FINANZPLATZ FRANKFURT: Innovation, „Deep-Tech Law & Diplomacy“, Resilienz, USA, Indien, Wholistic World Innovation Trophy, Silicon Valley Europe, Startups & Zigarren (INTERVIEW, Dieter Brockmeyer, DIPLOMATIC WORLD)

Finanzplatz Frankfurt, Innovation, „Deep-Tech Law & Diplomacy“, Resilienz, Wholistic World Innovation Trophy – Markus Hill sprach mit Dieter Brockmeyer (DIPLOMATIC WORLD) über aktuelle Aktivitäten der Akademie in diesen Bereichen,  Buchveröffentlichung sowie über das Institute for Research, Entrepreneurship and Investment, SEI, in Washington D.C. und die indische Global Academy for Law and Technology Education and Research (GALTER). Weitere Themen des Gespräches waren Silicon Valley Europe, Startups, Rhein-Main-Gebiet und „Frankfurt & Zigarre“.

Hill: Geben Sie doch bitte ein kurzes Update zu den Aktivitäten Ihres Institutes?

Brockmeyer: Es hat sich tatsächlich seit wir das letzte Mal gesprochen haben einiges getan, so habe ich bereits mit der Arbeit am nächsten Buch begonnen. Leider geht es damit nicht so gewohnt schnell voran, da es einfach im Moment so viel anderes zu tun gibt. Wir haben die Akademie gestartet. Den Kurs für angehende Diplomaten zum Einfluss von Deep-Tech auf ihre Arbeit hatten wir schon ganz am Anfang, kurz nach dem Start des Institutes 2019, konzipiert. Es hat dann bis letztes Jahr gedauert die passenden Partner zu finden. Wir machen das jetzt mit dem Institute for Research, Entrepreneurship and Investment, SEI, in Washington D.C. und der indischen Global Academy for Law and Technology Education and Research, kurz GALTER. Der 10 wöchige Onlinekurs mit weltweit bekannten Referenten, den wir erstmalig exklusiv für indische Studenten angeboten haben, haben wir gerade sehr erfolgreich abgeschlossen. Die Partnerschaft mit beiden werden wir, auch mit anderen Projekten, ausbauen und führte bereits zu einer strategischen Allianz mit dem SEI. Seit 1. April bin ich dort im Vorstand für Innovation und den Kontakt zu Europa zuständig, zusätzlich zu meinen Aufgaben in der Diplomatic World Gruppe. Die SEI Gründerin Ingrid Vasiliu-Feltes ist im Gegenzug in den Beraterstab des DWI eingezogen. Ich habe inzwischen auch die nächste Runde der Wholistic World Innovation Trophy gestartet, die in diesem Jahr am 13. Oktober, wieder in Barcelona, vergeben wird. Auch unseren Video Podcast „Today & Tomorrow“ bauen wir weiter aus. Da sollte es in Kürze Neuigkeiten geben. Das sind alles Elemente einer Innovationsplattform, noch mit weiteren Bausteinen, die wir hoffentlich bald vollständig präsentieren können. Bis dahin ist es aber zugegeben noch ein sehr weiter Weg.

Dieter Brockmeyer (DIPLOMATIC WORLD) & Markus Hill ( FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN)

Hill: Da muss ich jetzt aber nachbohren: Wenn Sie von einer Innovationsplattform sprechen, was dürfen wir darunter verstehen?

Brockmeyer: Wir stehen weltweit vor enormen Herausforderungen, die wir in ihrer Auswirkung von den wenigsten bereits erkannt wird. Viele fühlen sich verunsichert, aber die Ursache wird noch immer verdrängt: Der technologische Fortschritt, der immer schneller voranschreitet, dabei unser aller Leben massiv verändert und uns immer weniger Zeit der Anpassung lässt. Das Überfordert uns und wird gesellschaftlich zu immer größeren Verwerfungen führen. Was wir brauchen ist Innovations-Resilienz. Die aufzubauen  wird in den kommenden Jahren immer wichtiger. Von daher ist unser Anliegen mit allen unseren Aktivitäten, Büchern, Podcasts, Preisen, Akademie, zukünftig aber auch Kongressen und anderen Bausteinen, eine integrierte Plattform zu schaffen, auf der Experten weltweit sich austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die bei der Bewältigung der Herausforderungen helfen können. Der Arbeitstitel hierfür ist CAMPUS MUNDI, angelehnt an den Titel der deutschen Ausgabe meines letzten Buches. Die Aufgabe ist viel zu groß, als dass das singulär angegangen werden kann. Das geht nur in einer kollektiven Anstrengung. Aber wie gesagt, das ist noch ein sehr weiter Weg!

Hill: Wenn Sie von Innovations-Resilienz sprechen, das ist ein schönes Buzzword, aber was verstehen Sie darunter konkret?

Brockmeyer: Das ist genau das Thema meines nächsten Buches. Im Grunde war das auch schon das Thema in CAMPUS, ohne dass ich das dort schon so genannt habe. Der Begriff Resilienz ist im Moment sehr populär. Alles wollen resilienter werden, widerstandsfähiger in der Partnerschaft, in der Karriere… Normalerweise steht der Begriff Resilienz neben der Innovation. Wenn ich innovativ bin, in meinem persönlichen Umfeld, dann werde ich im Alltag widerstandsfähiger. Das ich mit Innovation lernen muss umzugehen, das ist den meisten nicht klar. Da klafft eine Lücke, die wir schließen müssen.

Hill: Das Konzept der Akademie ist spannend, wie geht es mit dem Thema „Deep-Tech Law & Diplomacy“ weiter?

Brockmeyer: Ende März hatten wir die letzte Veranstaltung des ersten Kurses. Bislang ist es alles sehr gut gelaufen und wir, also die Partner in diesem Projekt,  werden uns das alles dann noch Mal im Detail anschauen. Wir haben bereits von außen Interesse signalisiert bekommen uns beim Ausbau zu helfen und planen bereits für Herbst die nächste Runde. Wir werden uns perspektivisch sicherlich auch andere Themen anschauen und Angebote formulieren. Das werden wir voraussichtlich wieder gemeinsam mit Partnern machen.

Hill: Es geht also um den Umgang mit technischem Fortschritt?

Brockmeyer: Im Wesentlichen ja, aber nicht nur. Wir schauen nach Deep-Tech, also tiefgreifende Technologien, wie das hier übersetzt wird, aber auch darauf wie das implementiert wird. Das heißt, und das sind jetzt nur einzelne Beispiele, wir schauen auf die Blockchain-Technologie, aber nicht nur auf den Bitcoin oder die Auswirkungen auf die Finanzindustrie. Das ist viel breiter, umfassender. Gleiches gilt auch für Künstliche Intelligenz und die Beschleunigungen des Fortschritts, der durch den Quantencomputer unvermeidbar ist. Von daher beschäftigen wir uns auch sehr stark mit der Startup Szene und arbeiten da unter anderem auch mit dem World Business Angel Investment Forum, kurz WBAF, zusammen und werden das zukünftig sicher noch stärker mit internationalen Organisationen vernetzen.

Hill: Was bedeutet das alles für die Positionierung ihres Institutes?

Brockmeyer: Wir positionieren uns zunächst über die Akademie, aber genauso über die vorhin genannte „Trophy“ oder die Podcasts. Das sind sogenannte Flagship Events, die das Bild des Instituts nach außen prägen. Sie werden wahrgenommen und ich werde immer häufiger angefragt das auf internationalen Kongressen vorzustellen. Wir werden als authentisch und kompetent wahrgenommen. Das war ein langer Weg, der jetzt langsam zu Ergebnissen führt. Das wird sicherlich auch durch die Weltlage unterstützt. Das Thema Diplomatie gewinnt an Bedeutung und wird von vielen inzwischen ganz anders wahrgenommen. Bei aller Verunsicherung, darin liegt auch eine Chance, die wir nutzen wollen.

Hill: Sind Sie auch hier in Frankfurt aktiv, was bedeutet die Stadt für Sie?

Brockmeyer: Anfang des Jahres haben wir Silicon Valley Europe bei dem Start ihrer Plug & Play Initiative unterstützt, wo Tech-Startups mit Investoren zusammengebracht werden. Der Auftakt verlief recht vielversprechend. Die Initiative stammt zwar nicht aus Frankfurt, aber immerhin aus dem Rhein-Main-Gebiet. SVE hat ihren Sitz in Darmstadt. Das werden wir sicher ausbauen. Es liegen noch eine ganze Reihe von wie ich finde guten Ideen in der Schublade, für die aber im Moment leider die Zeit fehlt. Das ändert aber nichts daran, dass in Frankfurt mein Lebensmittelpunkt liegt. Brüssel ist auch eine sehr schöne Stadt, aber da kann ich nicht abschalten. Das gilt erst recht auf den internationalen Konferenzen an unterschiedlichen Orten. Hier in Frankfurt ist mein Kreativraum, hier entwickle ich neue Dinge, schreibe – und ganz wichtig, hier kann ich Ruhe finden, meine Batterien wieder aufladen. Viele Dinge, die ich später umsetze, haben hier ihren Ursprung und werden in Frankfurter kreativen Kreisen zuerst diskutiert, rund gemacht, gereift. Frankfurt ist nicht nur eine Business Metropole, sie ist auch eine sehr kreative Stadt. Dazu zählt auch eine Runde in der wir einmal im Monat an unterschiedliche Orten, wo es möglich ist, privat aber auch in Lounges, Zigarre rauchen und die Kreativindustrie in Hessen, aber auch Projektideen diskutieren. Es ist ein sehr dynamischer Kreis, der inzwischen beständig wächst und auch immer wieder Gäste anzieht.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Aktuelle Termine:

Europatage vom 16.-18. Mai in Neudrossenfeld: Gespräch mit der Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank, EIB, und MEP Monika Hohlmeier

Buchpräsentationen CAMPUS MUNDI:14./15.06.2025: Galerie Adriana u.a., Wien

Dieter Brockmeyer & CAMPUS and CAMPUS MUNDI – Image by Natalie Färber, LIQUID Kommunikationsdesign

www.diplomatic-world-institute.com

www.youtube.com

www.institutesei.org

www.galterprofmkb.org

www.silicon-valley-europe.com

Foto: Michael Jakobi

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FINANZPLATZ FRANKFURT & KNOWHOW: Vermögensverwaltung, Financial Planning & Financial Education, Digital Assets, Gründerszene, Kultur, Personalmanagement und Networking (INTERVIEW – Samir Zakaria, Hansen & Heinrich AG)

Finanzplatz Frankfurt, Vermögensverwaltung, Financial Planning & Financial Education, Digital Assets, Gründerszene, Kultur, Personalmanagement und Networking – Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit Samir Zakaria, Standortleiter von Hansen & Heinrich AG in Frankfurt, über diese Themen sowie über die Suche nach Talent, Engagement & MORE.

Hill: Wie betrachten Sie das Thema Networking im Allgemeinen, und wie wichtig sind sowohl interne als auch externe Netzwerke für Sie als ganzheitlicher Vermögensverwalter?

Zakaria: Networking spielt in unserer Branche eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn man – wie wir bei Hansen & Heinrich – einen ganzheitlichen Beratungsansatz verfolgt. Dieser Ansatz bedeutet, dass wir nicht nur das finanzielle Vermögen unserer Mandanten betrachten, sondern auch steuerliche, rechtliche und unternehmerische Aspekte in die Beratung einfließen lassen. Das erfordert starke Netzwerke, sowohl intern als auch extern.

Samir Zakaria (Hansen & Heinrich) und Markus Hill (FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN)

Samir Zakaria (Hansen & Heinrich) und Markus Hill (FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN)

Hill:  Wie gestalten sich die internen Netzwerke bei der Hansen & Heinrich AG?

Zakaria: Intern profitieren wir von einem engen Austausch zwischen den Standorten und den verschiedenen Experten in unserem Team, wie z. B. im Immobilien- und Versicherungsbereich. Dieser Austausch sorgt dafür, dass wir in allen relevanten Themenbereichen bestens aufgestellt sind und uns gegenseitig unterstützen können.

Hill: Welche Rolle spielen externe Netzwerke in Ihrer Arbeit?

Zakaria: Extern ist unser Netzwerk ebenso entscheidend. Wir arbeiten sehr eng mit Rechtsanwälten, Steuerberatern und anderen Experten, etwa in der Kunstberatung oder im Bereich Private Equity, zusammen. Diese Partnerschaften waren gerade in der Anfangsphase des Standortaufbaus in Frankfurt von großer Bedeutung. So konnte ich auch in der herausfordernden Coronazeit 2021 durch meine vielfältigen Kontakte erste Mandanten gewinnen. Gegenseitige Empfehlungen kommen allen Parteien zugute.

Hill: Welche Netzwerke spielen aktuell die wichtigste Rolle und wie tragen sie zu Ihrer strategischen Weiterentwicklung bei?

Zakaria: Eine weitere sehr wichtige Plattform ist das Netzwerk der Finanz- und Erbschaftsplaner e. V. (www.nfep.de). Hier sind wir als Hansen & Heinrich AG Fördermitglied. Der Weiterbildungsaspekt ist uns dabei besonders wichtig. Gerade im Bereich der Finanzplanung haben wir eine hohe Expertise aufgebaut, und aktuell sind fünf Certified Financial Planner (CFPs) für unser Unternehmen tätig. Networking ist bei uns also nicht nur ein theoretisches Konzept, sondern ein praktischer Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Außerdem habe ich kürzlich das Forum für Digitale Vermögenswerte ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk ist besonders spannend, da digitale Vermögenswerte immer relevanter werden. Gerade die sogenannte Next Gen betrachtet zunehmend Kryptowährungen und andere digitale Assets als interessante Anlagechancen. Dieses Netzwerk hilft uns, unser Know-how in einem zukunftsweisenden Bereich weiter auszubauen.

Im Einklang mit unserer Ausrichtung auf zukunftsfähige Entwicklungen haben wir 2023 zudem die Founders Lounge entwickelt. In Zusammenarbeit mit Mazars und dem HUB31 Technologie- und Gründerzentrum Darmstadt haben wir eine Veranstaltungsreihe gegründet, die den Austausch von Fachkenntnissen und die Vernetzung im Startup-Ökosystem der Region fördern soll. Ziel ist es, Gründende von Beginn an in allen praxisrelevanten Bereichen – wie rechtliche, steuerliche und finanzielle Beratung – zu unterstützen und einen regelmäßigen Austausch zu etablieren.

FORUM FÜR DIGALTALE VERMÖGENSWERTE (2025)

Hill: Was steht bei Ihnen im Jahr 2025 noch an?

Zakaria: Im Jahr 2025 bieten wir etliche reizvolle Veranstaltungen an. Highlights sind sicherlich unsere H&H Stiftungsfrühstücke an allen Standorten, bei denen wir uns mit Stiftungsgründern und -managern austauschen und über die neuesten Entwicklungen im Stiftungssegment sprechen werden. Solche Veranstaltungen sind für uns eine wertvolle Gelegenheit, unsere Expertise zu teilen und von anderen Institutionen zu lernen. Mit unserer Tochtergesellschaft Hansen & Heinrich Stiftungstreuhand GmbH unterstützen wir bei der Gründung von Stiftungen und übernehmen dauerhaft Verwaltungstätigkeiten zur Entlastung der Engagierten.

Hill: Welche weiteren Veranstaltungen und Entwicklungen sind auf Ihrer Agenda?

Zakaria: Es sind mehrere Austausche zum Kapitalmarkt in der WineBANK Frankfurt geplant, bei denen wir mit Investoren über aktuelle Themen und Trends sprechen werden. Ein weiterer Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Unternehmerfinanzplanung. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ist es für Unternehmer entscheidend, ihre Finanzen langfristig und nachhaltig zu planen.

Außerdem zelebrieren wir mit unserer Vernissage am 14.05.2025  den Beginn der Ausstellung Processing des Frankfurter Künstlers Arthur Löwen.

In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Marlene A. Schenk präsentieren wir eine speziell für unsere Räumlichkeiten geschaffene Auswahl von Kunstwerken, die einen einzigartigen Einblick in die malerische Praxis des Künstlers gewährt. Löwens Arbeit ist geprägt von symbolischen Spuren, welche die Frage nach Bedeutung und Nicht-Bedeutung in der Malerei verhandeln.

In meiner Nebentätigkeit als Organisator von Fachveranstaltungen für Berater vermögender Kunden (www.finfor.de) blicke ich gespannt auf die 13. Private Banking Trends am 28. Mai und das 14. Frankfurter Finanzplaner Forum am 30.9/1.10.

Hill: Wie stellen Sie sicher, dass Sie die steigende Nachfrage bedienen können?

Zakaria: Um die vielfältigen Themen gut bewältigen zu können, stellen wir sukzessive weiter ein. Wir freuen uns sehr, dass wir zuletzt Siegfried Franz als Director Vermögensverwaltung von der Deutschen Bank für uns gewinnen konnten. Sein exzellentes Netzwerk, sein ganzheitlicher Beratungsansatz und seine Wertpapierexpertise passen perfekt zur Philosophie der Hansen & Heinrich AG. Auch Aileen Hiecke, eine angehende Kunsthistorikerin, hat unser Team verstärkt und unterstützt wunderbar die Kunstberatung sowie die Organisation von kulturellen Events und die Pflege unserer Social-Media-Aktivitäten.

In Zukunft sind weitere Einstellungen geplant, um unser Team weiter zu verstärken und auf die steigende Nachfrage nach einer ganzheitlichen Finanzberatung von Mandantenseite zu reagieren – sowohl in Frankfurt am Main als auch in Düsseldorf, eine Dependance, die ich aus Frankfurt mitführe. Auch in Düsseldorf bauen wir unser Netzwerk weiter aus, und zwar insbesondere durch meinen Kollegen Henning Kirsch, der es geschafft hat, vor Ort sehr gute Kontakte aufzubauen und sich hervorragend zu vernetzen.

Hill: Wie sehen Ihre langfristigen Ziele aus?

Zakaria: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2025 für uns ein Jahr des Wachstums und der Weiterentwicklung sein wird. Wir wollen unsere bestehenden Netzwerke weiter ausbauen und neue Interessengruppen, wie GründerInnen und UnternehmerInnen, noch spezifischer adressieren. Unser Ziel bleibt, das gesamte Vermögen unserer Mandanten zu betrachten – nicht nur das liquide Vermögen, sondern auch unternehmerische Beteiligungen, Immobilien und digitale Vermögenswerte. So können wir eine umfassende und nachhaltige Finanzplanung sicherstellen, die den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht wird.

Hill: Welche Rolle spielen digitale Tools in Ihrer Arbeit?

Zakaria: Wir werden die Arbeit mit unseren digitalen Tools wie dem H&H Vermögenscockpit (Wealthpilot) und dem Finanzplanungstool von Gschwind (OptiPlan) weiter ausbauen. Diese Tools sind nicht nur für uns als Berater eine wertvolle Unterstützung, sondern ermöglichen auch unseren Mandanten, einen transparenten und aktuellen Überblick über ihre Vermögens- und Liquiditätsentwicklung zu erhalten. Im Feld Finanzplanung hat sich im Frankfurter Team Michael Craatz eine besondere Expertise aufgebaut.

Hill: Engagieren Sie sich auch außerhalb Ihrer beruflichen Tätigkeit?

Zakaria: Neben der fachlichen Arbeit möchten wir als Unternehmen auch etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Ein gutes Beispiel ist unsere Unterstützung des 2. Internationalen Klavierwettbewerbs für junge PianistInnen in Kronberg. Vom 21. bis 23. März 2025 haben junge Pianisten zwischen 6 und 19 Jahren ihre musikalischen Talente auf beeindruckende Weise und zur Begeisterung aller ZuhörerInnen präsentiert.

Hill: Wie ist das Team in Frankfurt aktuell aufgestellt?

Das Team in Frankfurt ist mittlerweile sehr gut aufgestellt. Wir haben mit Henning Kirsch, Michael Craatz, Siegfried Franz und Dr. Jürgen Drescher, der in der Region Pfalz engagiert ist, vier erfahrene Senior Mandantenbetreuer.

Team „Hansen & Heinrich“

Hill: Gibt es weitere Pläne, das Team zu erweitern?

Zakaria: Perspektivisch wollen wir unser Team weiter ausbauen. Wir suchen nach weiteren Beratenden, die unsere Philosophie teilen und mit uns zusammenarbeiten möchten. Dabei setzen wir auf unterschiedliche Perspektiven, um unsere Beratungsqualität kontinuierlich zu erweitern.

Hill: Was unterscheidet die Arbeit bei Hansen & Heinrich von einer Tätigkeit bei einer Bank?

Zakaria: Der größte Unterschied liegt in der Unabhängigkeit und der langfristigen Ausrichtung unserer Arbeit. Bei Hansen & Heinrich sind wir nicht an kurzfristige Verkaufsziele oder Provisionsvorgaben gebunden. Wir können uns voll und ganz auf die langfristige Vermögensplanung unserer Mandanten konzentrieren, ohne dass kurzfristige Interessen oder externe Druckfaktoren eine Rolle spielen. Als unabhängiger, inhabergeführter Vermögensverwalter haben wir die Freiheit, die besten Lösungen für unsere Kunden zu finden und sind nicht an die Vorgaben einer Bank gebunden.

Ein weiterer Unterschied ist unser ganzheitlicher Beratungsansatz. Bei einer Bank liegt der Fokus oft auf einzelnen Anlageklassen, bei uns hingegen betrachten wir das gesamte Vermögen unserer Mandanten, von der Liquidität über die Vermögensentwicklung bis hin zur Nachfolgeplanung und Erbschaft.

Darüber hinaus bieten wir wie gesagt moderne digitale Tools wie das H&H Vermögenscockpit und das OptiPlanning-Tool für die Finanzplanung an.

Hill: Welche Vorteile bietet das Arbeiten bei der Hansen & Heinrich AG für Ihre Mitarbeitenden?

Zakaria: Ein großer Vorteil für unser Kollegium ist die Flexibilität in der Arbeit. Mobiles Arbeiten ist möglich, Arbeitszeiten können flexibel gestaltet werden, und wir fördern eigenverantwortliches Arbeiten. Dies macht den Unterschied zu einer klassischen Banktätigkeit aus, bei der oft eng definierte Arbeitsstrukturen und -zeiten bestehen.

Auch deshalb sind wir überzeugtes Mitglied im Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, einem Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Kinder.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

www.hansen-heinrich.de

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Foto: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

FINANZPLATZ FRANKFURT & MUMBAI: Schweiz, Indien, Asset Management, Luxus, Immobilienmanagement, Vernetzung, „kultureller Fit“ & Knowhow (INTERVIEW – Ravikant Susarla, Seraina Invest AG)

Schweiz, Asset Management, Immobilieninvestments und Mumbai. Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit Ravikant Susarla, Seraina Invest AG, über die Herausforderungen für eine Schweizer Asset Manager, der in die Immobilienentwicklung in Indien investiert. Am besonderen Beispiel von Mumbai als Markt für Luxusimmobilien werden Themen wie Risikomanagement, die Bedeutung von lokaler Vernetzung und Know-how, Wettbewerbsumfeld und „kultureller Fit“ dargestellt. Alle diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der ursprünglichen Konzeption und bei den aktuellen Anlageentscheidungen des Immobilienfonds.

Hill: Sie leben als Inder in Deutschland und arbeiten für eine Firma aus der Schweiz, die sich mit Immobilieninvestments in Indien beschäftigt. Womit beschäftigen Sie sich aktuell intensiv?
Susarla: Ich bin in Mumbai, Indien, aufgewachsen und habe dort Betriebs- und Volkswirtschaft studiert. In Deutschland habe ich dieses Studium mit einem Master abgeschlossen. In meinem Berufsleben habe ich eng mit Start-up-Projekten in verschiedenen Wirtschaftssektoren zu tun gehabt. Ich denke, das hilft mir, eine breit gefächerte Perspektive auf verschiedene Arten von Geschäftsmodellen zu gewinnen. In den letzten Jahren habe ich mich mit Immobilieninvestitionen befasst. Ich arbeite für einen Schweizer Immobilienfonds, Seraina Invest AG, die in die Entwicklung von hochwertigen Wohn- und Bürogebäuden in Indien investiert. Derzeit konzentrieren wir uns auf Mumbai. Um die mit der Immobilienentwicklung verbundenen Risiken effektiv zu managen, die Qualität der Entwicklung genau zu steuern und uns von der Konkurrenz abzuheben, managen wir den gesamten Lebenszyklus der Investitionen im eigenen Haus. Mit unserer Geschäftsphilosophie „boots-on-the-ground and ears-to-the-market“ bin ich eng mit unseren operativen Tätigkeiten in Mumbai verbunden. Einerseits haben wir ein Büro und ein hochqualifiziertes Entwicklungsteam von 14 Kollegen in Mumbai, andererseits sind wir auch offen für die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern im Inland. Indien ist ein hart umkämpfter Markt mit fähigen lokalen Akteuren. Für einen europäischen Investor ist es nicht einfach, in den indischen Immobilienmarkt einzutreten und ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Wir sind der Meinung, dass wir beides erfolgreich gemanagt haben. Darüber hinaus konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Luxussegment des Marktes, wo wir als Schweizer Immobilienfonds gute Chancen haben, uns einen klaren Vorteil gegenüber den lokalen Anbietern zu verschaffen.

Ravikant Susarla, SERAINA INVEST AG

Hill: Warum haben Sie sich für Mumbai als Basismarkt entschieden?
Susarla: Zunächst einmal ist Indien ein sehr vielfältiges Land; Jede Region und jede Stadt in Indien ist quasi ein Land innerhalb eines Landes. Die Frage, wo man in Indien investieren sollte, ist vergleichbar mit der Frage, wo man in Europa investieren sollte: in welchem Land, in welcher Region und in welcher Stadt? Diese Vielfalt wird von ausländischen Investoren, die in den indischen Markt einsteigen, oft unterschätzt. Außerdem ist das Immobiliengeschäft ein sehr lokales, einheimisches Geschäft. Man muss sich mit den örtlichen Vorschriften und Baunormen auseinandersetzen und die Lebens- und Arbeitsweise, das Sozialleben, die Konsumgewohnheiten, die Wünsche und die Tabus der lokalen Bevölkerung verstehen. Das Verständnis für die Vielfalt und Komplexität Indiens hat uns zu der Entscheidung veranlasst, uns auf eine einzige Stadt zu konzentrieren – eine Stadt, die unseren Erwartungen entspricht und die eine hohe Akzeptanz für unser Design, unsere Entwicklung und unsere professionelle Art der Geschäftsabwicklung aufweist. Als Schweizer Investor war dies der erste Grund, den wir nutzten, um einen „kulturellen Fit“ für unsere Schweizer Marke zu finden. Mumbai ist der größte Wohnungsmarkt in Bezug auf den Wert der verkauften Wohnungen und trägt rund 35% bis 40% zum Gesamtwert der verkauften Wohnungen in Indien bei. Mumbai ist auch das Epizentrum der Ultra-Luxus-Wohnungen. Auf Mumbai entfielen 84% der Ultra-Luxus-Immobilienverkäufe im Jahr 2024. Da der Schwerpunkt des Fonds auf dem Luxussegment liegt, gibt es in Indien für uns keinen besseren Markt als Mumbai.

Hill: Was ist das Besondere an der Stadtentwicklung von Mumbai?
Susarla: Mumbai ist eine sehr multikulturelle Stadt mit über 21 Mio. Einwohnern. Wenn ich die Bedeutung Mumbais innerhalb Indiens erklären müsste, würde ich die Position Mumbais in Indien wahrscheinlich mit der Rolle Londons, New Yorks, Singapurs oder Dubais in der Welt vergleichen. Im Wesentlichen war die Gesellschaft in Mumbai schon immer offen, gastfreundlich und wirtschaftlich wohlhabend. Es ist das Zentrum der indischen Unternehmenswelt, des Finanzsektors, Bollywoods, eine Hafen- und Flughafenstadt mit Wolkenkratzern und einem großartigen sozialen Leben. Wenn Indien jährlich um 7% wachsen soll, muss Mumbai mindestens doppelt so stark wachsen, und zwar um 15%. Wenn ich die Situation der Stadtentwicklung von Mumbai in einem Wort zusammenfassen kann, dann ist es „Upgrade“ – ein Upgrade von gewaltigen Ausmaßen. Ob es sich nun um eine 70 Mrd. US-Dollar teure Modernisierung der Infrastruktur handelt – U-Bahn-Linien, Hochgeschwindigkeitszugverbindungen, Straßen, Brücken, ein neuer Flughafen, ein neuer Seehafen oder eine Modernisierung des Immobilienmarktes (einschließlich Wohngebäuden, Büros, Einkaufszentren, Unterhaltungszentren) – alles wird modernisiert, um den Ambitionen eines neuen Indiens zu entsprechen. Mit der Ausweitung der administrativen Grenzen der Stadt (unter MMRDA) zu einem größeren „Greater Mumbai“ steht sogar noch eine viel größere Wachstumstory in Aussicht. Wohlstand hat es in Mumbai schon immer gegeben, jetzt aber sind Infrastruktur, Stadtentwicklung und Immobilienentwicklung hochgradig organisiert und professionell. Es gibt eine ungedeckte Nachfrage nach hochwertigen Immobilien aller Art. Im Geschäftsjahr 2024 wuchs das Luxussegment in Mumbai um 17% und war damit das wachstumsstärkste aller indischen Städte. Es gibt eine riesige Nachfrage nach hochwertigen Immobilien aller Art. Diese Nachfrage besteht schon seit Jahrzehnten und stammt aus dem tiefen Wunsch der Einwohner Mumbais, auf internationale Standards „aufzurüsten“.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Welche regulatorischen Regeln sind im Immobiliensegment in Indien von besonderer Bedeutung?
Susarla: Es gibt immobilienspezifische Verbraucherschutzmaßnahmen wie das RERA-Gesetz (Real Estate Regulation and Development Act), das großes Vertrauen am Markt geschaffen hat. Projektentwickler müssen Projekte bei RERA registrieren und genaue Angaben zum Projektstatus, zu den Finanzen und zum Zeitplan machen. Eine Reihe von Anlegerschutzgesetzen wie der Insolvency and Bankruptcy Code (IBC) und das Gesetz über Securitization and Reconstruction of Financial Assets and Enforcement of Security Interest Act (SARFAESI) spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherung der legitimen Rechte von Anlegern. Alle diese Maßnahmen zielen gemeinsam darauf ab, das Vertrauen der Anleger in den indischen Immobilienmarkt zu stärken, indem sie Fairness gewährleisten und Risiken minimieren.

Hill: Welche kommerziellen Gründe gibt es für die Präsenz auf dem Markt von Mumbai?
Susarla: In Bezug auf die Arbeitskultur – Mumbai hat eine großartige Arbeitsethik, die professionell, progressiv und unternehmerisch ist. Zum Marktaspekt: Um Ihnen eine Vorstellung von der Kaufkraft des Marktes auf der Grundlage des Einkommensniveaus zu geben, wird laut einem Knight Frank Wealth Report ein Anstieg der Zahl der indischen Ultra-HNIs auf 19.908 bis 2028 gegenüber 13.263 im Jahr 2023 erwartet, was einem Wachstum von 50% entspricht. Als Schweizer Marke sind wir der Meinung, dass Mumbai ein idealer Standort für uns ist. Wir haben drei sehr spannende Entwicklungsprojekte in Mumbai und viele weitere in der Pipeline. Die Aufwertung Mumbais ist für uns eine riesige Chance, in den anspruchsvollen und hochwertigen Segmenten zu wachsen, und diese Wachstumsgeschichte wird sich wahrscheinlich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. Kurzgefasst: Schweizer Präzision trifft auf den Wachstumsmarkt Indien.

Hill: Sie haben Mumbai ausführlich als einen Markt für Immobilieninvestitionen beschreiben. Was sind die wesentlichen Merkmale Ihres Fonds?
Susarla: Der 2019 lancierte India Real Estate Opportunity Fund (RAIF, LUX SICAV) ist das Herzstück des Indien-Engagements von Seraina Invest. Der Fonds richtet sich explizit an institutionelle Anleger aus der Schweiz und wird von namhaften Partnern wie Waystone (AIFM) und APEX GROUP (Depotbank) begleitet. Aktuell umfasst das Portfolio drei vielversprechende Projekte in Mumbai, das verwaltete Vermögen liegt bei rund 100 Mio. US-Dollar. Die angestrebte Zielrendite liegt bei 15% p.a. in US-Dollar – wobei das Währungsrisiko gegenüber der indischen Rupie vollständig abgesichert ist. Im Jahr 2024 erzielte der Fonds eine Performance von 13,5%. Darüber hinaus befindet sich eine Projektpipeline im Umfang von 700 Mio. US-Dollar in der finalen Prüfphase.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

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Foto: Pixabay

FINANZPLATZ FRANKFURT: „77% der befragten Studienteilnehmer wollen 2025 ihre Positionen bei Alternative Investments ausbauen“ (INTERVIEW – Sebastian Thürmer, artis Institutional Capital Management GmbH)

Sebastian Thürmer, artis Institutional Capital Management GmbH

Die artis-Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments“ liefert auch in diesem Jahr wieder aktuelle Zahlen und interessante Erkenntnisse. Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit Sebastian Thürmer, artis Institutional Capital Management GmbH, über die Ergebnisse der Umfrage. Schwerpunkte der Ausführungen dieses Interviews (Teil 1 v. 2) waren die Bereiche Alternative Investments und Immobilien. Infrastrukturinvestments, Erneuerbare, Private Equity, Private Debt und Impact Investing wurden thematisch ebenso angesprochen, wie energetische Sanierung im Immobilienbestand sowie Wohn- und Gewerbeimmobilien. Von besonderem Interesse war hier insbesondere die An-, Ab- und Einsichten der Investoren jenseits der Zahlen, die Impressionen aus dem direkten Dialog mit den Investoren.

Hill: Herr Thürmer, Sie haben 2025 bereits zum fünften Mal in Folge Ihre jährliche Studie durchgeführt. Welche neuen Erkenntnisse bei Anlagen in Immobilien und Alternativen konnten Sie in den Gesprächen mit institutionellen Investoren gewinnen?
Thürmer: Auch 2025 durften wir 52 Teilnehmer nach den aktuellen Anlagebedürfnissen befragen, die insgesamt 1,03 Billionen Euro an Kapitalanlagen verwalten. Unter den Teilnehmern dominierten die Unternehmen der Assekuranz sowie die Altersvorsorgeunternehmen, welche 60% ausmachten. Es waren aber auch Stiftungen, Kirchen, Industrieunternehmen, Family Offices sowie Banken und Sparkassen unter den Befragten. 14% der Anleger wollen demnach 2025 ihre Immobilienquote ausbauen. 2024 waren es nur noch fünf Prozent, was einem deutlichen Absturz gegenüber den 2023er Werten von 31% entsprach. Bei den favorisierten Nutzungsarten liegen Wohnimmobilien mit 60% weit vorne. Die starken Preisrückgänge der vergangenen Jahre sowie die derzeit aktuellen Rahmenbedingungen sind gute Kaufargumente. Man setzt aufgrund der wirtschaftlich rezessiven vergangenen drei Jahre eher auf konjunkturunabhängige Nutzungsarten. In diesem Marktumfeld haben es Gewerbe- und Betreiberimmobilien weiterhin schwer.
77% der befragten Studienteilnehmer wollen 2025 ihre Positionen bei Alternative Investments ausbauen. Dies entspricht einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Besonders favorisiert werden Infrastrukturinvestments sowie immer noch Erneuerbare. Mit einigem Abstand folgen Private Debt und Private Equity. Auffallend sind aber veränderte Bedürfnisse innerhalb der Assetklassen Infrastruktur und Erneuerbare. Bei Infrastruktur war man vor gar nicht so langer Zeit noch stark auf den Sektor Energie fokussiert. Mittlerweile ist der Wunsch nach einer breiteren Diversifikation erkennbar. Themen wie Verkehr und Digitalisierung holen derzeit kräftig auf. Bei Erneuerbaren ist die Bereitschaft, auch teilweise in Projektentwicklungen zu investieren, ausgeprägter als in den Vorjahren. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur Renditegesichtspunkte, sondern eben auch Nachhaltigkeitsaspekte. Nachhaltigkeit wird mittlerweile als selbstverständlich angesehen. Impact Investing, also das wirkungsorientierte Investieren, bleibt allerdings eher ein Nischenthema.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Laut Ihrer Studie planen 50% der institutionellen Anleger in Deutschland energetische Sanierungen in ihrem Immobilienbestand. Ist diese Zahl für Sie enttäuschend? Darf es in Zeiten, in denen der Begriff „Nachhaltigkeit“ so oft verwendet wird, nicht etwas mehr sein?
Thürmer: Auf den ersten Blick mögen die 50% vielleicht enttäuschen, aber im internationalen Vergleich nimmt dieser Wert durchaus eine Spitzenstellung ein. Es kann auch nicht jede Immobilie energetisch saniert werden. In der Regel betreffen die Sanierungen Wohnbestände. Gewerbliche Objekte wie Büros oder Handelsimmobilien sind bis heute nicht sonderlich langlebig und werden bei veränderten Marktbedürfnissen oft durch Neubauten mit nachhaltigerer Ausstattung ersetzt. Unter Berücksichtigung und Umsetzung dieser Fakten könnte sich der institutionelle Immobilienbestand in Deutschland auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre komplett wandeln und europaweit eine Benchmark setzen.

Hill: Investieren Institutionelle noch in Zukäufe nicht-energetisch sanierter Liegenschaften?
Thürmer: Diese Frage wird derzeit intensiv und teilweise kontrovers bei institutionellen Investoren diskutiert. Ein Kaufvotum hängt nicht allein vom Akquisiteur, sondern auch vom Portfolio- und Risikomanagement sowie den Nachhaltigkeitsbeauftragten ab, deren Einfluss bei dieser Fragestellung deutlich zugenommen hat. Derzeit wollen nach unseren Umfrageergebnissen 20% solche Zukäufe weiter umsetzen, 30% lehnen dies ab und 50% sind nicht festgelegt bzw. machen eine Entscheidung vom jeweiligen Objekt, vom Standort oder von der Nutzungsart abhängig.

Hill: Gewerbliche Immobilien, insbesondere Büroliegenschaften, durchleben schwere Zeiten. Ihre Ergebnisse unterscheiden sich kaum von Analysen anderer Marktakteure. Wie bewerten Sie aktuell die Situation?
Thürmer: Büroimmobilien waren bei institutionellen Investoren bis vor 20 Jahren mit über 80% die wichtigste Nutzungsart im Portfolio. Dann begannen viele Investoren nach Nutzungsarten breiter zu diversifizieren, um Risiken zu minimieren und Gesamtportfoliorenditen zu optimieren. Das hat sich auch auf die Neubautätigkeit ausgewirkt. Über 75% der Büroimmobilien gelten heute als veraltet. Fast 60% der Liegenschaften in Deutschland sind über 30 Jahre alt und weniger als zehn Prozent wurden in den vergangenen Jahren neu errichtet. Ein Großteil der Bürobestände muss modernisiert werden, um den derzeitigen Umweltstandards zu entsprechen. Umgekehrt sind attraktive Neubauflächen in sehr guten Lagen bei Investoren und Mietern weiter gefragt, was zu hohen Mieten, niedrigen Leerständen und langfristig stabilen Bewertungen führen kann. Im Prinzip kann man sagen, dass gute Lagen mit alten Objekten zu kämpfen haben und Neubauprojekte in der Peripherie nicht immer zielführend sind. Institutionelle Anleger haben das Problem erkannt und sind dabei, diese strukturellen Probleme anzugehen. Langfristig kann der Büroimmobilienmarkt dann wieder mehr Nachfrage generieren.

Hill: Welche Bedeutung haben nach den starken Korrekturen der vergangenen Jahre eigentlich noch Private Debt-Anlagen?
Thürmer: Bei Private Debt-Anlagen geht es um Immobilien-, Infrastruktur- und Unternehmensfinanzierungen. Die von Ihnen angesprochenen Korrekturen, also Abschreibungen und Wertberichtigungen, betrafen in den letzten zwei Jahren hauptsächlich das Immobiliensegment, analog zu den Preisveränderungen der Immobilienmärkte und dem starken Anstieg der Baustoffpreise. Hier scheint aber der Tiefpunkt erreicht zu sein. Erste institutionelle Anleger gehen auf Schnäppchenjagd, da sie bei den Wertberichtigungen auf einen Umkehreffekt setzen. Der breite Markt wird womöglich erst in ein bis zwei Jahren Aufstockungen tätigen. 36% aller von uns befragten Anleger denken grundsätzlich über Aufstockungen im Private Debt-Bereich nach. Besonders Unternehmensfinanzierungen stoßen derzeit auf großes Interesse, während Infrastruktur- und Immobilienkredite etwas hinterherhinken.

Hill: Wie beurteilen Sie langfristig die Aussichten der Assetklasse Private Debt?
Thürmer: Banken werden aufgrund der Basel IV-Vorgaben weiter ihr Kreditengagement reduzieren. Dies gilt hauptsächlich für Immobilienfinanzierungen, aber teilweise auch für Unternehmensfinanzierungen. Die Legislative sowie die Aufsichtsbehörden schaffen aber für Unternehmen der Assekuranz sowie für Altersvorsorgeeinrichtungen neue Perspektiven, denn die Eigenkapitalhinterlegung nach Solvency II ist bei Fremdkapitaleinsatz für Versicherungen deutlich niedriger als bei Engagements in Eigenkapitalvehikel. Unternehmen, welche der Anlageverordnung (AnlV) unterliegen, also beispielsweise Altersvorsorgeeinrichtungen, können seit Februar des Jahres im Rahmen der neugeschaffenen „Infrastrukturquote“ nun zusätzlich in Eigen- und Fremdkapitalpositionen investieren. Das Marktwachstum wird dadurch enorm beschleunigt, denn im Vergleich zu angelsächsischen Märkten hat Deutschland noch hohen Nachholbedarf.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Sebastian Thürmer ist geschäftsführender Gesellschafter der artis Institutional Capital Management GmbH in Frankfurt am Main. artis ist ein unabhängiger Placement Agent und Consultant für institutionelle Anleger in der D-A-CH-Region mit der ausschließlichen Ausrichtung auf Immobilien und Alternativen Investments. Seine Schwerpunkte sind die Eigenkapitalgenerierung für Produktinitiatoren sowie die Allokationsberatung für institutionelle Investoren.

Die Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments 2025“ kann digital unter info(at)artis-icm.de angefordert werden. Institutionellen Investoren wird die Studie kostenfrei zur Verfügung gestellt.

FINANZPLATZ FRANKFURT & RESEARCH: Studie „Alternative Investments, Immobilien & ESG“

Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE & FONDSBOUTIQUEN.DE mit Sebastian Thürmer (artis Institutional Capital Management GmbH) und Dr. Michael König (Primus Valor AG) über die Ergebnisse der Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternative Investments 2025“. Zum einen wurden die allgemeinen Inhalte und Ergebnisse der Studie zu Immobilien, Alternative Investments und ESG erläutert (Immobilien, Infrastruktur, Erneuerbare Energien etc.), zum anderen wurde intensiver über das Thema Investments in Wohnimmobilien in Deutschland und Asset Allocation diskutiert.

INSTITUTIONELLE INVESTOREN wurden auch in diesem Jahr bei dieser Befragung wieder zu folgenden Entwicklungen (Bereiche & Stichworte) befragt: Planung zum Ausbau der Immobilienquote, Nutzungsarten, Allokation, Regionen, Alternative Investments (AI)-Quoten, AI Segmente, Private Debt, Erneuerbare Energien, Infrastructure Equity, Private Equity, Attraktivität der Asset-Klassen, Bedeutung & Strategie „Nachhaltigkeit“, ESG – Leitfaden & Analyse, Impact Investing, energetische Sanierungsmaßnahmen bei Immobilien.

INFORMATION:

www.artis-icm.de (Sebastian Thürmer)

www.primusvalor.com (Dr. Michael König) 

Rückfragen zur Studie (Zusammenfassung, Zusatzinformationen, PDF etc.): info@markus-hill.com

Institutionelle Investoren erhalten die Studie kostenfrei. Bei Interesse an einer Teilnahme für die Studie in 2026 bitte einfach eine Nachricht an die oben angegebene Mail senden.

FOTO: Michael Jakobi

QUELLE: IPE D.A.CH

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FINANZPLATZ FRANKFURT & NETWORKING: Ein Franke in Frankfurt, Weissbier, Tatort & REAL ESTATE INVESTMENT DAY – 13.5.2025 (INTERVIEW – Jochen Goetzelmann, Targa Communications GmbH)

Ein Franke in Frankfurt, Internationalität, Trends in der Immobilienbranche und der aktuelle REAL ESTATE INVESTMENT DAY am 13.5.2025 – Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit Jochen Goetzelmann, Managing Director (Targa Communications GmbH) über die Vorzüge der Mainmetropole und Möglichkeiten zum qualifizierten Gedankenaustausch und Networking im Immobilien-Segment. Infrastruktur, Erneuerbare Energien und Künstliche Intelligenz waren ebenso Thema des Gespräches wie der REAL ESTATE FINANCE DAY im Herbst 2025.

Hill: Was gefällt Ihnen an Frankfurt?

Goetzelmann: Nach über 20 Jahren in Frankfurt fühlt sich der Franke hier inzwischen ziemlich zuhause. Irgendwann war klar, dass es mich als ehrgeizigen Jungbanker nach Frankfurt verschlagen würde – spätestens, als ich als Zweiter aus der Dresdner Bank-Niederlassung Nürnberg an die Hochschule für Bankwirtschaft durfte. Begeisterung sah damals anders aus. Wenn man aus dem gemütlichen Würzburg kommt, steht Frankfurt mit seinem ersten Eindruck nicht ganz oben auf der Wunschliste. Mein täglicher Weg zur damaligen HfB (heute: Frankfurt School of Finance) führte durch die Kaiserstraße, Mittagessen im Silvertower – nicht gerade die Ecke, die einem die Stadt schmackhaft macht. Junkies, die sich im Hauseingang einen Schuss setzen, kannte ich bis dahin nur aus dem Tatort (von dem ich übrigens kaum eine Folge verpasse – nur um mich dann in 80 Prozent der Fälle zu ärgern, dass ich ihn schlecht fand).

Markus Hill (FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN) & Jochen Goetzelmann (Targa Communications) – REID 2024

Dass ich doch geblieben bin, lag an einer ziemlich tollen Altbauwohnung in der Morgensternstraße, von der mir ein Kollege vorgeschwärmt hatte – ich wollte sie mir eigentlich gar nicht leisten. Aber die Aussicht, statt zwei Stunden mit Auto und Bahn nur noch 15 Minuten zu Fuß zur Arbeit zu brauchen, war dann doch zu verlockend.

Am Anfang habe ich auf die Frage, was mir an Frankfurt gefällt, oft reflexartig die Verkehrsanbindung genannt. Autobahn, Flughafen, alles da. Und klar, die Standardantwort ließ nicht lange auf sich warten: „Aha, das Beste an Frankfurt ist also, dass man schnell wieder wegkommt?“ Fair enough – aber die Anbindung bleibt ein echtes Asset. In unserer Branche hat ja sowieso jeder irgendwann mal was in Frankfurt zu tun, da spart man sich viele Reisen.

Was ich heute an der Stadt mag? Sie ist kompakt, international, überraschend grün. Seit ich Pádel spiele, merke ich, wie viele Nationalitäten sich hier tummeln – und wie schnell man neue Leute kennenlernt. Es gibt genug Restaurants, in die ich gerne (und regelmäßig) gehe. Inzwischen wissen auch die meisten Kellner, was ein Weißbier ist. Ich habe hier meine Frau kennengelernt, unser Freundeskreis ist hier oder von hier gut erreichbar. Manchmal wünsche ich mir, Frankfurt läge am Meer – aber davon abgesehen lebe ich gern „im Herzen von Europa“.

Hill: Welche Themen bewegen die Immobilienbranche gegenwärtig?

Goetzelmann: Was die Immobilienbranche im Moment am stärksten beschäftigt? Ganz klar: geopolitische Unsicherheiten und ihre Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Viele institutionelle Investoren agieren deutlich vorsichtiger, Planungshorizonte werden kürzer, Risikoprämien steigen spürbar. Die Gefahr einer Rückkehr der Inflation, vielleicht sogar einer Stagflation, ist real und wird ernst genommen.

Zinsen spielen in diesem Umfeld natürlich eine zentrale Rolle, aber nicht als singuläres Thema. Finanzierungen sind heute schwieriger zu strukturieren, Covenants restriktiver, konservativer. Ohne tragfähige Finanzierung bleibt die Transaktionsdynamik begrenzt. Zusätzlich erschwert die anhaltende Preisdiskrepanz zwischen Verkäufer- und Käufererwartungen den Abschluss vieler Deals.

Büroimmobilien stehen weiter unter Druck. Nutzeransprüche ändern sich rasant, und die Nachfrage konzentriert sich zunehmend auf flexible, hochwertige und zukunftsfähige Flächen. Für viele Bestandsobjekte wird es ohne substanzielle Investitionen in Qualität, Lage und ESG-Standards schwer. Parallel dazu sehen wir erste echte Bewegungen hin zu alternativen Nutzungskonzepten: Konversionen, Mischnutzungen, adaptive Re-Use-Strategien. Es entstehen spannende Schnittstellen, insbesondere im Bereich Infrastruktur und Erneuerbare Energien – etwa bei der Integration von Ladeinfrastruktur, Energieversorgung oder neuen Mobilitätskonzepten in Immobilienprojekte.

Ein weiterer massiver Treiber ist der rasante Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz. KI bietet enorme Chancen. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Technologien entwickeln, wird uns alle zwingen, Innovationen nicht nur zu adaptieren, sondern aktiv mitzugestalten.

Hill: Mit welchem Thema beschäftigen Sie sich gegenwärtig intensiver?

Goetzelmann: Aktuell dreht sich bei mir vieles – eigentlich fast alles – um unsere beiden “Flagship-Konferenzen”: den REAL ESTATE INVESTMENT DAY und den REAL ESTATE FINANCE DAY. Der REFD, wie wir ihn intern nennen, geht dieses Jahr am 13. November in die zwölfte Runde. Für viele in der gewerblichen Immobilienfinanzierung ist er längst ein fester Termin im Kalender. Einer hat mal gesagt: „Hier führt man an einem Tag mehr relevante Gespräche als an drei Tagen auf der Expo Real.“ Sowas freut uns natürlich riesig – ist aber auch ein ziemlicher Ansporn.

Noch ein bisschen näher liegt gerade unser REID, der REAL ESTATE INVESTMENT DAY, am 13. Mai – auch schon zum sechsten Mal. Der Fokus auf europäische Investmentthemen passt perfekt zu unserer DNA als Kommunikationsberatung mit Immobilien-Schwerpunkt. Inhaltlich war’s in diesem Jahr nicht ohne: europäischer Blickwinkel, Investmentthemen, neue Dynamiken – da ist einiges in Bewegung. Umso schöner, dass wir wieder ein starkes Line-up und eine gute Mischung aus bekannten und neuen Gesichtern haben. Und klar: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – der nächste REID ist schon gesetzt: 19. Mai 2026, wie immer in Frankfurt.

Neben Investment, Finance & Management – den Klassikern der Immobilienkommunikation und unserer Konferenzarbeit – beschäftige ich mich zunehmend auch mit denselben Themen im Bereich Infrastruktur und Erneuerbare Energien. Da ist viel in Bewegung, und das überschneidet sich oft stärker mit Real Estate, als man auf den ersten Blick denkt.

Und dann gibt’s da natürlich noch das allgegenwärtige Thema Künstliche Intelligenz. Man kommt ja kaum dran vorbei. Die Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Alltag (und auch privat) sind riesig, die Entwicklung rasant, und ich finde es einfach spannend, da mitzudenken, mitzutesten, mitzugestalten. Ob in der Beratung, in der Kreation oder bei der Eventplanung – KI spielt überall rein.

INFORMATION ZU REAL ESTATE INVESTMENT DAY (13.5.2025)

FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN & FONDSBOUTIQUEN unterstützen auch in diesem Jahr gerne diese Veranstaltung als Netzwerkpartner & Medienpartner. Wir freuen uns auf den Gedankenaustausch in Frankfurt!

  1. FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – Kanal:

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  • FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – Gruppe:

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Foto: Markus Hill

FINANZPLATZ FRANKFURT & DACH-REGION: „Seit Lancierung dieser Veranstaltung vor bald fünf Jahren war es mein Ziel auf den Tisch zu klopfen und zu sagen: Vergesst Value Investing nicht!“( INTERVIEW – Alex J. Rauchenstein, SIA FUNDS AG)

Value Investing, Rohstoffe, Family Offices, „Finanzplatz Frankfurt meets Finanzplatz Schweiz & Finanzplatz Österreich“ und Swiss Value Day – Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit Alex Rauchenstein, SIA Funds AG, über die Positionierung bei diesen Themenfeldern sowie über Natural Resources Day und Gedankenaustausch am Finanzplatz Liechtenstein.

Hill: Sie waren gerade auf der Finanzmesse in Zürich. Wie waren die Gespräche dort, was stand für Sie bei den Gesprächen im Vordergrund?
Rauchenstein: Ja, wir sind jeweils seit einigen Jahren an der FINANZ’25 am Boutiquen Stand, dies ermöglicht es uns sehr effizient viele unserer Kunden zu treffen, zu präsentieren und an Panels zu sprechen. In diesem Jahr wurden Urs Marti und ich zudem von Finpact angefragt, ob wir bereit wären mit Ihnen zwei Kurzvideos aufzunehmen – diese findet man auf unserer Webseite. Generell stellten wir wieder ein großes Interesse an aktiven Strategien wie den unseren fest.

Alex J. Rauchenstein, SIA FUNDS AG

Hill: Am 7. und 8. Mai sehen wir uns wieder in Frankfurt und Köln. Sie, Urs Marti und Martin Friedrich von Lansdowne Partners Austria (LPA) repräsentieren die Finanzplätze Schweiz und Österreich. Über welche Themen werden Sie sprechen?
Rauchenstein: Eigentlich nichts neues, steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein. Denn der Titel unserer Präsentation heißt seit 2020 „Diese Dekade gehört Value & Rohstoffaktien“. Wir freuen uns sehr, diese Präsentation in diesem Jahr mit Martin Friedrich von Lansdowne bestreiten zu können. Ich kenne Martin seit bald 20 Jahren und schätze den Gedankenaustausch mit ihm und seine Kompetenzen sehr. Er wird sein sehr erfolgreiches Endowment Fund Konzept vorstellen, in das ich auch privat investiert bin. Und dann werden Urs Marti und ich ein Update zum Thema Strategic Investing und Rohstoffe geben.

Hill: Welche Investorengruppe interessiert sich derzeit besonders stark für die Themen „Value & Rohstoffe“, gibt es besondere Gründe dafür?
Rauchenstein: Unsere langjährigen Kunden sind in erster Linie Familie Offices und unabhängige Vermögensverwalter. Derzeit stellen wir aber auch ein beginnendes Umdenken bei institutionellen Kunden fest. Denn diese sind Profi genug, dass sie verstellen welche hervorragenden Chancen sich für sehr aktive Manager bieten, wenn fast die ganze Welt sich passiv in ETF positioniert.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Sie veranstalten auch in diesem Jahr wieder den Swiss Value Day. Welche Themen stehen dieses Jahr im Fokus?
Rauchenstein: Ja, am Freitag, dem 13. Juni, findet unser 4th Swiss Value Day in Zürich statt. Auch in diesem Jahr haben BWM und wir wieder zwei weiter sehr bekannte Value Manager als Gäste eingeladen. Seit Lancierung dieser Veranstaltung vor bald fünf Jahren war es mein Ziel auf den Tisch zu klopfen und zu sagen: Vergesst Value Investing nicht!  Denn wenn man genügend lange im Business ist, dann weiß man, dass es Zyklen für Value, Rohstoffe etc. gibt.

Hill: Welche anderen Themen stehen bei Ihnen dieses Jahr noch auf der Agenda?
Rauchenstein: Gegenwärtig bereiten wir noch ein Event in Vaduz vor. Vielleicht sehen wir uns dann auch wieder am Finanzplatz Liechtenstein. Der Natural Resources Day wird am 11. September wieder in Zürich stattfinden. Auch hier sind wir gerade bei der Konzeption der Veranstaltung.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.


Mehr zur SIA Funds AG: www.s-i-a.ch

Foto: Pixabay

Quelle: IPE D.A.CH

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FINANZPLATZ FRANKFURT & FINANZPLATZ LIECHTENSTEIN: „Die Veranstaltung in Frankfurt hat für uns einen hohen Stellenwert, da Frankfurt der wichtigste Finanzplatz der EU ist“ (INTERVIEW – David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband)

Rating, Liechtenstein als Fondsstandort, Regulatorik, Finanzplatz Frankfurt, Family Office und Fondsboutiquen, Fondsselektion, Vermögensstrukturierung, Stiftungen, HNWIs – Markus Hill* sprach für IPE D.A.CH mit David Gamper, Geschäftsführer Liechtensteinischer Anlagefondsverband (LAFV), über die Themen, die den Verband aktuell beschäftigen. In dem Gespräch wurden ebenso weitere geplanten Aktivitäten in Deutschland für 2025 in Mannheim („FONDSKONGRESS“) angesprochen, in Zusammenarbeit mit Liechtenstein Finance. Auch in diesem Jahr wird der Dialog des Finanzplatz Liechtenstein mit dem Finanzplatz Deutschland bei Veranstaltungen des Verbands in München, Hamburg und Frankfurt intensiv fortgesetzt.

David Gamper, LAFV

Hill: Die Ratingagentur S&P Global Ratings hat am 25. November 2024 das liechtensteinische Rating mit der Bestnote Triple-A und stabilem Ausblick erneut bestätigt. Welche Bedeutung hat dieses Rating für den Finanzplatz Liechtenstein?
Gamper: Das AAA-Rating ist für Liechtenstein und insbesondere für den Finanzplatz von zentraler Bedeutung. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Anleger nach sicheren Investitionsstandorten. Die Bestnote, die weltweit nur elf Länder von S&P Global Ratings erhalten, unterstreicht Liechtensteins Position als sicherer Hafen für Kapitalanlagen. Besonders bemerkenswert ist, dass Liechtenstein das einzige europäische Land ohne Staatsschulden ist. Dank eines sehr umsichtigen Umgangs mit den Staatsfinanzen sowie beachtlicher Rücklagen wird dies auch in Zukunft so bleiben.
Ein weiterer Faktor, der Anleger überzeugt, ist die Währungsunion mit der Schweiz und der damit verbundene stabile Schweizer Franken als Landeswährung. Zudem bietet Liechtensteins Status als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) Zugang zum EU-Binnenmarkt, ohne selbst Teil der Europäischen Union zu sein. Eine Situation, die Anleger ebenfalls schätzen. Diese Kombination aus Stabilität, Sicherheit und Marktzugang ist auch für die Fondsbranche ein klarer Vorteil.

Hill: Am 29 Oktober vergangenen Jahres fand zum zweiten Mal die Veranstaltung „Finanzplatz Frankfurt trifft Finanzplatz Liechtenstein“ statt. Was waren für Sie die wesentlichen Punkte der Veranstaltung?
Gamper: Besonders erfreulich war die gestiegene Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr, als wir schon angenehm überrascht wurden. Das zeigt das wachsende Interesse am Fondsdomizil Liechtenstein und seinen in vielen Bereichen einzigartigen Rahmenbedingungen. Die Veranstaltung bietet zudem eine hervorragende Gelegenheit für Networking.Die Teilnehmer konnten auch erleben, wie gut in Liechtenstein das Zusammenspiel zwischen Marktteilnehmern, der Finanzmarktaufsicht – vertreten durch Verena Schlömer – und dem Fondsverband funktioniert. Benjamin Bente von Vates Invest, dessen Unternehmen seit Herbst 2022 sehr erfolgreich einen liechtensteinischen Fonds managt, hat dies eindrucksvoll bestätigt und die Vorzüge des Fondsplatzes hervorgehoben. Für mich persönlich war es außerdem spannend, Einblicke in die Arbeitsweise des Family Office HQ Trust zu gewinnen, insbesondere wie dort Fonds ausgewählt werden.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Welche Themen stehen aktuell beim LAFV auf der Agenda?
Gamper: Leider beschäftigen uns derzeit sehr viele regulatorische Themen, da Liechtenstein als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums verpflichtet ist, EU-Regulierungen umzusetzen. Aber da sitzen wir mit allen anderen Verbänden in Europa im selben Boot und ich will nicht jammern, das bringt uns ja schließlich auch den Vorteil des EU-Passporting. Allerdings sind es schon ordentliche Brocken, die laufend aus Brüssel kommen und die wir zu verdauen haben, allen voran die DORA (Digital Operational Resilience Act) Verordnung, AIFMD 2.0, das AML Package zur Geldwäschebekämpfung und die UCITS Eligible Assets Reform. Um es klar zu sagen: Ich bin nicht gegen Regulierung, aber sie muss sinnvoll und effizient sein. Der derzeitige Trend zu überbordender Bürokratie aus Brüssel stellt uns jedoch vor große Herausforderungen.
Parallel dazu arbeiten wir daran, den Fondsstandort Liechtenstein weiter bekannt zu machen. Unser Fokus liegt dabei nicht auf der Ansiedlung großer Fondsgesellschaften, sondern auf unserer Kernkompetenz: Private/White-Label-Fonds für kleinere und mittelgroße Asset Manager sowie Fondsboutiquen. Auch die Vermögensstrukturierung für Family Offices, Stiftungen und vermögende Privatpersonen gehört zu unseren Stärken, die wir weiter ausbauen möchten.

Hill: Da haben Sie jetzt das richtige Stichwort geliefert. Welche Veranstaltungen des Verbands sind noch in Planung? Wo kann man Sie und die Vertreter der liechtensteinischen Fondsbranche in nächster Zeit in Deutschland treffen?
Gamper: Wir sind zusammen mit Liechtenstein Finance auf dem FONDS professionell KONGRESS am 29. und 30. Januar 2025 in Mannheim vertreten. Unser erster Auftritt dort 2024 war ein voller Erfolg – wir waren begeistert, sowohl von der Veranstaltung selbst als auch vom Interesse an Liechtenstein, das wir vorgefunden haben. Etliche Aussteller hatten auch schon liechtensteinische Fonds in Ihrem Angebot, was uns besonders gefreut hat. Wer uns am FONDS professionell KONGRESS besuchen will, findet uns am Stand 162, Ebene 1, in der Nähe der Getränkebar.
Weitere Termine sind der 11. März 2025 in München im Roomers Hotel und der 1. April 2025 in Hamburg im Hotel Vier Jahreszeiten. Das genaue Programm dieser Events ist auf der LAFV-Website (www.lafv.li) verfügbar. Besonders hervorzuheben ist der Vortrag von Michael Feiten, der sich kritisch mit dem Einsatz von KI im Asset Management auseinandersetzen wird. Außerdem wird Reto Degen, Mitglied der Geschäftsleitung der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und Leiter Bereich Asset Management und Märkte, also der Verantwortliche für Fonds und Vermögensverwalter, als Interviewpartner dabei sein.
Im Herbst 2025 planen wir eine weitere Veranstaltung in Frankfurt, der Termin wird noch bekannt gegeben. Neben Vertretern des Verbands werden bei all diesen Terminen auch Ansprechpartner unserer Mitgliedsgesellschaften anwesend sein, mit denen man konkrete Fondsprojekte besprechen kann.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Dialog & Information:

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Foto: Finanzplatz Frankfurt

FRANKFURT & KULTUR: Ausstellung GLEICH MUT, Impressionen – KUNST: Geli von der Schulenburg (GASTBEITRAG, Dr.-Ing. Christian Gross, VDE Rhein-Main e.V.)

Ausstellung GLEICH MUT der Künstlerin Geli von der Schulenburg

in der Galerie Hübner&Hübner vom 26. Januar bis 24. Februar 2024 in Frankfurt am Main

Inspiriert durch die Vernissage der Ausstellung GLEICH MUT der Künstlerin Geli von der Schulenburg am 26. Januar 2024 in der Galerie Hübner & Hübner im Frankfurter Westend bin ich den Spuren ihrer Kunst gefolgt. Der Titel ihrer Ausstellung mit Bildern, die sie im Zeitraum von 2009 bis 2023 gemalt hat, „GLEICH MUT“ war ein erster Hinweis, vielleicht auf die zehnte parami des Buddhismus, Gleichmut (Pali: upekkha). Dieser Begriff steht für eine Geisteshaltung, mit der wir nichts für unsere Hilfe zurückerwarten und gleichgültig gegenüber Freude und Schmerz sind, auch gegenüber Nutzen und Schaden, den wir empfangen. Es ist eine gelassene Haltung, ohne Bewertung.

Geli von der Schulenburg zeigt in ihrer Ausstellung Bilder aus den letzten fünfzehn Jahren ihres Schaffens, kombiniert mit neuen Arbeiten. In unterschiedlichen Serien greift sie kontinuierlich Themen wie Beziehungen des Individuums in der Welt, Erinnerung, Glücksstreben oder Entgrenzung auf. Dabei fließen eigene Erfahrungen, Familiengeschichte und Anregungen aus Kunstgeschichte und Literatur in ihre Bilder ein. Eine besondere Rolle spielt dabei der meist monochrome Hintergrund, der den Ausdruck der Motive intensiviert und zur Aussage der Bilder beiträgt.

Im wiederholten Aufgreifen von Motiven und Themen in Serien entwickelt sie diese inhaltlich und künstlerisch weiter. Die dargestellten Tiere z.B. erhalten dabei eine fast menschliche Mimik, die zum Blickkontakt herausfordert. Und Wachtürme, die die Künstlerin eher als Aussichtstürme oder Grenzhäuser verstanden wissen will, machen in der Form eine sichtbare Wandlung durch, weg von einer Überwachungsanlage, hin zu einem Ort der Grenzüberwindung. Obwohl ihre Motive ruhig und still erscheinen, sind sie voller Energie. Diese innere Bewegung bezieht ihre Lebendigkeit aus einer Reaktion auf die Veränderlichkeit der Welt. Geli von der Schulenburg unterstreicht die Wichtigkeit dieser Aussage mit einem japanischen Zitat, das die Ungewissheit, in der wir leben, als eine höchst wertvolle Konstellation hervorhebt. Sie stellt diese in einen Zusammenhang mit dem titelgebenden Gleichmut und macht den Betrachtenden ein Angebot zur Auseinandersetzung des Ichs mit der Welt [1].

Aus der Zeit, 2009 (Tusche, Acryl, Graphit, Pigmentstifte auf Leinwand, 24 x 18 cm)

Im Katalog zitiert die Künstlerin den deutschen Philosophen und Kulturkritiker Walter Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; † 26. September 1940 in Portbou, Spanien) mit einer Überlegung zum Begriff der Geschichte: „Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist?“

Die Bilder der Serie „Aus der Zeit“ verstärken mit ihren fast monochromen Grau-Weiß-Schattierungen als Rätsel- und Imaginationsfläche einen flüchtigen, fast schattenhaften Eindruck. Dementsprechend ist die stille Gemütsruhe der Bilder der Zeit enthoben. „Die Tiefe des Ausdrucks hat die Künstlerin viele Jahre lang in mehreren Serien entwickelt, in der sie sich Themen wie der Vergangenheits­bewältigung oder des Glücks nähert. Konnte in früheren Arbeiten die Stille ihren Ursprung im erlebten Schrecken haben, rührt die gelassene Ruhe der Gesichter und Körper nun spürbar von einer zurzeit nicht selbstverständlichen Zuversicht her; diese ist in jedem Blick zu spüren [2].“

Dein Lächeln (Faceroom), 2012 (Tusche, Acryl, Graphit, Pigmentstifte auf Leinwand, 70 x 50 cm)

Soziale Interaktion ist nichts Individuelles

Von Geli Schulenburg portraitierte Gesichter aus der Serie Faceroom sind mehr als die Darstellung einer konkreten Person. Sie stehen für soziale Interaktion und emotionale Reifung. Damit bleiben sie ewig wirksam, auch wenn die Erinnerung an eine bestimmte Person längst verschwunden ist. Die emotionale Kraft bestimmt ihre Portraits, nicht der individuelle Zug oder – wenn es sich um religiöse Kunst handelt – der Symbolgehalt. Die Künstlerin fixiert in ihren Portraits das Urmenschliche. Damit öffnet sich ihr Begriff „GLEICH“ als eine Grundeigenschaft des „menschlichen Herzens und Kopfes“ die das „selbe, gleiche und unwandelbare Wesen“ des Menschen und vielleicht auch der Tiere erfasst [3].

Aus familiären Gründen hat Geli die dramatische Geschichte des Diplomaten Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg (1875 – 1944), Großonkel ihres Mannes Stephan kennengelernt. F. W. Schulen-burg hatte sich dem Kreisauer Widerstandskreis angeschlossen und war in die Umsturzpläne gegen Hitler einbezogen gewesen. Im November 1944 wurde er deshalb hingerichtet. Alte Fotos, Briefe, Quittungen, Vermerke, Notizen und andere Dokumente aus seinem Nachlass wurden auf der Burg Falkenberg in der Oberpfalz entdeckt und waren in Frankfurt auf dem Weg ins Bundesarchiv zwischengelagert. In ihrer Wohnung war sie daher über Jahre gewissermaßen verfolgt von den Spuren, den Geistern dieses mutigen Mannes und seiner Lebensgefährtin. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte inspirierte die Künstlerin zu ihrer Serie „Aus der Zeit“ [4].

Altes Boot: Zwischen den Welten

Altes Boot II, 2015 (Tusche, Acryl, Graphit, Ölstift auf Leinwand, 60 x 80 cm)

Neben lebendigen Bildern malt Geli von der Schulenburg auch alte Boote. Dies Bilder lassen viel Raum für die Phantasie des Betrachters. Die kontrastreiche Zweiteilung des Hintergrundes verweist auf eine Reise zwischen den Welten. Die alten Boote sind vom Leben gezeichnet. Mit einer ungeheuren Präsenz sind sie auf einer hoffnungsvollen Reise. Die Boote könnten auch für die Arche Noah stehen, ein Schiff, dass keinen Antrieb und keine Masten braucht. Wenn die alten Boote für einen Zustand des Wartens auf die Sturmflut stehen, gewinnt der Begriff „alt“ eine neue, zeitlose Bedeutung. So gesehen stehen diese Bilder für den Gegensatz von Statik und Dynamik. Melancholie und Schönheit kennzeichnen diese Bilder gleichermaßen. Gerade ihre unausgesprochenen Geschichten machen sie spannend und ausdrucksstark.

Geli von der Schulenburg, Jahrgang 1961, hat Kunst und Architektur in Frankfurt am Main und Darmstadt studiert, lebt und arbeitet in Frankfurt. Im Rahmen ihres Architekturstudiums in den 1980er Jahren in Darmstadt absolvierte sie eine klassische Ausbildung in Malerei und Zeichnen.

Fazit

Die Ausstellung GLEICH MUT der Künstlerin Geli von der Schulenburg ist sehr empfehlenswert. Die Bilder sind kraftvoll, sie leben von einem Spannungsbogen zwischen Dynamik und Statik. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Februar 2024 in der Galerie Hübner & Hübner im Frankfurter Westend zu besichtigen.

[1] „Geli von der Schulenburg: Gleich Mut“ vom 26. Januar bis 24. Februar 2024 in der Galerie Hübner & Hübner

[2] GELI VON DER SCHULENBURG – SO VIEL RUHE

[3] Die Spurensammlerin

[4] Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg

Galerie Hübner & Hübner

Grüneburgweg 71, 60323 Frankfurt

T + 49.69.72 12 81

mobil: +49 173 90 17562

info@galerie-huebner.de

www.galerie-huebner.de

Öffnungszeiten

Di. – Fr.: 14.00 – 19.00 Uhr

Sa.: 10.00 – 14.00 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung

AUTOR

Dr.-Ing. Christian Gross, VDE Rhein-Main e.V.

Vorstandsmitglied – Fachgebiet: IKT

IEEE Consumer Technology Society (CTSoc)

Regional Director EMEA

Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM)

Koordinator der AG1 „Agiles Projektmanagement“

Lehraufträge

FOM Frankfurt am Main „Mangement von Informationstechnologien“

Hochschule Schmalkalden „Projektmanagement“

Gremienarbeit

Mitglied des DIN Gremium NA 147-00-04 AA „Projektmanagement“

Mitglied der DIN ISO Study Group TC258 AHG15

Adresse: Sauerstraße 56

65934 Frankfurt am Main

Mobil ++49 173 753 2462

E-Mail: c.gross63@gmx.net

LinkedIN: Dr-Ing. Christian Gross

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FRANKFURT & KUNST: Ulrich Diekmann im Gespräch über seine Ausstellung „Zeitgeist ?“ in der Galerie Hübner & Hübner – (GASTBEITRAG – Dr.-Ing. Christian Gross, VDE Rhein-Main e.V.)

FRANKFURT RHEIN MAIN & KULTUR: Malerei trifft Skulptur (Gastbeitrag – Dr.-Ing. Christian Gross, VDE Rhein-Main e.V.)

Foto: Pixabay

FINANZPLATZ DEUTSCHLAND: Finanzplatzinitiative Fin-Connect-NRW auf gutem Weg

Gastbeitrag auf Finanzplatz-Frankfurt-Main.de am 01.Februar 2024

„Als größter fossil-basierter Energie- und Industriestandort und als bedeutender Finanzmarktplatz im Zentrum Europas ist Nordrhein-Westfalen zwar am stärksten von den Herausforderungen der Transformation betroffen, hat aber auch die größten Chancen, zum Transformations-Leader Europas zu werden.“ Prof. Dr. Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft (IW; Beitrag auf LinkedIn im Januar 2024)

In der Tat ist die nachhaltige, klimaneutrale und digitale Transformation der Wirtschaft eine große Herausforderung und eröffnet neue Chancen. Um die Transformation zu meistern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, braucht es mehr Innovationen, Investitionen und Finanzierungen. Die Baustellen sind offensichtlich: Neue geopolitische Herausforderungen sind Gamechanger. Längerfristige Entwicklungen wie Demographie und Fachkräftemangel wirken sich aus. Krisenmanagement allein greift zu kurz. Offenheit für Innovationen ist notwendig. Es bedarf attraktiver Rahmenbedingungen und eines gewissen Maßes an Planungssicherheit für die Unternehmen. Die seit Jahren unterdurchschnittliche Investitionsquote muss verbessert werden. Steigende Energiepreise und eine vernachlässigte Infrastruktur treffen NRW und seine industriellen Strukturen. Verwaltungsverfahren sollten beschleunigt werden. Der Transformations-, Investitions- und Finanzierungsbedarf ist groß und privates Kapital muss mobilisiert werden.

Heinz-Joachim Plessentin & Markus Hill (Treffen, 2023 – Frankfurt am Main)


Ein positiver Ansatz zur Verbesserung ist der übergreifende Ausbau des Finanzökosystems durch die Finanzplatzinitiative. Fin-Connect-NRW mit Fokus auf die Transformationsfinanzierung kann hier als Enabler aktiv werden. Die Vergabe der neuen Geschäftsstelle von Fin-Connect-NRW durch das Wirtschaftsministerium NRW an das wettbewerbsneutrale Konsortium aus dem Zentrum für Innovation und Technik in Nordrhein-Westfalen, kurz ZENIT, dem IW und der IHK NRW für die Skalierungsphase ist zu begrüßen. Fin-Connect-NRW kann lösungsorientiert dazu beitragen, die Umsetzung der Transformation in der Praxis und ihre Finanzierung zu unterstützen. Die Vernetzung ist vor allem für mittelständische Unternehmen wichtig, die über keine Stabsabteilungen verfügen und Austausch, Information und Beratung benötigen.

  1. Rückblick auf die Phase I (Anlaufphase)

Die Finanzplatzinitiative Fin-Connect-NRW wurde am 15. Juni 2020 unter der Leitung von Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart im Rahmen eines Spitzengesprächs mit der Kreditwirtschaft gegründet. Eine starke Realwirtschaft braucht einen starken Finanzplatz. Arbeitsgruppensitzungen und Gespräche über ein Jahr hatten zu einem schlüssigen Konzept geführt. Kern des Konzeptes war von Anfang an, übergreifend den „Bogen“ von der Wissenschaft über die Finanzwirtschaft (Kreditwirtschaft, Versicherungswirtschaft, Börse, Private Equity) zu den Unternehmen der Realwirtschaft (IHK NRW) zu spannen. In der konkreten Entscheidungssituation überzeugte souverän der Minister über Einzelinteressen hinweg. Motto: „Mit Fin-Connect-NRW ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile.“

Als besonders hilfreich erwies sich ebenfalls ein Gutachten, „Treiber“ zu bestärken und „Bremser“ auf dem Weg mitzunehmen. Auch in der Startphase von Fin-Connect-NRW war das Gutachten des IW wichtig, das gemeinsam von den Verbänden der Kreditwirtschaft, der NRW-BANK und dem NRW-Wirtschaftsministerium vergeben wurde und erstmals den Investitions- und Finanzierungsbedarf für die Transformation in NRW quantifizierte.

Das IW schätzt den Investitionsbedarf für die klimaneutrale und digitale Transformation allein für NRW auf 70 Milliarden Euro pro Jahr (IW-Gutachten „Transformation in NRW. Wie lässt sich die digitale und klimaneutrale Transformation der Unternehmen in NRW am besten finanzieren?“). Darin sind sowohl Zusatz- als auch Ersatzinvestitionen enthalten. Aus heutiger Sicht sind es eher 80 Mrd. Euro pro Jahr. Der überwiegende Teil wird privat finanziert werden müssen. Die Banken können das nicht alleine stemmen, auch der Kapitalmarkt muss besser genutzt werden. Die Herausforderung bei der Transformationsfinanzierung besteht vielfach darin, Kapitalangebot und -nachfrage besser zusammenzubringen („Matching“). Das IW-Gutachten gibt Handlungsempfehlungen.

In der Diskussion um die Stärkung des Finanzplatzes und der Transformationsfinanzierung kommt der Deutschen Bundesbank eine große Bedeutung zu. Erwähnenswert ist auch, dass die Finanzplatzinitiativen an den anderen deutschen Finanzplätzen schon Jahre früher gestartet sind. Fin-Connect-NRW wurde Anfang 2021 Gründungsmitglied von Germany Finance, der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Finanzplätze.

In der Corona-Phase wuchs das Bewusstsein, dass es mehr Gemeinsames als Trennendes gibt. Das Momentum wurde genutzt und es gelang Fin-Connect-NRW, in kurzer Zeit ein Netzwerk von rund 30 Kooperationspartnern aufzubauen. Branchenübergreifende Vernetzung kann gemeinsam zu neuen Lösungen beitragen und bietet einen Mehrwert. Die Finanzwirtschaft ist Teil der Lösung. Gerade angesichts der sehr begrenzten personellen Ressourcen von Fin-Connect-NRW – das Wirtschaftsministerium NRW ging voran und koordinierte die Finanzplatzinitiative  – waren dabei oft gewachsene persönliche Kontakte, Vertrauen und Wertschätzung sowie übergreifende Erfahrung entscheidend.

Innovation und Kooperation eröffnen Chancen und helfen, Zukunft mitzugestalten, Potenziale zu entfalten und den Finanzplatz besser sichtbar zu machen. Fin-Connect-NRW gibt neue Impulse und führt seit 2020 mit seinen Kooperationspartnern lösungsorientierte Veranstaltungen durch, um unterschiedliche Akteure übergreifend zusammenzubringen, zu sensibilisieren, praxisnah zu informieren und Wissen zu vermitteln. Dazu dienen auch die Website und der vierteljährlich erscheinende Newsletter. Der Austausch hat zu neuen Lösungen beigetragen und Projekte angestoßen.

Vielfalt ist ein Vorteil am Finanzplatz und entspricht der mittelständischen Wirtschaftsstruktur. Unternehmen sind gut beraten, die Zukunftschancen der Transformation zu nutzen. Eine Umfrage zeigt, dass Großunternehmen die Chancen für ihre Wettbewerbsfähigkeit „auf dem Schirm“ haben. Bei kleinen und mittleren Unternehmen besteht häufig Informationsbedarf, damit sie die für sie passende Transformationsstrategie gemeinsam mit ihren Finanzpartnern finden.

In Phase I wurde das Fundament erfolgreich aufgebaut. Im Kreise der deutschen Finanzplatzinitiativen hat Fin-Connect-NRW mit dem Fokus auf der Transformationsfinanzierung ein Alleinstellungsmerkmal.

  1. Ausblick auf die Phase II (Skalierung)

Die Entscheidung zum Start der Phase II wurde von Ministerin Mona Neubaur souverän getroffen. Das NRW-Wirtschaftsministerium stellt die Anschubfinanzierung zur Verfügung.

Langjährige Erfahrungen zeigen, dass Organisationskulturen sowohl Vorzüge als auch Herausforderungen mit sich bringen können. Um diese Dilemmata zu überwinden, ist neben organisatorischer auch personelle Flexibilität, besonders in der Skalierungsphase, vonnöten. Daher ist es ermutigend zu sehen, dass das Konsortium aus ZENIT, IW und IHK NRW vom NRW-Wirtschaftsministerium beauftragt wurde, die Phase II mittels Outsourcing und Auftragsvergabe durchzuführen (Start zum 01. November 2023). Das Konsortium ist in der Lage, sich auf die Lösungsorientierung zu konzentrieren und maßgeschneidert zu handeln.

Für diese anspruchsvolle Aufgabe ist eine fundierte Erfahrung und Kompetenz, gerade auch im Bereich von Finanzplatzinitiativen, von großem Nutzen, um zeitnah aktiv werden zu können. In die Phase II fällt turnusgemäß ab Januar 2024 die Übernahme der Sprecherfunktion bei Germany Finance für ein Jahr. Es wird sich zeigen, welche Impulse für den Finanzplatz Deutschland und die Transformationsfinanzierung gesetzt werden und es ist sicherlich geplant, dass Germany Finance 2024 eine neue Studie zur Transformationsfinanzierung in Auftrag gibt. Inwieweit Beteiligungen an internationalen und nationalen Präsentationen vorgesehen sind, bleibt abzuwarten.

Die Phase II ist angelaufen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur neuen Phase am 18. Dezember 2023 – die Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums NRW finden Sie hier – stellte die neue Geschäftsstelle von Fin-Connect-NRW sich und die zukünftigen Beteiligungsmöglichkeiten für Stakeholder anhand von Schaubildern vor (Auszüge):

„Claim und Mission Statement: Vernetzen. Informieren. Transformieren. Wir fördern die Vernetzung und bieten Unternehmen und Finanzwirtschaft Know-how an, um die Finanzierung der klimaneutralen und digitalen Transformation in NRW zu unterstützen.“

Ein „Herzstück“ der operativen Arbeit, das Finanzökosystem auftragsgemäß auszubauen, sollen fünf thematische Arbeitskreise bilden („Fachgruppen“). Die Moderation liegt bei der Geschäftsstelle von Fin-Connect-NRW. Die Kooperationspartner sind aufgerufen, in den Facharbeitsgruppen mitzuwirken. Ziel: „Bestehende Partner in die Phase „Ausbau und Professionalisierung“ mitnehmen. Neue Partner ansprechen und in das Netzwerk einbinden.“

Nach dem am 18.12.2023 vorgestellten Projektstand, der noch vorläufig ist, sieht Fin-Connect-NRW 5 Fachgruppen vor, die Wissen zur Transformationsfinanzierung bündeln und systematisch für Unternehmen und Finanzwirtschaft nutzbar machen sollen:

Fachgruppe Finanzökosystem NRW: Partner gewinnen und vernetzen

  • Finanzplatzinitiative
  • Finanzökosystem und Vernetzung
  • Standortmarketing

Fachgruppe Transfer: Know-how für die Transformation vermitteln

  • Bedarfe und Notwendigkeiten Realwirtschaft/KMU
  • Praxisbezogenes Wissen und Handlungsempfehlungen für KMU und Banken
  • Roadshow, Gute-Praxis und Kombination von Finanzierungsinstrumenten

Fachgruppe Digitalisierung: Digitalisierung und Innovation fördern

  • Finanzinnovationen
  • Plattformen
  • Fintechs und InsurTechs

Fachgruppe Finanzierungsinstrumente: Transformationsfinanzierung skalieren

  • Kreditfinanzierung und Kapitalmarkt
  • Verbriefungstransaktionen für kleinere Banken
  • Green Bonds in der Transformationsfinanzierung

Fachgruppe Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit im Finanzsektor fördern

  • EU-Taxonomie und Green Asset Ratio
  • Nachhaltigkeit im Finanzsektor und Unternehmensfinanzierung
  • Auswirkungen von Nachhaltigkeitskriterien in der Aufsichtspraxis

Als Meilensteine sind im 1. Quartal 2024 vorgesehen:

  • Festlegung eines Steuerungskreises (die Kooperationspartner sollen bei strategischen Weichenstellungen einbezogen werden),
  • Festlegungen der Fachgruppen (Ziele, Agenden, Aufgaben, Teilnehmende),
  • Start der neuer Veröffentlichungsreihe mit thematischer Priorisierung,
  • Relaunch der Internetseite, Newsletter, neuer LinkedIn-Kanal,
  • Einzelgespräche / Interviews mit relevanten Akteuren & Institutionen.

An dieser Stelle sei ergänzend auf die Rolle der NRW-BANK als Förderbank des Landes hingewiesen. Förderbanken können durch Anschubfinanzierungen, Förderkredite, Haftungsfreistellungen und als Ankerinvestoren eine wichtige Rolle bei der Transformationsfinanzierung und Risikoverteilung spielen: Die Europäische Investitionsbank, Klimabank der EU, die KfW, Transformationsbank des Bundes und die NRW-BANK mit ihren Förderangeboten und Finanzierungsinitiativen.

Aus langjähriger Erfahrung auch ein zusätzlicher Hinweis auf die Regulierung: Sie verhält sich phasenweise wie ein Pendel. Zu wenig ist nicht angemessen (siehe Finanzmarktkrise), zu viel ist auch nicht gut (engmaschige Regulierung erstickt Innovation und Expertise; Fehlallokationen). Es gibt keine „Weisheit letzter Schluss“ bei den Methoden und Instrumenten – immer wieder muss bei Zielkonflikten neu abgewogen und ein „gesunder Mittelweg“ gefunden werden. Oft lassen sich mit Anreizen bessere Wirkungen erzielen.

  1. Fazit

Es ist entscheidend, die Rahmenbedingungen für Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und ein starkes Finanzökosystem als Chance für Innovation, Investition, Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Digitalisierung zu begreifen. Eine gestärkte Finanzplatzinitiative hat positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort, den Finanzplatz selbst sowie die Finanzierung von Transformationsprozessen. Das kommt besonders mittelständischen Unternehmen zugute. Der langfristige Erfolg wird auch daran gemessen, inwieweit für Fin-Connect-NRW möglichst selbsttragende Strukturen (Phase III) aufgebaut werden können.

Wertschätzung, Vertrauen und Interessenausgleich bilden die Grundlage der Zusammenarbeit. Ein Dank gebührt allen, die zum bisherigen Erfolg von Fin-Connect-NRW beigetragen und die Stärkung der Transformationsfinanzierung entscheidend vorangetrieben haben. Ein besonderer Dank gilt Ministerin Mona Neubaur (Phasen I/II), Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Phase I), den Kolleginnen und Kollegen des Wirtschaftsministeriums NRW sowie den Kooperationspartnern von Fin-Connect-NRW.

In der Phase II wird das Konsortium, bestehend aus ZENIT, IW und IHK NRW, eine führende Rolle übernehmen. Die erfolgreiche Auftaktveranstaltung zur Phase II am 18. Dezember 2023 hat die Zuversicht gestärkt. Das überzeugende Konzept muss nun mit Leben gefüllt werden. Das Konsortium verfügt über personelle Ressourcen, um sich aktiv in die Umsetzungsphase einzubringen und konkrete Projekterfolge zu erzielen.

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LUXEMBURG & NETWORKING: Strategischer Nexus Finanzplatz Luxemburg – Fachwissen, Netzwerke und Private Markets (GASTKOMMENTAR – Thorsten Lederer, Trustmoore)

Luxemburg, im Herzen Europas gelegen, hat sich als globaler Finanzplatz und Fondsstandort etabliert. Abseits seiner malerischen Schönheit und reichen Geschichte zeichnet sich Luxemburg durch ein facettenreiches Zusammenspiel von Fachwissen, weitreichenden Netzwerken und einer florierenden Private Markets-Landschaft aus. In diesem Beitrag untersuchen wir, was Luxemburg als Hub für Private Markets und alternative Investmentfonds besonders macht und beleuchten die dynamischen Beziehungen zwischen persönlichen Netzwerken, der Expat-Community und der florierenden Geschäftswelt des Großherzogtums.

Die Erfolgsformel des Großherzogtums

Die Anziehungskraft Luxemburgs im Bereich Private Markets und alternative Investmentfonds verdankt sich einem regulatorischen Umfeld mit investorenfreundlichem Ansatz. Luxemburg vereint Stabilität und Flexibilität in einem robusten Rahmen, der Innovation begünstigt und das Investorenvertrauen stabilisiert. Diese Ausgewogenheit zieht Vermögensverwalter, Private-Equity-Unternehmen und Hedgefonds an, die einen reibungslosen Zugang zu den europäischen Märkten suchen.

Darüber hinaus bieten Luxemburgs umfangreiche Netzwerke an Doppelbesteuerungsabkommen und EU-Passportrechten einen beispiellosen Zugang zu Investoren und Märkten in der gesamten Europäischen Union. Diese strategische Positionierung hat dazu beigetragen, Kapital nicht nur aus Europa, sondern auch aus anderen Teilen der Welt anzuziehen.

Persönliche Netzwerke: Expats, Locals & Co.

Während regulatorische und logistische Vorteile entscheidend sind, liegt Luxemburgs eigentliche Stärke in seinen verbundenen persönlichen Netzwerken. In einem Land, in dem eine blühende Gemeinschaft von Expatriates und Locals ein Umfeld der Chancen fördert, bilden persönliche Beziehungen oft das Fundament für nachhaltiges Business. Führungskräfte, Finanzexperten und Unternehmer treffen sich in Luxemburg und schaffen ein einzigartiges Miteinander, in dem Ideen, Kapital und Fachwissen nahtlos fließen.

Diese Netzwerke erstrecken sich weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus. Das Großherzogtum dient schon lange als Schmelztiegel von Kulturen und Nationalitäten und zieht Fachleute aus der ganzen Welt an. Diese vielfältige Expatriate- und Geschäftsgemeinschaft schafft eine dynamische Umgebung, die internationale Grenzen überwindet.

Private Markets: Erfolgreiche Navigation made easy

Luxemburgs Können im Bereich Private Markets und alternative Investmentfonds ist unverkennbar. Es hat seinen Status als erstklassiger Standort für alternative Anlagestrukturen wie Private Equity, Immobilien- und Infrastrukturfonds gefestigt.

Hier sind einige Gründe:

Fachwissen: Luxemburg verfügt über einen tiefen, multilingualen Talentpool von Fachleuten mit spezialisiertem Wissen im Bereich alternativer Investments, von Dienstleistern in der Fondsadministration bis zu Rechtsberatern, die das für die Verwaltung komplexer Strukturen erforderliche Fachwissen bereitstellen.

Globaler Fondsvertrieb: Die umfangreichen Netzwerke für den Fondsvertrieb ermöglichen es Fondsmanagern in Luxemburg, auf eine vielfältige Investorenbasis zuzugreifen, ein unschätzbares Gut in der heutigen globalisierten Investmentlandschaft, in der der Zugang zu Kapital von entscheidender Bedeutung ist.

Effizienz: Der effiziente regulatorische Rahmen des Landes, gekoppelt mit seiner hochmodernen und stetig wachsenden Fintech-Infrastruktur, optimiert den laufenden Fondsbetrieb und verbessert die Transparenz, wodurch den Investoren robuste Fondsaufsicht gewährt wird.

Nachhaltigkeit: Luxemburg ist führend in der Förderung von Sustainable Finance, und das Engagement der Regierung für ESG-Prinzipien entspricht dem globalen Wandel hin zu Responsible Investing.

Der Vorteil Luxemburgs im Bereich Private Markets

Die Anziehungskraft Luxemburgs im Bereich Private Markets geht über den Zugang zu Kapital oder günstige Regulierungen hinaus; es ist das lebendige, vernetzte Ökosystem, das Luxemburg wirklich auszeichnet. Der Private Markets-Sektor des Großherzogtums gedeiht aufgrund der engen Beziehungen, welche Geschäftsabschlüsse und Innovation ermöglichen.

Die Rolle der Branchenverbände

Der Erfolg Luxemburgs in der Fondsbranche verdankt sich maßgeblich Branchenverbänden wie der Association of the Luxembourg Fund Industry (ALFI), der Luxembourg Private Equity & Venture Capital Association (LPEA) und auch Luxembourg for Finance als öffentlich-private Agentur. Diese Verbände spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Fondsbranche im Land.

ALFI (Association of the Luxembourg Fund Industry): ALFI ist eine führende Organisation in der Förderung der Luxemburger Fondsindustrie und feierte 2023 ihr 35-jähriges Bestehen. Sie liefert wertvolle Markteinblicke, führt eigenes Research durch und schafft eine kooperative Plattform für Branchenakteure. Die Initiativen von ALFI haben ein ermutigendes Umfeld für Innovation und Wachstum im Fondssektor geschaffen.

LPEA (Luxembourg Private Equity & Venture Capital Association):
 Die LPEA ist wesentlich daran beteiligt, das Private-Equity-Ökosystem in Luxemburg voranzubringen. Die Organisation fördert aktiv den Wissensaustausch, Networking und die Umsetzung von Best-Practice-Ansätzen, um Luxemburgs Position als führenden Standort für Private Markets zu stärken.

Luxembourg for Finance: Luxembourg for Finance spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung Luxemburgs als internationales Finanzzentrum. Die Organisation trägt maßgeblich dazu bei, Finanzinstitute und Investoren anzuziehen, während sie den Dialog zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor erleichtert.

Ausblick in die Zukunft

In der Zukunft bleibt Luxemburg bestens positioniert, um sich in der sich entwickelnden Private-Markets-Landschaft und alternativen Investments erfolgreich zu bewegen. Das Großherzogtum steht an vorderster Front, um aufkommende Trends in der Branche aufzugreifen, darunter deren Digitalisierung und die wachsende Bedeutung von ESG-Kriterien bei Investitionsentscheidungen. Diese zukunftsorientierten Initiativen werden seinen Status als führender Finanzplatz mit globaler Reichweite weiter stärken.

Fazit

Zusammenfassend hat Luxemburg mit seiner besonderen Mischung aus Fachwissen, umfangreichen Netzwerken und einem blühenden Ökosystem für Private Markets seine globale Führungsposition bei alternativen Investments gefestigt. Gestärkt durch seine engen Bindungen zu Expatriates- und Geschäftsgemeinschaften und unterstützt durch Branchenverbände wie ALFI, LPEA und Luxembourg for Finance ermutigt das Geschäftsumfeld Luxemburg Innovation, Zusammenarbeit und umfasst vielfältige Perspektiven.

Thorsten Lederer mit über 25 Jahren Erfahrung im Finanzsektor, darunter Positionen bei Citigroup und ABN AMRO, fungiert Thorsten Lederer derzeit als Senior Advisor bei Trustmoore Luxembourg. Trustmoore ist bekannt für maßgeschneiderte Fondsverwaltungs- und Kapitalmarktdienstleistungen und gehört hier zu den wenigen inhabergeführten Playern im Großherzogtum und insgesamt 11 Standorten weltweit. Herr Lederers Finanzblogs, die Themen wie Distressed Debt Investing, Private Equity Real Estate Investing und DACH Mittelstand Investing behandeln, ergänzen seine bisherigen Auftritte als Moderator und Podiumsteilnehmer auf Konferenzen zu Private Markets.

Thorsten Lederer, Senior Advisor bei Trustmoore Luxembourg

Trustmoore: www.trustmoore.com