border-Standorten erhebliche Ressourcen binden und dadurch insbesondere kleinere Asset Manager unter Druck geraten. Unser Modell setzt hingegen auf ein Umfeld, in dem auch unabhängige und spezialisierte Anbieter gute Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Hill: Welches der beiden Segmente ist erfolgreicher?
Gamper: Beide Segmente bewegen sich auf einem vergleichbar hohen Niveau und leisten einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung des Fondsstandorts Liechtenstein. Im Bereich der Vermögensstrukturierung beobachten wir, dass der Sicherheitsaspekt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Liechtenstein bietet dafür attraktive Voraussetzungen: den Schweizer Franken, eine stabile Wirtschaft und politische Verhältnisse sowie regulatorische Sicherheit durch die EWR-Mitgliedschaft, ohne selbst EU-Mitglied zu sein. Auch die Schweiz gilt als sicherer Hafen, aber die Kombination aus EWR-Mitgliedschaft und einer im Vergleich zur Schweiz vorteilhafteren steuerlichen Ausgangslage ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Auch bei den Fonds für den Vertrieb sehen wir eine sehr erfreuliche Entwicklung. Insbesondere in Deutschland gibt es ausgesprochen schöne Vertriebserfolge und einige echte Highlights. Ein sehr erfolgreicher Asset Manager wird an unserer Präsentation am 10. November in Frankfurt aus erster Hand darüber berichten.
Hill: Sie haben das Cross-Border-Geschäft angesprochen. Entwickelt sich Liechtenstein neben Luxemburg und Irland zum dritten Cross-Border-Fondsstandort in Europa?
Gamper: Liechtenstein ist auf dem Weg, sich als bedeutender Cross-Border-Fondsstandort in Europa zu etablieren – allerdings mit einem klaren Profil: Unsere Stärke liegt im Private/White-Label-Segment und nicht bei den großen globalen Asset Managern. Liechtensteinische Fonds werden bereits in 26 europäischen Ländern vertrieben. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf den deutschsprachigen Märkten, gleichzeitig sehen wir eine zunehmende Nachfrage aus Großbritannien, Skandinavien und Spanien. Das zeigt, dass Liechtenstein über seinen angestammten Markt hinaus an Bekanntheit gewinnt und sich zunehmend als attraktive europäische Fondsdomizil-Alternative positioniert.

Hill: Am 10. November 2026 findet in Frankfurt wieder „Finanzplatz Frankfurt trifft Fondsplatz Liechtenstein“ statt. Worauf dürfen sich die Teilnehmer freuen?
Gamper: Natürlich werde ich auch in diesem Jahr einen Überblick über die Entwicklung des Fondsdomizils Liechtenstein geben. Mich freut besonders, dass wir nicht nur über den Standort selbst sprechen, sondern auch Praktiker zu Wort kommen lassen. Ein Asset Manager wird beispielsweise aus erster Hand berichten, welche Erfahrungen er im Vertrieb gemacht hat. Hinzu kommen die Sicht eines Family Offices zum Thema Vermögensstrukturierung und Produktauswahl. Wir freuen uns ebenso auf die Beiträge zur Regulierung in Liechtenstein. Mit den Referenten aus Deutschland und Liechtenstein ergibt sich so ein guter Einblick in die unterschiedlichen Anforderungen und Möglichkeiten. Und selbstverständlich soll auch das persönliche Gespräch nicht zu kurz kommen. Dafür bietet das Flying Dinner im Anschluss eine schöne Gelegenheit.
Hill: Vielen Dank für das Gespräch.
„Veranstaltungshinweis “ Finanzplatz Frankfurt trifft Fondsplatz Liechtenstein„
Dialog & Information:
FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL
FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE
FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL
FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“)
25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“
(Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital)
26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“
Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“
(Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com)
17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026”
(Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH)
Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS
Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“
(Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025)
16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog
(Medienpartnerschaft)
12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“
(Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ)
17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT
(Vortrag – Markus Hill)
24.9.2026, Luzern: „Swiss Digital Finance Conference 2026“ – Markus Hill (PARTNER) spricht mit Jan Carlos Janke, Dozent im Themenfeld Digital Business & Innovation der Hochschule Luzern – Informatik
10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“
(Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge)
Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen:
info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179
Foto: Pixabay
Quelle: IPE D.A.CH


