WUNDERKAMMER & FRANKFURT: Was Aristoteles mit Mäzenatentum zu tun hat (Gastbeitrag – Prof. Dr. Patrick Peters)

Aristoteles entwickelt in der Nikomachischen Ethik das Konzept der Eudaimonie als einem Kernbegriff der antiken Philosophie. Damit meint er das vollkommene, absolute Gute, das sich in dauerhaften Handlungen vollzieht. Bei näherer Betrachtung wird auch die Verbindung zu Mäzenatentum und Philanthropie deutlich.

Um das Heute zu verstehen, lohnt sich oftmals der Blick in die Vergangenheit. So auch, um sich einem besonderen Verständnis von Mäzenatentum und Philanthropie zu nähern. In diesem Fall reicht der Blick in die Vergangenheit sogar fast 2500 Jahre zurück und führt ins antike Griechenland. Und zwar zu Aristoteles (384 bis 322 vor Christus), dem wohl bekanntesten Schüler des großen Platon. Aristoteles gehört zu den einflussreichsten Philosophen und Naturforschern der Geschichte und hat zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründet oder maßgeblich beeinflusst, darunter Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Logik, Biologie, Physik, Ethik, Staatstheorie und Dichtungstheorie.

Nikomachische Ethik ist die älteste wissenschaftliche Ethik Europas

Eigentlich kann man nicht sagen, dass Aristoteles für etwas besonders bekannt war. Seine überlieferten Werke in Gänze haben die europäische Geistesgeschichte und kulturell-intellektuelle Entwicklung derart geprägt, dass man von jeder Wertung besser Abstand nehmen sollte. Ist die Poetik wichtiger als die Rhetorik, die Metaphysik wichtiger als die Politik? Was im Zusammenhang mit Mäzenatentum und Philanthropie indes als herausragend erscheint, ist die Nikomachische Ethik. Die Nikomachische Ethik (im Folgenden werden Zitate aus der Nikomachischen Ethik mit dem Kürzel „NE“ in Kombination mit dem entsprechenden Buch und Kapitel gekennzeichnet) gilt als die bedeutendste der drei unter dem Namen des Aristoteles überlieferten ethischen Schriften und ist die älteste wissenschaftliche Ethik Europas. Die Bücher V—VIII sind identisch mit den Büchern IV—VI der Eudemischen Ethik.

Das Endziel ist die Erlangung des eigentlichen Guten

Aristoteles entwickelt in der Nikomachischen Ethik das Konzept der Eudaimonie als einem Kernbegriff der antiken Philosophie. Der Begriff geht auf das altgriechische „εὐδαιμονία“ zurück, das so viel bedeutet wie „von gutem Geist“. Gewöhnlich wird Eudaimonie einfach mit „Glück“ oder „Glückseligkeit“ übersetzt. Das ist in der klassischen Philologie und Philosophie umstritten, weshalb der Begriff häufig in der Fachliteratur nicht übersetzt wird. Schon weit vor Aristoteles ist die Eudaimonie ein Basiskonzept in Literatur und Philosophie. So unterscheidet beispielsweise Platon zwischen dem erfreulichen Zustand Eudaimonie als hohem Wert und der Lust („hēdonḗ“), die er als Gut niederen Ranges betrachtet. Mit Eudaimonie meint er das vollkommene, absolute Gute, das in der platonischen Werteordnung höchsten Rang einnimmt.

Diese Haltung nimmt auch Aristoteles ein. in der Nikomachischen Ethik benennt Aristoteles die Eudaimonie als das für einen Menschen höchste Gut, ohne Platon zu kopieren. Denn Aristoteles lehnt die platonische Ideenlehre ab und ordnet die Ziele hierarchisch. Das Endziel ist die Erlangung des eigentlichen Guten, das an der Spitze aller Güter steht. Somit besteht die Hauptaufgabe der philosophischen Ethik darin zu bestimmen, was das höchste Gut ist: „Jede Technik und jede Methode, desgleichen jedes Handeln und jedes Vorhaben zielt, wie es scheint, auf irgendein Gut ab; deshalb hat man das Gute treffend als das bezeichnet, worauf alles abzielt.“ (NE I 1, 1094a)

Das Gute ist ein verbindendes, übergeordnetes Prinzip

In der Wissenschaft herrscht Einigkeit, dass das Gute zugleich ein sittlicher Grundbegriff ist und damit die Frage betrifft, wie man sein und sich verhalten soll. Das Gute zielt damit nicht allein auf Vorteilsmaximierung im Sinne des Wollens und Wünschens ab (vgl. Buchheim, Thomas (1999): Aristoteles. Freiburg/Basel/Wien: Herder, S. 145). Das folgt dem Verständnis, dass Aristoteles das Gute als intersubjektiven Begriff ansieht, der immer relativ auf den Menschen als rationales Wesen abgestellt ist, der sich kontinuierlich im Austausch mit anderen darüber befinde, was gut ist oder eben nicht (vgl. ebd.).

Kurz gesagt: Das Gute ist ein verbindendes, übergeordnetes Prinzip, das sich nicht in Details verstrickt und auch nicht nur in Bruchstücken verstanden werden kann. Der, der wirklich gut sein will, muss dies als Globalziel anerkennen. Es reicht nicht aus, temporär gut zu sein. Das Gute als Zweck des Lebens ist menschliche Handlungsmaxime und identitätsstiftende Kategorie. Es genügt also nicht, tugendhaft und gut sein zu wollen. Die Handlungen müssen diesem Vorsatz entsprechen, um wirklich gut zu sein. Das Gutsein wird zum Maßstab des Handelns.

Freigebigkeit setzt den Besitz von Geldmitteln voraus

Interessanterweise erkennt Aristoteles auch bestimmte Grundbedingungen, um der Handlungsmaxime der dauerhaften guten Tat entsprechen zu können. Das Gute kann sich nur in echten Handlungen vollziehen, die wiederum von der Möglichkeit vorgegeben sind, die dafür notwendigen Mittel vorzuhalten. Freigebigkeit setzt den Besitz von Geldmitteln voraus! Eudaimonie, Glückseligkeit, wird um ihrer selbst willen erstrebt (das sogenannte Ergon-Argument). Alle anderen Güter werden nur benötigt, um dieses Ziel zu erreichen. Damit ist Eudaimonie das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des Handelns und das „Erstrebenswerteste von allem, und zwar so, dass man ihm nichts mehr hinzufügen kann“ (NE I 5, 1097b). Aber es lässt sich nur dann erreichen, wenn die wirtschaftliche Basis abgesichert ist. Wer finanzielle Not leidet, kann sich dem Guten nicht mit voller Kraft zuwenden, da er um die eigene Existenz kämpfen muss.

Mäzene stiften Sinn auf vielen Ebenen

Hierbei wird auch die Verbindung zu Mäzenatentum und Philanthropie deutlich. Ein Mäzen ist bekanntlich eine Person, die einen anderen Menschen, einen Verein oder Einrichtungen mit Geld bei der Umsetzung eines Vorhabens unterstützt, ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen. Dafür wird also persönliches Vermögen benötigt – und zwar der Teil des Vermögens, der nicht zur Deckung der eigenen Bedürfnisse benötigt wird. Im Leben des Mäzens ist also die Unterstützung einer kulturell-künstlerischen Sache die Eudaimonie, das große Gute, der übergeordnete Zweck der Existenz. Mäzene stiften Sinn auf vielen Ebenen. Sie übernehmen Verantwortung für den Kulturbetrieb und werden beispielsweise Teil einer Gemeinschaft, die Musik als Quelle der Inspiration und Lebensfreude auf höchstem Niveau fördert. Das ist die Handlungsmaxime eines Mäzens: für Künstlerinnen und Künstler eine existentielle Unterstützung zu schaffen, um Entfaltung und künstlerisches Schaffen zu ermöglichen. Durch dieses Tun erreichen Mäzene ihre Eudaimonie und beweisen ihren Weg zum Guten im Aristotelischen Sinne.

Somit beschreibt Aristoteles, ohne es zu nennen, in der Nikomachischen Ethik die Grundprinzipien von Mäzenatentum und Philanthropie. Aristoteles fragt sich, wie das Leben zu Eudaimonie führen kann. Die Antwort ist gegeben: durch echte Handlungen, die das Gute fördern, wie es Mäzene tun. Der Sinn des Lebens ist Eudaimonie; diese kann nicht hedonistisch-individualistisch gelingen, sondern allein durch die Kultivierung einer sinnvollen, zweckgerichteten Existenz, um dadurch ein erfolgreicher Mensch zu werden. Mäzene geben durch ihre Wahl des Eudaimonie-Prinzips der Gesellschaft einen nachhaltigen Wert zurück und nutzen damit ihren wirtschaftlichen Erfolg für das übergeordnete Gute.


Dr. Patrick Peters ist Professor für PR, Kommunikation und digitale Medien an der Allensbach Hochschule in Konstanz und befasst sich als Unternehmensberater (Klare Botschaften), Publizist und Wissenschaftler ausgiebig mit Ethik und Kommunikation. Er ist Chefredakteur des Impact Investing-Magazin.

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FRANKFURT & MÄZENATENTUM: „Mäzene und Mäzenatinnen* fördern besonders begabte Personen – z.B. im Bereich Musik – bei der Entfaltung ihres persönlichen Talents und ermöglichen kulturelle Höchstleistungen.

Mäzenatisches Engagement geschieht direkt z.B. durch die Bereitstellung von Instrumenten oder durch Vergabe von Stipendien und zielt im Unterschied zu Sponsoring  nicht auf eine direkte Gegenleistung ab.“

Quelle: www.maezena.de

FINANZPLATZ FRANKFURT: Real Assets, Digital Assets, ESG und Master KVG-Studie – virtuelle Welten, Smarttrainer & isotonische Kaltgetränke (Interview – Alexander Scholz, Telos GmbH)

Real Assets, Digital Assets, Alternative Investments und ESG – viele dieser Themen werden auch in 2022 mit großem Interesse von Asset Management Consultants verfolgt. Markus Hill sprach für Finanzplatz Frankfurt Main mit Alexander Scholz, Telos GmbH, über den aktuellen Fokus von institutionellen Investoren in diesen Anlage-Segmenten und über aktuelle Ergebnisse der Telos Master-KVG-Studie. Abgerundet werden seine Ausführungen durch Gedanken zu virtuellen und realen Welten, Smarttrainer und isotonischen Kaltgetränken.

Hill: Herr Scholz, Sie bei TELOS pflegen ja eine enge Beziehung zu institutionellen Investoren, sind hier konstant im Dialog. Was beobachten Sie aktuell in dieser Anlegergruppe?

Scholz: Wir sehen weiterhin einen ganz klaren Trend zu den sogenannten Alternativen Investments. Neben dem Klassiker Immobilien sind dies nun vor allem Private Debt, Infrastruktur und Erneuerbare Energien. Dies zeigen klar die Ergebnisse verschiedenen Umfragen, die wir durchgeführt haben. Bestehende Quoten sollen ausgebaut werden oder bisherige „Nichtinvestoren“ wollen neu in die Assetklassen einsteigen. Zudem registrieren wir ein steigendes Interesse an intelligenten Risikomanagementstrategien. Gerade der Januar hat wieder gezeigt, dass die Kapitalmärkte nun mal keine Einbahnstraße sind und dass die alte Regel der kommunizierenden Röhren (wenn die Aktien fallen, dann steigen die Renten/Staatsanleihen) nicht immer greift. Hier sind einige statische Sicherungsansätze an ihre Grenzen gestoßen. Das dritte große Thema sind die drei Buchstaben „E“, „S“ und „G“ – also Nachhaltigkeit. Getrieben durch verschiedene Faktoren gewinnt das Thema ESG bei den Investoren immer mehr an Bedeutung und beschäftigt dies zunehmend mehr. Dies betrifft zum einen die interne Seite durch das Entwickeln hauseigener ESG Strategien. Dies betrifft aber auch die externen Partner der Investoren durch die steigenden Anforderungen an deren Leistungsfähigkeit im Bereich Nachhaltigkeit. Gerade beim Thema ESG schauen die Investoren ihren Asset Managern zunehmend kritischer auf die Finger.

Alexander Scholz, Telos GmbH

Hill: Sie betreuen ja auch das Segment der Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) – welchen aktuellen Trends sehen Sie hier derzeit?

Scholz: Auch bei den Administrationsdienstleistern, insbesondere bei den KVGen, spielen Alternatives und Nachhaltigkeit eine große Rolle. Durch die Veränderungen in den Allokationen der institutionellen Investoren mit steigenden Alternative-Quoten stehen die KVGen vor der großen Herausforderung, diese administrieren und in das ganzheitliche Reporting für die Investoren aber auch in das aufsichtsrechtliche Reporting zu müssen. Hier sehen wir deutliche Anstrengungen bei den KVGen, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Die zweite Baustelle ist das Thema ESG. Dies betrifft die KVGen auf verschiedenen Ebenen. Zum einen müssen sie in der Lage sein, die meist individuellen ESG-bezogenen Anlagerestriktionen überwachen zu können. Zum anderen steigen die Anforderungen der Investoren an ein aussagefähiges Nachhaltigkeitsreporting. Hier reicht der Ausweis eines irgendwie berechneten Carbon-Footprint bei Weiten nicht mehr aus. Die Investoren fordern, teils getrieben durch die Aufsicht, wesentliche detailliertere ESG-Reports und Analysen. Dies bedingt oftmals den Bezug der relevanten Daten von mehreren externen ESG-Datenanbietern, was i.d.R. eine kostspielige Angelegenheit ist und wofür die Investoren in der Breite nicht zwingend bereit sind, zusätzliche Gebühren zu zahlen. In unserer aktuellen Telos Master-KVG Studie haben wir diese und weitere interessante Aspekte rund um den Bereich Master-KVG beleuchtet.

Hill: Welche Projekte stehen bei TELOS schwerpunktmäßig in 2022 an?

Scholz: Wenn ich jetzt wieder auf Alternatives und Nachhaltigkeit eingehe, denken Sie vermutlich, ich habe einen Sprung in der Platte. Spaß beiseite, natürlich beschäftigen auch wir uns mit diesen Themen. So analysieren wir Asset Manager, Administrationsdienstleister aber auch Fonds hinsichtlich der Leistungsfähigkeit sowie Umsetzung von ESG. Dabei geben wir jedoch nicht vor, was „gut“ oder „böse“ ist, sondern schauen uns das Thema eher in einem holistischen Verfahren prozessual an, d.h. hat der Asset Manager seine Prozesse und seine Struktur in Bezug auf ESG ausgerichtet. Ein anders spannendes Thema, mit dem wir uns befassen, ist die immer stärkere Digitalisierung im Asset Management. Dies betrifft KI-basierte Investmentstrategien, dies betrifft aber auch völlig neue Fondskonzepte, die in digitale Assets wie Kryptowährungen oder andere Token-basierte Assets investieren. Auch im Bereich der Administration wird dieses Thema zukünftig eine große Rolle spielen, denn durch den Einzug digitaler Asset müssen sowohl KVGen als auch Verwahrstellen ihre Prozesse anpassen und teilweise ihr gesamtes Geschäftsmodell überprüfen. Ansonsten werden wir wieder unsere beiden Investoren-Konferenzen, den Wiesbadener Investorentag am 23. Juni und die Wiesbadener Alternative Konferenz am 13. Oktober durchführen – beides als Präsenzveranstaltung. Zudem werden wir auch die ein oder andere Online-Veranstaltung anbieten, wie z.B. am 3. März zum Thema Private Debt.

Hill: Verlassen wir die berufliche Ebene. Sie sind ja ein begeisterter Radfahrer. Wie sind Sie durch den schmuddeligen Winter gekommen?

Scholz: Auch als Radfahrer habe ich mich inzwischen an ein Leben der virtuellen Welt gewöhnt. Meine Saisonvorbereitung findet inzwischen nahezu komplett im heimischen Keller statt. Hier habe ich die Möglichkeit, auf verschiedenen Online-Plattformen mit meinem Smarttrainer zu trainieren. Dabei kann ich gezielte Trainingsprogramme absolvieren oder auch zur Vorbereitung Strecken virtuell abfahren, die ich später im Jahr real fahren werde. Und wenn ich mich mit anderen Rennradfahrern messen möchte, kann ich an Online-Rennen teilnehmen. Trotzdem ersetzt das natürlich nicht eine Ausfahrt bei sonnigem Wetter mit Freunden in der realen Welt – das gesellige isotonische Kaltgetränk am Ende der Runde eingeschlossen.



TELOS GmbH:
telos-rating.de

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FINANZPLATZ FRANKFURT: 1.000 Prozent Wertzuwachs seit Auflage – Ausdauer zahlt sich aus ACATIS Aktien Global Fonds – Value für Investoren (PRESSE)

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft schafft seit ihrer Gründung 1994 erfolgreich Value für Investoren. Das belegt eindrucksvoll der ACATIS Aktien Global Fonds (Kl. A), der älteste Fonds des Hauses. Fondsmanager Dr. Hendrik Leber erwirtschaftete mit ihm einen Wertzuwachs von 1.000 Prozent seit Performancestart am 21. Mai 1997 (bis 22.11.2021). Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Performance von 10,3 Prozent über 24 1⁄2 Jahre. Der Fonds zeigt eindrücklich, dass Aktien auch über Krisen hinweg langfristig gute Ergebnisse erzielen können. Vermutlich gibt es in Deutschland keinen zweiten Fonds, der eine solche Performance in der konstanten Verantwortung einer einzelnen Person erzielt hat.
Der Vergleichsindex MSCI Welt GDR (EUR) erreichte im gleichen Zeitraum einen Wertzuwachs von 564 Prozent (8,0 Prozent p.a.).

Auch in der Corona-Pandemie hat sich der aktiv gemanagte ACATIS Aktien Global Fonds bewährt. 2020 verzeichnete der Fonds ein Plus von 12,5 Prozent (Vergleichsindex 7,0 Prozent), 2021 beträgt der Zuwachs ytd 38,3 Prozent gegenüber 32,6 Prozent beim Vergleichsindex (22.11.2021).

Das Vorbild für die erfolgreiche Anlagestrategie des ACATIS Aktien Global Fonds ist der Investmentstil des Value Papstes Warren Buffett, den ACATIS stetig weiterentwickelt („Buffett 2.0“). Die Unternehmen werden immer noch anhand fundamentaler Zahlen analysiert, aber wichtig ist besonders die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells. Denn Digitalisierung und Innovationen zerstören klassische Geschäftsmodelle und strategische Burggräben (Moats).
Mit „Buffett 2.0“ sucht Dr. Leber nach neuen Trends und Aktien, die davon profitieren. Das Ziel ist es, die Gewinner von morgen zu identifizieren. Der ACATIS Aktien Global Fonds streut indexunabhängig breit über Länder und Branchen und verwaltet ein Volumen von rund 690 Millionen Euro. Knapp 80 Millionen Euro sind dem Fonds an neuen Mitteln in diesem Jahr zugeflossen. Der Fonds ist in Artikel 8 der EU- Offenlegungsverordnung eingestuft.

Der ACATIS Aktien Global Fonds kann für Anleger interessant sein, die ihren Fokus auf wertorientiertes Anlegen setzen und einen langfristigen Anlagehorizont haben. Auf lange Sicht ist der Einstiegszeitpunkt für den Anleger von nachrangiger Bedeutung. Time schlägt Timing. Zwischenzeitliche Schwankungen und Kursrückgänge können natürlich nicht ausgeschlossen werden.

Über die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH wurde 1994 in Frankfurt am Main gegründet. Die Kernkompetenz des Unternehmens ist das Value Investing nach Benjamin Graham und Warren Buffett, das in den letzten Jahren unter dem Stichwort „Buffett 2.0“ weiterentwickelt wurde. ACATIS betreut heute mehrere Investmentfonds, darunter Aktien-, Misch- und Rentenfonds sowie Mandate. Drei Fonds verfolgen zudem den Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Flaggschifffonds ACATIS Aktien Global Fonds wurde bereits 1997 aufgelegt. Seit einigen Jahren befasst sich ACATIS auch mit Künstlicher Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung im Portfoliomanagement. 2016 erfolgte die erste praktische Anwendung von KI bei ACATIS. Geschäftsführer von ACATIS sind Dr. Hendrik Leber (Portfoliomanagement, Auszeichnung als Fondsmanager des Jahres 2017), Dr. Claudia Giani-Leber (Marketing und PR), Thomas Bosch (Risikomanagement, Compliance, Recht, Interne Revision und Verwaltung) und Felix Müller (Vertrieb). Das Unternehmen verwaltet ein Vermögen von rund 13,4 Mrd. Euro (22.11.2021).


ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH: www.acatis.de
Pressekontakt: Ansgar Wingenter (wingenter@acatis.de)

FINANZPLATZ FRANKFURT: Frankfurt Finance Club vergibt Excellence Award (Prof. Dr. Michaela Hönig, Julia Fetsch, Seghen Gebreyosus – Frankfurt University of Applied Sciences, Markus Hill)

„Der Frankfurt Finance Club vergibt einen Excellence Award für besondere Leistungen an Frau Seghen Gebreyosus, Studierende im Studiengang International Finance an der Frankfurt University of Applied Sciences. Frau Gebreyosus hat in Ihrer Bachelor-Arbeit mit sehr großem Engagement die Anwendbarkeit und das Erfolgspotenzial der digitalen privaten Kryptowährung Diem/Libra des Facebook-Konzerns untersucht. Hierzu wurde ein Modell erarbeitet, das die makro-, sozioökonomischen, demografischen und infrastrukturellen Faktoren in den Entwicklungsländern auswertet. Die Studentin hat einen sehr umfangreichen Datensatz mit 17 Parametern und 143 Ländern erstellt und über 2400 Werte mit einem Ranking und einer Gewichtung analysiert, so Prof. Hönig, die mit Prof. Dr. Lutz Anderie Gutachterin der Arbeit ist. Neben der empirischen Untersuchung wurden auch qualitative Hintergrundinterviews mit volkswirtschaftlichen Experten geführt. Auch diese würdigen ebenfalls das sehr gute Ergebnis der Arbeit, betont Julia Fetsch 1. Vorsitzende des Clubs, die den Award mit Markus Hill vom Finanzplatz Frankfurt übergeben hat. Frau Gebreyosus kam zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit einer hohen Partizipation an einer Facebook-Kryptowährung in Asien, insbesondere Süd-, Ost- und Südostasien, sowie Mittel- und Südamerika am größten sei. Anders als erwartet, ist das Erfolgspotenzial auf dem afrikanischen Kontinent, wo die Nachfrage nach alternativen Finanzdienstleistungen und die Signifikanz finanzieller Inklusion am größten sind, sehr gering. Wichtige Faktoren für das Erfolg von Diem/Libra sind vor allem eine fortgeschrittene digitale Infrastruktur, ein flexibles Wechselkursregime, ein großes Volumen an grenzüberschreitenden Zahlungen und eine weitverbreitete Nutzung von Facebook Apps.“ 

Von links nach rechts:  Markus Hill, 1. Vorsitzende Frankfurt Finance Club Julia Fetsch, Preisträgerin Seghen Gebreyosus, Prof. Dr. Michaela Hönig

Frankfurt Finance Club: www.frankfurtfinanceclub.de

Frankfurt University of Applied Science: www.frankfurt-university.de

Quelle: LinkedIn

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FINANZPLATZ FRANKFURT MAIN: Sind Fondsboutiquen die Gewinner der COVID-Krise? – Alternative Anlageklassen, ESG, „Alter Mann & Nylonklamotten“ etc. & Veranstaltungshinweis „Wiesbadener Alternative Konferenz“, 4.11.2021 (Interview – Alexander Scholz, TELOS GmbH)

„Achtsamkeit bedeutet, dass wir ganz bei unserem Tun verweilen, ohne uns ablenken zu lassen“ (Dalai Lama). Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Alexander Scholz, TELOS GmbH, über Themen wie Fondsboutiquen & COVID-Krise, „Webinar-Müdigkeit“ versus Persönliches Gespräch sowie über ESG und die Bedeutung der sogenannten Alternativen Anlageklassen in diesem Asset Manager-Segment. Zusätzlich wurden Themen wie „Alter Mann & Nylonklamotten“, Taunus und Giro d’Italia diskutiert (Veranstaltungshinweis: Wiesbadener Alternative Konferenz, 4.11.2021).

Hill: Herr Scholz, Sie führen mit TELOS regelmäßig Markterhebungen bei institutionellen Investoren durch. Gibt es darunter auch gezielte Untersuchungen bezüglich spezialisierter, kleinerer Asset Management Fondsboutiquen?

Scholz: Speziell auf kleinere Asset Management Gesellschaften ausgerichtete Markterhebungen führen wir nicht durch. Aber in der seit 2004 jährlich Zufriedenheitsstudie, in der institutionelle Investoren bezüglich ihrer Zufriedenheit mit ihren Asset Managern befragt werden, differenzieren wir zwischen drei Größenklassen – „Große Asset Manager“ (ab 150 Mrd. Euro AuM), „Mittlere Asset Manager“ (51 bis 150 Mrd. Euro AuM) und „Kleinere Asset Manager“ (bis 50 Mrd. Euro AuM). Insofern haben wir zumindest im Punkt Anlegerzufriedenheit eine lange Datenhistorie.

Alexander Scholz, Geschäftsführer und Gesellschafter der TELOS GmbH
Alexander Scholz, Geschäftsführer und Gesellschafter der TELOS GmbH 

Hill: Das klingt spannend. Wie schlagen sich die Fondsboutiquen im Vergleich zu den anderen Kategorien?

Scholz: In den Anfängen waren die kleineren Asset Manager noch deutlich unterrepräsentiert bei den Nennungen. D.h. sie haben in den Portfolien der institutionellen Anleger kaum eine Rolle gespielt. Dies hat sich aber in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Inzwischen macht die Gruppe der kleineren Asset Manager mehr als ¼ der Nennungen aus. Dies zeigt klar, dass die Fondsboutiquen von institutionellen Investoren immer mehr akzeptiert und ausgewählt werden.

Hill: Wie verhält es sich denn mit der Zufriedenheit der Investoren mit „ihren“ Fondsboutiquen? Kann man diese eher unter die Kategorie „es war ein netter Versuch“ einstufen oder wird die Qualität der Fondsboutiquen positiv eingestuft?

Scholz: Auch hier zeigt sich ein klar positiver Trend. Die Zufriedenheitswerte haben sich über die Zeit immer weiter verbessert. Gerade in der jüngst durchgeführten Befragung hat sich dieser Trend nochmals beschleunigt. Insbesondere in den kundenbezogenen Kriterien wie Kundenbetreuung und -beratung oder der proaktiven Ansprache haben die kleineren Asset Manager besser abgeschnitten als die beiden größeren Kategorien. Offensichtlich konnten die kleineren Asset Manager ihre Flexibilität und Individualität in der COVID-Phase sehr gut ausspielen.

Hill: Haben Sie eine Vermutung woran das liegen könnte?

Scholz: Ohne es genau zu wissen, aber eventuell liegt es an der Abwesenheit der Kundenbetreuung durch die Homeoffice Regelung. Bei kleineren Asset Manager waren die Mitarbeitenden oftmals eher im Office als bei den größeren Häusern mit ihren Großraumbüros. Die großen Anbieter haben dafür verstärkt auf Online-Betreuung, z.B. über Webinare, gesetzt. Dies wurde auch in der Anfangszeit positiv seitens der Investoren aufgenommen. Im Laufe der Zeit wurde dies aber zur Routine und der „Reiz“ des Neuen ging verloren. Ich denke, die Investoren haben sich zunehmend nach einem individuellen, persönlichen Gespräch gesehnt.

Hill: Mann könnte also sagen, dass die Fondsboutiquen die Gewinner der COVID-Einschränkungen sind.

Scholz: In Teilen sicherlich. Dennoch war und ist in Teilen immer noch die Situation auch für die Fondsboutiquen schwierig. Die meisten Investoren haben freie Mittel bei Bestandsmanagern allokiert. Neue Kunden zu gewinnen ohne persönliche Meetings ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Aber nach vorne blickend können die kleineren Asset Manager sicherlich von ihrer größeren Kundennähe profitieren.

Hill: Wie sieht es bei anderen Kriterien aus? Haben sich die Fondsboutiquen auch dort verbessert?

Scholz: Ja, das ist so. Z.B. im Bereich ESG-Kompetenz haben sich die kleineren Asset Manager deutlich verbessert. Auch beim Reporting ist die Zufriedenheit der institutionellen Anleger gestiegen. Dies zeigt, dass sich die Fondsboutiquen zunehmend professioneller aufstellen und sich auf die Anforderungen institutioneller Anleger einstellen.

Hill: TELOS agiert auch als Consultant und unterstützt institutionelle Anleger bei der Managerselektion. Wie nehmen Sie hier die Fondsboutiquen wahr?

Scholz: Durch die immer komplexer werdende Asset Allokation der institutionellen Investoren mit immer mehr Anlageklassen und -strategien rücken auch hier spezialisierte Fondsboutiquen stärker in den Fokus. Dies trifft auf spezielle Anlagestile oder Konzepte im liquiden Bereich zu, aber insbesondere auch auf die sog. „Alternativen Anlageklassen“ wie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity oder Private Debt zu. Gerade hier kommen spezialisierte Fondsboutiquen verstärkt zum Zuge. Dies zeigt sich übrigens auch bei den Nennungen im Rahmen der Zufriedenheitsbefragung.
Übrigens stoßen auch auf unseren Investorenkonferenzen, wie z.B. der Wiesbadener Alternative Konferenz am 4. November, die Vorträge der teils noch nicht so bekannten Fondsboutiquen auf großes Interesse der Anleger.

Hill: Alles in allem also ein sehr positives Bild für Fondsboutiquen. Herr Scholz, erlauben Sie mir noch eine Frage abseits des beruflichen Alltags. Mit was beschäftigen Sie sich außerhalb der Geschäftswelt?

Scholz: Als Mitglied der Midlife-Crises-Generation verbringe ich den Großteil meiner Freizeit auf dem Rennrad – quasi „alter Mann in engen Nylonklamotten“. Dabei kann ich die Natur genießen und bekomme den Kopf frei. Zum Glück teile ich das Hobby mit meiner Frau, so dass wir häufig gemeinsame Ausfahrten im Taunus und Umgebung machen. Auch im passiven Bereich dominiert das Thema Rennrad bei mir. Zum Beispiel lese ich gerade das Buch „Pellegrina: Eine italienische Radsportwallfahrt“. In dem Buch beschreibt eine Journalistin ihre Eindrücke von einer Pilgerfahrt zu den Wallfahrtsorten des Giro d’Italia. Für Radsport- und Italienfans wirklich zu empfehlen.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.


Alexander Scholz ist Geschäftsführer und Gesellschafter der TELOS GmbH. Vor seinem Eintritt bei TELOS im Juni 2016 war er stellvertretender Leiter Institutional Sales bei GAM Deutschland. Insgesamt verfügt er über mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung aus den Bereichen Asset Management Consulting, Fonds- und Investmentanalyse, Investment Controlling und Reporting, Portfolio Management und Kundenbetreuung bei Asset Management Gesellschaften und Banken.

VERANSTALTUNGSHINWEISWiesbadener Alternative Konferenz
„Mit der Wiesbadener Alternative Konferenz tragen wir dem gestiegenen Interesse institutioneller Investoren an alternativen Assetklassen wie Immobilien, Infrastruktur, Private Debt, Private Equity aber auch den sog. ‚Liquid Alternatives‘ Rechnung und bieten Investoren ein entsprechendes Forum zum Informationsaustausch und zur Informationsbeschaffung.“

VERANSTALTUNG FÜR INSTITUTIONELLE INVESTOREN (4.11.2021 – INFORMATION / AGENDA / ANMELDUNG): Wiesbadener Alternative Konferenz 2021

Quelle: LinkedIn

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Nachhaltige Metzler-Aktienfonds erhalten höchste Bewertung beim FNG-Siegel

Am 25. November 2021 wurden die FNG-Siegel vergeben – der Qualitätsstandard für nachhaltige Investmentfonds im deutschsprachigen Raum, entwickelt vom FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. Sechs Aktienfonds von Metzler Asset Management erzielten jeweils das beste Resultat von drei Sternen. „Wir freuen uns über die sehr gute Bewertung unserer Aktienfonds. Unsere langjährige Erfahrung beim Thema Nachhaltigkeit ermöglicht es uns, unseren ESG-Ansatz konsequent und stetig weiterzuentwickeln – im Einklang mit den steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen von Anlegern“, so Oliver Schmidt, Deputy Chief Investment Officer, Metzler Asset Management GmbH. Daniel Sailer, Co-Head Sustainable Investment Office, ergänzt: „Das FNG-Siegel hat sich als Orientierungshilfe im Markt für nachhaltige Geldanlagen etabliert. Die Bestnote für die Metzler-Aktienfonds bestärkt uns in unserem ESG-Ansatz.“
 
Die mit dem FNG-Siegel verbundene externe und unabhängige Nachhaltigkeitszertifizierung erfolgt jährlich. Auditor des FNG-Siegels ist die Research Group on Sustainable Finance der Universität Hamburg, unterstützt und begleitet von der Qualitätssicherungsgesellschaft Nachhaltiger Geldanlagen (QNG) sowie einem unabhängigen Komitee mit interdisziplinärem Expertenwissen.

FNG-Siegel: Umfassende Bewertungskriterien

Mit mehr als 80 Fragen werden unter anderem der Investmentprozess, die ESG-Research-Kapazitäten und der begleitende Engagement-Prozess analysiert. Darüber hinaus spielen das ESG-Reporting und die Einbindung von Stakeholdern eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Nachhaltigkeitsfonds, die sich in den Bereichen „institutionelle Glaubwürdigkeit“, „Produktstandards“ und „Portfolio-Fokus“ (Titelauswahl, Engagement und Key-Performance-Indicators – KPIs) besonders hervorheben, können bis zu drei Sterne erhalten.
 
Mit jeweils drei Sternen ausgezeichnet wurden die Publikumsfonds

  • Metzler European Dividend Sustainability (Class A: IE00BYY02855)
  • Metzler European Growth Sustainability (Class A: IE0002921868)
  • Metzler European Smaller Companies Sustainability (Class A: IE0002921975)
  • Metzler Global Equities Sustainability (Class A: IE0003723560)
  • Metzler Global Growth Sustainability (DE0009752253)
  • Metzler German Smaller Companies Sustainability (A: DE0009752238)

Metzler Asset Management: Dem Thema Nachhaltigkeit verpflichtet

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der Metzler Asset Management GmbH seit über 20 Jahren eine wichtige Rolle. Das Unternehmen zählt seit 2012 zu den Unterzeichnern der UN Principles of Responsible Investment (UN PRI) und ist im November 2021 der „Net Zero Asset Managers Initiative“ beigetreten. Inzwischen setzt der Asset-Manager in einem mehrstufigen Prozess bei allen fundamental und diskretionär gesteuerten Aktien-, Renten- und Multi-Asset-Fonds eine vollständige ESG-Integration um; die Metzler-Sustainability-Fonds sind entsprechend Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert. Der indexnahe Publikumsfonds Metzler Global Ethical Values reduziert den CO2-Fußabdruck im Portfolio durch klimarelevante Ausschlusskriterien deutlich, berücksichtigt strenge ESG-Kriterien ethisch-nachhaltiger Investoren und entspricht somit Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung.
 
Der ESG-Ansatz von Metzler Asset Management umfasst neben Engagement auch detaillierte ESG-Reportings sowie Beratungsleistungen. In institutionellen Mandaten werden die vielschichtigen kundenspezifischen Anforderungen an die nachhaltige Kapitalanlage berücksichtigt – jederzeit abgestimmt auf das individuell gewünschte Rendite-Risiko-Profil des Portfolios. Der Anteil nachhaltiger Kapitalanlagen an den Assets under Management beträgt mittlerweile 61,5 % und belief sich per 31. Oktober 2021 auf 33,7 Mrd. EUR.



 
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit sowie zu Strategien von Metzler Asset Management unter:
www.metzler.com/asset-management
www.metzler.com/esg

Weitere Informationen zu FNG unter: http://fng-siegel.org

Ansprechpartnerin für Presseanfragen:

Cathrin Brass
069 2104-1459
cbrass@metzerl.com

HESSEN & MITTELSTAND: „Ownership Approach“, ESG und Nachhaltigkeit in Familienunternehmen (Interview – Florian Riedel, Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik)

„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Wer von erfolgreicher Vermögensanlage von Family Offices und Fondsboutiquen spricht, hat schnell die Worte „Langfristdenke“ und „Nachhaltigkeit“ im Mund. Grund für Markus Hill mit dem Familienunternehmer Florian Riedel, in dritter Generation Mitinhaber der Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik aus Bad Karlshafen im äußersten Norden Hessens, über Nachhaltigkeit und Realwirtschaft zu sprechen.

Hill: Nachhaltigkeit wird in der Finanzbranche derzeit häufig mit „Impact Investing“ gleichgesetzt. Wie sieht das ein Familienunternehmer?

Riedel: Impact Investing kann wichtige Akzente setzen, wird aber unsere Welt allein nicht retten. Das liegt schon in der Tatsache begründet, dass Impact Investing nur einen kleinen Teil der Assets, die CO2 emittieren, adressieren kann. Ein kleiner Ziegeleibetrieb in Indien oder ein Kohlekraftwerk im chinesischen Staatsbesitz kann nicht mit Kapitalmarktinstrumenten erreicht werden. Ich bin der Meinung, dass nur Eigentum zu einem pfleglichen Umgang mit der Umwelt, den Ressourcen, mit allem anregt. „Ownership Approach“ und „Skin in the game“ sind Schlagworte, die einem dabei möglicherweise einfallen. Der studierte Volkswirt, was wir ja beide sind, würde von der „Internalisierung externer Effekte“ sprechen. Am Ende geht es immer um das Gleiche: Handle so, als wäre es Dein Eigentum. Und wenn neben „Skin“ auch noch die eigene Gene im Spiel sind, zum Beispiel in Form der eigenen Nachkommen, wird es wirklich nachhaltig.

Hill: Was ist das Besondere an einem Familienunternehmen?

Riedel: Der Name sagt es eigentlich schon. Es ist der Familien- und Mehrgenerationenansatz. Mehrere Studien belegen, dass Familienunternehmen sehr großzügig in den Ausbau des Geschäfts und in Forschung und Entwicklung investieren, gerade weil der Investitionshorizont nicht nur bis zum Renteneintrittsalter oder bis zum Ende einer Bestellungsperiode eines Vorstands reicht. Der Unternehmer, der sein Unternehmen so aufstellt, dass die folgende Generation es weiterführen kann und das als Kern seiner unternehmerischen Verantwortung begreift, handelt nachhaltig. Darüber hinaus muss er innovativ sein, damit er etwas zum Vererben hat. Bei ihm sind es nicht die Aktienoptionen, die man dem Manager als Anreiz zugesteht, damit er sich nicht wie ein Beamter, sondern wie ein Unternehmer verhält, sondern der Gedanke an die eigenen Kinder.

Hill: Die angesprochenen Studien zeigen auch, dass Familienunternehmen börsennotierte Unternehmen bezüglich der Rendite schlagen. Sind also Familienunternehmen attraktive Investments?

Riedel: Ein Investor sieht in einem Familienunternehmen ein attraktives Übernahmeziel, wird vielleicht noch 5 Jahre mit dem Unternehmer als Minderheitsgesellschafter zusammenarbeiten und dann seinen Exit anstreben. Für das Familienunternehmen bedeutet dieser Exit-Druck aber, dass es kein Familienunternehmen mehr ist, sobald klar ist, dass ein Verkauf in der mittleren Zukunft ansteht. Da zerbricht also genau das, was vorher das Besondere an dem Unternehmen war. Eine aktive Zusammenarbeit zwischen Investor und Familienunternehmer könnte sehr fruchtbar sein, sofern die Anforderungen bezüglich des Wunsches nach Kontrolle seitens der Unternehmerfamilie und der Mehrgenerationenaspekt hinreichend gewahrt bleiben. So könnte der Finanzinvestor wirklich von den Familienunternehmenseigenschaften profitieren und das Familienunternehmen von der finanziellen Stärke des Finanzinvestors. Solche Modelle sind leider viel zu selten.

Hill: Dann werden wir doch mal konkret: was hat ein Finanzinvestor davon, in ein Familienunternehmen einzusteigen und was hat das Familienunternehmen davon? Wie spielen die beiden zusammen?

Riedel: Der Finanzinvestor hat seine – hoffentlich tatsächlich realisierbare – Überrendite gegenüber dem Investment in eine beispielsweise börsennotierte Gesellschaft. Die wird er auch brauchen, allein wegen der Illiquidität seines Investments. Dafür hat er nicht das Problem, sein Investment nach einigen Jahren verkaufen und dann auch noch eine Wiederanlagemöglichkeit suchen zu müssen. Und was das Beste ist: er eröffnet sich ein komplett neues Universum von Anlagemöglichkeiten, welches ihm anderenfalls verschlossen bliebe. Das Familienunternehmen auf der anderen Seite kann Investitionen stemmen, die sonst vielleicht völlig außerhalb des realisierbaren stünden. Beispielsweise die Übernahme eines Wettbewerbers aus den USA oder den Bau einer neuen Fabrik in China. Mit einem Finanzinvestor wird es realisierbar, aber deswegen das Unternehmen zu verkaufen? Da bleibt so manche hervorragende Idee auf der Strecke, weil sich die Zielkoordinaten der beiden nicht in Übereinstimmung bringen lassen. Es braucht also auf beiden Seiten den Willen zur kreativen Gestaltung, zum Dialog. Mit standardisierten Ansätzen wird man diesen Antagonismus nicht lösen können. Das bedeutet natürlich auch, dass der Familienunternehmer bereit sein muss, dem Finanzinvestor durch Informations- und Kontrollrechte eine Mitgestaltungsmöglichkeit einzuräumen. Er sollte mitdenken und mitentscheiden, denn er hat mutmaßlich Kompetenzen, die der Familienunternehmer typischerweise nicht hat.

Hill: Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage nach der Nachhaltigkeit: Sie haben in Ihrem Beispiel vom Bau einer Fabrik in China gesprochen. Wie nachhaltig ist nach Deiner Meinung eine Investition in China, vor dem Hintergrund von Know-how-Abfluss, der Erfahrung von Corona und Umweltaspekten?

Riedel: Es ist nicht so, dass Chinesen weniger vertrauenswürdige Menschen wären, auch wenn immer wieder dieser Eindruck in Europa und den USA vermittelt wird und sich leider auch in vielen Köpfen festgesetzt hat. Schlechte Erfahrungen gibt es viele, aber es gibt weit mehr positive Erfahrungen. Ich kenne einen Fall eines Herstellers von Tiernahrung, der es geschafft hat, sein Know-how zu schützen und ein sehr erfolgreiches Joint-Venture mit einem Chinesischen Unternehmer zu gründen. Ohne ein Fachmann auf dem Gebiet der Tiernahrung zu sein, denke ich immer, dass es doch nicht schwer sein kann, Tiernahrung nachzuahmen. Es gibt also Erfolgsgeschichten.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir mit Ausbruch der Pandemie ohne unsere Chinesische Tochtergesellschaft und deren Lager massive Schwierigkeiten gehabt hätten, unsere Kunden in China zu beliefern. Umgekehrt waren wir in der Lage aus China größere Mengen Mundschutzmasken für unsere Mitarbeiter und die Stadtverwaltung zu besorgen. Das zu einer Zeit, in der Feuerwehrleute in Deutschland von amtlicher Seite eine Bastelanleitung für Masken als einzige Unterstützung erhalten haben.
Ich halte Globalisierung für eine grundsätzlich positive Sache, auch für die Umwelt. Der Austausch von Wissen, zum Beispiel bei der Reduzierung von Industrieabgasen, kann am leichtesten befördert werden, wenn Direktinvestitionen in Anlagen stattfinden und dieses Know-how gleich mit implementiert wird. Es liegt vor allem in der Verantwortung der Staaten, den richtigen Rahmen abzustecken. Das sollte bitte nicht vergessen werden.

Hill: Was lesen Sie zurzeit?

Antwort: ich lese immer mehrere Bücher parallel. Derzeit beschäftigen mich am meisten die Sachbücher “Enlightment Now“, von Stephen Pinker und „Regency Revolution“ von Robert Morrison. Grade habe ich nach vielen Jahren das Buch „The Black Swan“ von Nassim Nicolas Taleb wiedergelesen.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.


Florian Riedl ist Head of International Business, Sales and Finance bei Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik.

Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik: www.krebs-riedel.de/

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FINANCIAL CENTRE FRANKFURT: ESG, digital infrastructure, innovation & „Frankfurt ecosystem“ (Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group)

stakeholders in frankfurt

Europe in general and Germany, in particular, are not taking the easy way out when it comes to shaping a sustainable future. As generally accepted as the UN’s sustainability goals are, as much as the words Ecological – Social – Governance (ESG for short) are on everyone’s lips, the attitudes and actions on how these are to be achieved diverge.

In Germany in particular, there is an immense will to fulfill the goals set in all areas and in the best possible way – technical progress should be egalitarian, democratic, and in line with data protection; the energy turnaround should protect the environment without jeopardizing economic growth. We are trying to solve and overcome the conflicting goals and limits that we inevitably come up against with a great deal of (technical) expertise and even more capital investment.

In the area of digitization and its underlying infrastructure, the ambivalence becomes even clearer. On the one hand, this is a key building block for ESG: be it the replacement of the business trip by a virtual meeting, online access for educational purposes in the countryside, or information on the actions of public authorities freely available on the Internet – to name just three examples. On the other hand, digitization consumes large amounts of resources, be it electricity for data centers or rare-earth for batteries and devices. It also sets new hurdles in social and professional participation and is subject to criticism due to data collection and analysis, especially by (American) large corporations.

Unfortunately, the „solution“ to this tension often amounts to stagnation – regulatory requirements alienate investors, NIMBY (Not in my Backyard) protests prevent or delay critical projects, and processes are not digitized „for data protection reasons. The fact that this ultimately helps neither the climate nor society seems to be of secondary importance.

In Frankfurt, a city that has evolved from a banking capital to the data capital of the EU, the challenge is evident in practice: despite the unquestionable availability of capital, expertise, and infrastructure, the city on the Main is neither at the smart city level (Hamburg) nor among the top startups (Berlin/Rhein-Ruhr/Munich) in Germany, let alone in Europe. The city also struggles with its role as the (world’s largest) Internet hub and important data center location – difficult energy supply, unused waste heat, displaced businesses – to name just a few points of criticism.

Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group
Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group

The new governing coalition in the city parliament is striving to remedy the situation with a digitization strategy on the one hand and regulatory requirements on the other, and in doing so is taking the operators of the data centers to task, for example on the issue of waste heat. The new Telehouse Datacenter in Kleyerstraße is already a pilot project in which waste heat from the data center is to be used to heat a new development in cooperation with Mainova. However, this – very positive – example is not a one-size-fits-all solution, as the conditions at other locations are far less optimal, not to mention the cost-effectiveness of retrofitting existing infrastructures.

Frankfurt will therefore also have to face the challenge of developing holistic concepts in terms of digitization and digital infrastructure – based on sound data and involving not only the data centers but also a large number of other stakeholders from startups to hyperscaler’s (AWS, Google, Microsoft & Co). The fact that these stakeholders are located in Frankfurt and the entire Rhine-Main area in a geographically very confined yet internationally networked space is an important component here that brings both human and technical advantages. So while corporate servers exchange data with low latency and mainframes enable the use of artificial intelligence, human decision-makers and specialists can physically come together to find solutions.

No one believes that this topic will lose its complexity and importance in the next few years. On the contrary, against a backdrop of dwindling resources and advancing climate change, social inequality, and political tensions, we need digitization more than ever – for greater efficiency and social participation, learner administration, and faster processes in general. The fiber rollout that is finally in full swing, together with 5G and its possibilities to help existing approaches such as IoT, AI, M2M, etc. make a breakthrough, are important building blocks here, as are clouds and applications.

To summarize: Only when data centers and the applications running there are seen as part of a complex ecosystem, as part of social change and the energy transition, and significantly more players are involved, can the promise of „ESG – positive“ digitization be realized. Whether in Frankfurt, Germany, or Europe, this creates a historic opportunity to shape the digital transformation in a humane, climate-friendly, free, and democratic way.


AUTHOR: Michael Jakobi, LL.M. is a consultant and project manager in the field of digital innovation & infrastructure at contagi Digital Impact Groupwww.contagi.ch

Quelle: Linkedhttps://www.linkedin.com/company/finanzplatz-frankfurt-am-main/In

Digitalization & “Asset Class Data Centers” – Real Estate, REITs and ESG (Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group)

Photo: www.istock.com/jotily

FINANZPLATZ FRANKFURT: ESG, digitale Infrastruktur, Innovation & „Ökosystem Frankfurt“ (Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group)

Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen machen es sich bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft nicht leicht. So allgemein akzeptiert die Nachhaltigkeitsziele der UN, so sehr die Worte Ecological – Social – Governance (kurz: ESG) in aller Munde sind, so weit auseinander gehen die Haltungen und Handlungen, wie diese erreicht werden sollen.

Insbesondere in Deutschland ist der Wille immens, die gesteckten Ziele in allen Bereichen und auf die bestmögliche Weise zu erfüllen – technischer Fortschritt soll egalitär, demokratisch und datenschutzkonform sein; die Energiewende die Umwelt schützen, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Zielkonflikte und Grenzen, an die wir so zwangsläufig stoßen, versuchen wir mit viel (technischem) Know-how und noch mehr Kapitaleinsatz zu lösen und zu überwinden.

Im Bereich der Digitalisierung und ihrer dahinterliegenden Infrastruktur wird die Ambivalenz noch deutlicher. Einerseits ist diese ein Schlüsselbaustein für ESG: sei es der Ersatz der Dienstreise durch ein virtuelles Meeting, der Online-Zugang zu Bildungszwecken auf dem Land oder die im Internet frei zugänglichen Informationen zum Handeln der öffentlichen Hand – um nur drei Beispiele zu nennen. Auf der anderen Seite verbraucht Digitalisierung große Mengen an Ressourcen, sei es Strom für Rechenzentren oder Seltene Erden für Batterien und Geräte. Auch setzt sie neue Hürden in sozialer und beruflicher Teilhabe und steht durch die Datensammlung und -analyse, vor allem durch (amerikanische) Großkonzerne, in der Kritik.

AUTOR: Michael Jakobi, LL.M. ist Berater und Projektmanager im Bereich digitale Innovation & Infrastruktur bei der contagi Digital Impact Group – www.contagi.ch
AUTOR: Michael Jakobi, LL.M. ist Berater und Projektmanager im Bereich digitale Innovation & Infrastruktur bei der contagi Digital Impact Group – www.contagi.ch

Die „Lösung“ dieses Spannungsverhältnisses läuft leider oft auf Stillstand hinaus – regulatorische Anforderungen verprellen Investoren, NIMBY (Not in my Backyard) Proteste verhindern oder verzögern kritische Projekte und Prozesse werden „aus Datenschutzgründen“ nicht digitalisiert. Das damit am Ende weder dem Klima noch der Gesellschaft geholfen ist, scheint zweitrangig zu sein.

Gerade in Frankfurt, einer Stadt, die sich von der Banken- zur Daten-Hauptstadt der EU entwickelt (hat), zeigt sich die Herausforderung in der Praxis: so befindet sich die Stadt am Main, trotz fraglos vorhandenem Kapital, Know-how und Infrastruktur, weder auf Smart City Level (Hamburg) noch bei den Start-ups (Berlin/ Rhein-Ruhr/ München) an der bundesdeutschen, geschweige denn europäischen Spitze. Auch mit der Rolle als (weltweit größter) Internetknoten und bedeutender Rechenzentrumsstandort hadert die Stadt – schwierige Energieversorgung, ungenutzte Abwärme, verdrängtes Gewerbe – um nur einige Kritikpunkte zu nennen.

Die neue Regierungskoalition im Stadtparlament ist bestrebt, durch eine Digitalisierungsstrategie auf der einen und regulatorische Anforderungen auf der anderen Seite Abhilfe zu schaffen und nimmt dabei die Betreiber der Rechenzentren in die Pflicht, z.B. beim Thema Abwärme. Hier gibt es mit dem neuen Telehouse Datacenter in der Kleyerstraße auch schon einen Piloten, bei dem in Zusammenarbeit mit der Mainova Rechenzentrums-Abwärme ein Neubaugebiet beheizen soll. Dieses – sehr positive – Beispiel ist jedoch keine Patentlösung, sind die Bedingungen an anderen Standorten doch weit weniger optimal, von der Wirtschaftlichkeit bei der Umrüstung bestehender Infrastrukturen ganz zu schweigen.

Von daher wird sich auch Frankfurt der Herausforderung stellen müssen, ganzheitliche Konzepte in Sachen Digitalisierung und digitaler Infrastruktur zu entwickeln – auf Basis fundierter Daten und unter Einbeziehung nicht nur der Rechenzentren, sondern auch einer Vielzahl anderer Stakeholder vom Start-up bis zum Hyperscaler (AWS, Google, Microsoft & Co). Das sich diese Akteure in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main Gebiet auf geografisch engstem und doch international vernetztem Raum befinden, ist dabei eine wichtige Komponente, die menschlich wie technisch Vorteile bringt. Während also Unternehmensserver mit niedriger Latenz Daten austauschen und Großrechner den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglichen, können menschliche Entscheidungsträger und Spezialisten physisch zusammenkommen, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Das die Thematik in den nächsten Jahren an Komplexität und Bedeutung verliert, glaubt niemand. Im Gegenteil, vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen und fortschreitendem Klimawandel, sozialer Ungleichheit und politischen Spannungen, benötigen wir die Digitalisierung mehr denn je – für mehr Effizienz und soziale Teilhabe, schlankere Verwaltung und schnellere Prozesse im Allgemeinen. Der nun endlich in vollem Gange befindliche Glasfaserausbau, zusammen mit 5G und seinen Möglichkeiten, vorhandenen Ansätzen wie IoT, KI, M2M usw. zum Durchbruch zu verhelfen, sind hier wichtige Bausteine, ebenso wie Clouds und Applikationen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Erst wenn man Rechenzentren und die dort laufenden Applikationen als Teil eines komplexen Ökosystems, als Teil des gesellschaftlichen Wandels und der Energiewende betrachtet und deutlich mehr Akteure einbindet, kann das Versprechen einer „ESG – positiven“ Digitalisierung eingelöst werden. Ob in Frankfurt, in Deutschland oder Europa, ergibt sich so die historische Chance, digitalen Wandel menschen- und klimafreundlich, frei und demokratisch zu gestalten.


AUTOR: Michael Jakobi, LL.M. ist Berater und Projektmanager im Bereich digitale Innovation & Infrastruktur bei der contagi Digital Impact Group – www.contagi.ch

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ZUSATZINFORMATION / QUELLEN:

Digitalisierung & „Asset-Klasse Rechenzentren“ – Immobilien, REITs und ESG (Gastbeitrag – Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group)

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WUNDERKAMMER & FRANKFURT: Geld und Vermögen in der Literatur der deutschen Romantik (Gastbeitrag – Prof. Dr. Patrick Peters)

In der deutschen Literatur der Romantik, die um das Jahr 1800 beginnt und sich in ihren Ausläufern bis weit ins 19. Jahrhundert hinein parallel zu anderen kulturgeschichtlichen Strömungen erstreckt, wird erstmals in nennenswertem Umfang der Themenkomplex Ökonomie und Vermögen diskutiert. Zuvor hatten Diskurse über die Bedeutung und Funktion von Reichtum und Vermögen und die Darstellung ökonomischen Wissens wenig bis keinen Raum. Dies verändert sich in der deutschen Romantik, in der unter anderem die Antithese von Kunst und Ökonomie aufgeworfen wird. Exemplarisch lassen sich die Funktionen von monetärem Reichtum und Fragen von Wirtschaft und Wohlstand an drei beispielhaften Texten von Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck und Richard Wagner zeigen.

Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts

Joseph von Eichendorffs Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Texten der deutschen Romantik. Der Taugenichts ist der eher arbeitsscheue Sohn eines Müllers, der hinaus in die Welt geschickt wird. Er fällt als Romantiker und (Lebens-)Künstler auf, der optimistisch und mutig in die Zukunft blickt, das Leben wander- und abenteuerlustig auf sich zukommen lässt und am Ende trotzdem sein Glück findet. Diese Haltung hat er mit anderen Figuren der Romantik gemein und strebt dabei nach Individualität und Freiheit und distanziert sich von den vorgegebenen Verhaltensmustern der arbeitenden bürgerlichen Gesellschaft. Er versucht seine ‚romantische‘ Haltung im Alltag umzusetzen und sich von den Fesseln einer auf Erwerbsstreben, Ökonomisierung und Absicherung eines bürgerlichen Lebensstils konzentrierten Gesellschaft zu lösen (vgl. Peters, 2020, 106).

Zwar träumt der Taugenichts von einer bürgerlichen Existenz, „Geld zu sparen wie die anderen, und es mit der Zeit gewiß zu etwas Großem in der Welt zu bringen“ (Eichendorff, 2007, S. 469), jedoch taugt seine charakterliche Disposition nicht dazu. Der Taugenichts offenbart eklatante Schwächen im Umgang mit Zahlen und der ihm anvertrauten Verantwortung; mangelnde kaufmännische beziehungsweise ökonomische Kompetenz erschweren ihm den dauerhaften Eintritt in die bürgerliche Erwerbswelt. Seine romantische Grundhaltung steht im völligen Gegensatz zu den Erwartungen und Ansprüchen der sich ökonomisierenden Gesellschaft, ökonomisches Wissen lässt sich nicht mit dem Charakter des Romantikers vereinbaren.

Welchen Funktionen werden also ökonomischem Besitz und Wissen zugesprochen? Zunächst erscheint es als ausgemacht, dass diese Eigenschaften als originär für die bürgerliche Sphäre angesehen werden. Der Taugenichts als ausgemachter romantischer Charakter scheint selbst mit den einfachsten Berechnungen überfordert, weil er sich allzu leicht von den Zahlen ablenken lässt. Diesen spricht er gänzlich andere Eigenschaften zu, als sie mathematisch-kaufmännisch haben. Aus den Zeichen für bestimmte Werte und ökonomische Größen werden ulkige Symbole und Personifizierungen, um die Sache erträglich zu gestalten. Ihren ursprünglichen Sinn haben sie völlig eingebüßt, ihre Bedeutung für ökonomische und kaufmännische Vorgänge wird völlig genommen. Die Entökonomisierung der Zahlen steht für die romantische Grundhaltung des Taugenichts und dessen Unmöglichkeit, sich in der bürgerlichen Welt zurecht zu finden. Der Umgang mit Zahlen und Besitz wird als unvereinbar mit der romantischen Lebensart empfunden.

Ludwig Tieck: Der Runenberg

In Der Runenberg (1812) von Eichendorffs Zeitgenossen Ludwig Tieck wird ein junger Mann durch fremdes Gold verdorben und verfällt dem Wahnsinn und Verfolgungswahn. Zunächst gelingt der Hauptfigur Christian alles in der Geldanlage (ökonomische Kompetenz!), die Familie wird reich und angesehen. Aber Christian gerät zunehmend in einen negativen Strudel. Er spricht „irre, vorzüglich des Nachts, er träume schwer, gehe oft im Schlafe lange in der Stube herum, ohne es zu wissen, und erzähle wunderbare Dinge“, spricht immer von dem „Fremden“ und traut sich nicht mehr auf Feld und in den Garten hinaus. Christians einzige Sorge ist, dass der Fremde, der ihm das Gold hinterlassen hat, sein Geld zurückfordern könnte, und auf der Suche nach mehr Reichtum verschwindet Christian im titelgebenden Runenberg. Zwar kommt er später noch einmal zurück, aber nach dem letzten Abschied verliert sich seine Spur. Seine Familie und das Vermögen gehen daran zugrunde.

Der Runenberg ist unter wirtschaftspsychologischen beziehungsweise wirtschaftspsychiatrischen Gesichtspunkten sehr interessant. Wie Othmar Hill (2011, S. 182) schreibt: „Es heißt: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Wir wissen aber aus der Glücksforschung, dass dem gar nicht so ist. Viele unter uns verwechseln in dieser Frage Ursache und Wirkung. Wer Geld besitzt, verliert keinesfalls seine Existenzängste, sondern umgekehrt: Wer Ängste akkumuliert, dessen Lebensgier steigert sich und er/sie verlangt nach immer mehr Geld. Dieses beruhigt nicht, weil Geld keine therapeutische Wirkung hat, sondern nur als Symptom-Pflaster wirkt. Aus diesem Blickwinkel kann es schlicht und einfach nicht stimmen, dass ein Mangel an Geld die Ursache für all unser Unglück sein soll.“

Man findet diese Einschätzung bei Ludwig Tieck im Runenberg wieder. Aus dem Erwerb des Goldes erwachsen große Verlustängste, sodass Christian nach immer mehr Gold strebt, um diesen Sorgen zu begegnen. Dass dies nicht gelingt, sondern Held und Familie in den Untergang führt, zeigt das Märchen eindrücklich. Christian erscheint als pathologischer Fall, der an seiner „Lebensgier“ (Hill, 2011, S. 189) völlig untergeht!

Die Funktion des Geldes ist also die der psychologischen Erschütterung. Tieck macht das neu erworbene Gold zur Ursache allen Übels, das eine freundliche, kleinbürgerliche Familie in ihren Grundfesten erschüttert und nach einer kurzen Phase an der gesellschaftlichen Spitze in den Abgrund führt. Vermögen hat keine positive Rolle, es verspricht kein Glück, sondern ist der Katalysator des Schlechten, denn aus dem eigentlich romantischen Charakter Christians wird ein völlig gebrochener, aber vom Gold bis zuletzt berauschter. Die romantische Lebenswelt wird durch das erworbene Vermögen völlig aus den Fugen gehoben. Wie im Taugenichts ist materieller Besitz der Widerspruch schlechthin zum romantischen Ideal.

Der Autor: Prof. Dr. Patrick Peters
Der Autor: Prof. Dr. Patrick Peters

Richard Wagners Tetralogie Ring des Nibelungen verbindet die mittelalterliche Nibelungensage mit der nordischen Mythensammlung Edda und hat die Nibelungensage zum deutschen Nationalepos gemacht. Im ersten Teil Das Rheingold eröffnet Wagner den Diskurs über die korrumpierende Macht des Reichtums: Der Ring des Nibelungen ist Teil eines legendären Schatzes, der nur Unheil und Verderben für alle Beteiligten mit sich bringt und letztlich die gesamte Handlung bestimmt.

Die Gold-Thematik beeinflusst alle handelnden Personen in Das Rheingold direkt oder indirekt. Die Rheintöchter Wellgunde, Woglinde und Floßhild bewachen das legendäre Rheingold. Sie weisen den Zwerg Alberich ab, der um sie wirbt, sodass Alberich der Liebe abschwört und mit dem Rheingold einen Ring zur Unterwerfung der Welt schmieden will. Nur wer der Liebe abschwört, kann den Schatz besitzen. Daher fühlen sich die Rheintöchter völlig sicher. Schließlich gilt: „Wohl sicher sind wir / und sorgenfrei: / denn was nur lebt will lieben; / meiden will keiner die Minne.“ (Wagner, 1997, V. 269ff.) Das gilt im speziellen Fall von Alberich nicht: Die Gier nach dem Gold überwiegt das Gefühl der Liebe.

Und so raubt Alberich den Schatz und unterwirft sich die unterirdisch hausenden Nibelungen, für ihn große Schätze zusammenzutragen, und tut ihnen durch die Macht des Rings Gewalt an. Die Unterwerfungs- und Beherrschungsfantasien entstammen allein seiner Verfügungsgewalt über den Ring, das Gold hat ihn umgehend in seinen Bann gebracht und ihn moralisch völlig verkommen lassen. Es geht Alberich im Sinne der „Lebensgier“ um den kontinuierlichen Machtzuwachs, und dessen Gier kennt keine Grenzen.

Auf diese großspurige Weise (motiviert durch die Macht und den Reichtum) tritt Alberich auch dem Götterfürsten Wotan gegenüber, der ihn schließlich durch eine List des verschlagenen Gottes Loge (Loki in der nordischen Mythologie) bindet und ihm den Ring und alle Schätze entwendet. Wotan wiederum benötigt den Nibelungenhort, weil er gegenüber der Riesen Fafner und Fasolt wortbrüchig geworden ist, die seinen Götterpalast gebaut haben. Ihnen will er ihren vereinbarten Lohn in Form der Göttin Freia nicht geben, sondern will sie überlisten und verspricht ihnen den Schatz des Alberich, während die Rheintöchter Loge um die Wiederbeschaffung gebeten hatten. Den Ring der Macht indes will Wotan für sich behalten – mit weitreichenden Folgen: Wotans Machtgier, die jener Alberichs kaum nachsteht, hat die Götterdämmerung bereits in Gang gesetzt. Schließlich übergibt Wotan doch den gesamten Schatz und den Ring an die Riesen. Diese geraten darüber in Streit, Fafner tötet seinen Bruder Fasolt.

Der Fluch des Rings hat damit nicht nur den germanischen Göttervater Wotan in seinen Bann und damit beinahe dazu gebracht, eine Göttin an die Riesen als Bezahlung für den Bau der Götterburg zu geben. Er hat auch zum Brudermord von Fafner an Fasolt geführt, seit der biblischen Geschichte von Kain und Abel das schlimmste denkbare Verbrechen. Richard Wagner funktionalisiert den Ring (und den Nibelungenhort) zum Katalysator der gesamten Handlung. Bis auf die Vertragsbrüchigkeit Wotans (der wider besseres rechtliches und ökonomisches Wissen seinen Teil der Vereinbarung auf einmal nicht mehr zu halten gedenkt) resultieren alle bösen Taten aus der Verführung durch den Ring, entstanden aus dem Rheingold. Der Wille zur Macht und Unterwerfung, manifestiert sich im Ring, wodurch dem Ring als Schmuckstück und zentralem Vermögensgegenstand des Nibelungenhorts kaum ein positiver Aspekt attestiert wird. Der Ring ist das große Üble, der Gier entfacht und zum Brudermord motiviert.

Zusammenfassung und Fazit

Die Grunderkenntnis ist, dass Geld und Vermögen keine positive Besetzung finden. Während bei Joseph von Eichendorff materieller Besitz und ökonomisches Wissen letztlich als bürgerliche Konzepte nur milde belächelt werden, ohne dass negative Konsequenzen für eine Figur daraus erwachsen, ist dies bei Ludwig Tieck und Richard Wagner anders. Der Reichtum wird in den beiden Texten zum Motor des Unheils. Die Funktionalisierung des Reichtums und des ökonomischen Wissens wird in allen drei Texten dafür genutzt, negative Handlungs- und Haltungsmuster zu exemplifizieren und dadurch Kritik an bestimmten Verhaltensweisen zu üben. Tieck und Wagner nutzen materiellen Besitz, um zu zeigen, wie Menschen, Zwerge, Riesen und Götter daran zerbrechen können, weil sie nicht die Stärke haben, sich gegen die korrumpierende Wirkung des Besitzes zur Wehr zu setzen.

Die Texte gehören zu einer kulturgeschichtlichen Epoche, die ganz grundsätzlich von Fortschrittsbedenken, Melancholie und Konservatismus geprägt ist. Die Romantiker wollen sich eskapistisch aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückziehen oder einer kleinstädtischen Idylle zuwenden. Ihre Themen sind vor allem Liebe und Natur. Ökonomie und wirtschaftliche Entwicklung werden kritisch gesehen. Rationales Denken und Handeln waren in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in den Vordergrund gerückt. Die Gefühlswelt der Menschen war dabei allerdings ins Hintertreffen geraten, gerade vor dem Hintergrund der langsam beginnenden Industrialisierung und den damit aufkommenden ökonomischen Spannungen. In einer romantischen, oftmals schwärmerisch-schwermütigen Gedankenwelt hat dieses praxisnahe ökonomische Denken und Handeln keinen Platz und wird als Gefahr für die romantische Idee angesehen.


Literatur

Eichendorff, Joseph von (2007): Ahnung und Gegenwart. Sämtliche Erzählungen I. Herausgegeben von Wolfgang Frühwald und Brigitte Schillbach. Frankfurt am Main: Insel.

Hill, Othmar (2011): „Geld oder Leben! Grundzüge der Wirtschaftspsychiatrie“, in: Thomas Druyen (Hrsg.): Vermögenskultur. Verantwortung im 21. Jahrhundert. Wiesbaden: VS Verlag, S. 181—196.

Peters, Patrick (2020): Romantik. Einführung. Essen: Oldib Verlag.

Tieck, Ludwig (1963): Werke in vier Bänden. Herausgegeben von Marianne Thalmann. München: Winkler, Band 2, S. 59-83.

Wagner, Richard (1999): Das Rheingold. Textbuch mit Varianten der Partitur. Herausgegeben von Egon Voss. Stuttgart: Reclam.

Über den Autor

Dr. Patrick Peters ist Professor für PR, Kommunikation und digitale Medien an der Allensbach Hochschule. Der Wirtschaftsjournalist und Publizist wurde 2014 in der neueren deutschen Literaturwissenschaft promoviert, veröffentlicht regelmäßig Aufsätze und Bücher zu Themen aus Strategie, Kommunikation und Literaturwissenschaft und unterstützt als Berater für Unternehmenskommunikation Professional Service Firms und Unternehmen der Bau-, Cleantech- und Sicherheitswirtschaft. Der vorliegende Beitrag ist die gekürzte Version des Aufsatzes: „Geld und Vermögen in der Literatur der deutschen Romantik: Funktionen des monetären Reichtums bei Eichendorff, Tieck und Wagner.“ In: Zeitschrift für Interdisziplinäre Ökonomische Forschung (2020). S. 30—37

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