Impact investing is more than just a label. In private markets in particular, impact is increasingly becoming a strategic category – for family offices as well as institutional investors. Markus Hill speaks with Christians Hommens on behalf of FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE about the critical success factors in this investment segment and the importance of professional dialogue among experts. Impact measurement, impact infrastructure, private equity, sustainability & investing, private debt – these and other topics form the basis for the exchange of ideas in March at a specialist conference (SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS). The importance of the Frankfurt ecosystem for investment, decision-making, and regulation in these areas will be highlighted.
Hill: Impact investing is often considered a „nice to have.“ Where do you see real structural change today, especially in the private markets?
Hommens: Impact investing is clearly evolving from a secondary issue to a core strategic question. In the private markets, family offices and institutional investors are increasingly recognizing that long-term returns, resilience, and impact go hand in hand. Infrastructure, private equity, and private credit make it possible to deploy capital in a targeted manner – with measurable impact and simultaneous value creation potential. Impact thus becomes a quality feature, not a compromise.
Christian Hommens, Smart Bridges GmbH & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt
Hill: Where do investors fail in practice – and why is it worthwhile to exchange ideas at Smart Bridges?
Hommens: It’s hard to say, but we see three points coming up again and again: lack of impact measurability, unclear governance structures, and limited access to compelling deal flow. This is exactly where our forum comes in. We bring investors, practitioners, and solution providers together—not theoretically, but in a practical, interactive way and on an equal footing.
Hill: What specific topics will be the focus of the two days?
Hommens: From impact measurement and social impact to impact infrastructure. And, of course, private equity and sustainable portfolio design will be examined in more detail – supplemented by topics such as private credit, infrastructure, regulatory requirements, and new structuring models. Always with an eye on the question: How can impact be meaningfully integrated into portfolios without losing sight of performance?
Hill: Why is Frankfurt/Hesse the right place—and why now?
Hommens: Frankfurt and Hesse combine capital, decision-making authority, and regulatory proximity. In an environment of increasing uncertainty, investors are looking for guidance and long-term solutions. The connection between impact investing and private markets is highly relevant in this context – and our region is the ideal place for this dialogue.
Hill: Thank you very much for the interview. I look forward to the fireside chat on February 17, 2026 („Family Offices & Foundations,“ Impact Investing) and to the discussions on site.
Impact Investing ist mehr als ein Etikett. Gerade in den Private Markets wird Wirkung zunehmend zur strategischen Kategorie – für Family Offices ebenso wie für institutionelle Investoren. Markus Hill spricht für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Christians Hommens über die kritischen Erfolgsfaktoren in diesem Investmentsegment und über die Bedeutung des fachlichen Dialogs zwischen Experten. Impact Messung, Impact Infrastructure, Private Equity, Sustainibility & Investing, Private Debt – diese und andere Themen bilden die Grundlage für den Gedankenaustausch im März im Rahmen einer Fachkonferenz (SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS). Unterstrichen wird die Bedeutung des Ökosystems Frankfurt für Themen wie Investment, Entscheidung und Regulierung in diesen Bereichen.
Hill: Impact Investing gilt oft als „nice to have“. Wo sehen Sie heute einen echten strukturellen Wandel – gerade in den Private Markets?
Christian Hommens, Smart Bridges GmbH & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt
Hommens: Impact Investing entwickelt sich klar vom Zusatzthema zur strategischen Kernfrage. In den Private Markets erkennen Family Offices und institutionelle Investoren zunehmend, dass langfristige Rendite, Resilienz und Wirkung zusammengehören. Infrastruktur, Private Equity oder Private Credit ermöglichen es, Kapital gezielt einzusetzen – mit messbarem Impact und gleichzeitigem Wertschöpfungspotenzial. Wirkung wird damit zum Qualitätsmerkmal, nicht zum Kompromiss.
Hill: Wo scheitern Investoren in der Praxis – und warum lohnt sich der Austausch bei Smart Bridges?
Hommens: Schwer zu sagen, aber drei Punkte sehen wir immer wieder: fehlende Impact-Messbarkeit, unklare Governance-Strukturen und begrenzter Zugang zu überzeugendem Dealflow. Genau hier setzt unser Forum an. Wir bringen Investoren, Praktiker und Lösungsanbieter zusammen – nicht theoretisch, sondern praxisnah, interaktiv und auf Augenhöhe.
Hill: Welche Themen stehen konkret im Fokus der beiden Tage?
Hommens: Von Impact-Messung über soziale Wirkung bis hin zu Impact Infrastructure. Und natürlich werden Private Equity und Sustainable Portfolio Design genauer betrachtet – ergänzt durch Themen wie Private Credit, Infrastruktur, regulatorische Anforderungen und neue Strukturierungsmodelle. Immer mit Blick auf die Frage: Wie lässt sich Wirkung sinnvoll in Portfolios integrieren, ohne die Performance aus dem Blick zu verlieren?
Hill: Warum ist Frankfurt/Hessen der richtige Ort – und warum gerade jetzt?
Hommens: Frankfurt und Hessen vereinen Kapital, Entscheidungskompetenz und regulatorische Nähe. In einem Umfeld zunehmender Unsicherheit suchen Investoren nach Orientierung und langfristigen Lösungen. Die Verbindung von Impact Investing und Private Markets ist dafür hochrelevant – und unsere Region der ideale Ort für diesen Dialog.
Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich auf den Fireside Chat am 17.2.2026 („Family Offices & Stiftungen“, Impact Investing) und auf die Gespräche vor Ort.
Private Debt, Real Assets, Asset Allocation, Regulierung – im Gespräch mit Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT, geht Sebastian Thürmer, geschäftsführender Gesellschafter der artis Institutional Capital Management GmbH, auf die Marktverschiebungen, Wachstumssegmente und die Frage, wie sich institutionelle Anleger strategisch zwischen Private Debt, Infrastruktur und klassischen Anleiheinvestments positionieren sollten, ein.
Hill: Private Debt steht in der Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer eher im Schatten der boomenden Assetklasse Infrastruktur Equity. Sehen Sie Chancen für eine Trendumkehr? Thürmer: Beide Assetklassen erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch grundsätzlich nicht miteinander vergleichbar. Bei Infrastruktur Equity investieren institutionelle Anleger Eigenkapital mit langfristigem strategischem Fokus. Themen wie Nachhaltigkeit, Energiewende, öffentlicher Verkehr oder bezahlbarer Wohnraum stehen im Vordergrund. Private Debt hingegen umfasst kurz- bis langfristige Fremdkapitalfinanzierungen mit der Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein wesentlicher Treiber sind regulatorische Veränderungen wie Basel III und Basel IV. Diese erhöhen den Druck auf Banken, höhere Eigenkapitalquoten vorzuhalten, was Margen reduziert und die klassische Kreditvergabe erschwert. Die Folge ist eine sinkende Kreditverfügbarkeit durch Banken und Sparkassen – und genau hier eröffnen sich Chancen für alternative Kreditgeber, wettbewerbsfähige Konditionen anzubieten. Für institutionelle Investoren entstehen dadurch attraktive Anlagemöglichkeiten in der Fremdfinanzierung von Immobilien, Unternehmen und Infrastrukturprojekten.
Hill: Inwieweit sehen Sie die Gefahr, dass Banken sich aus dem Finanzierungsbereich teilweise oder sogar vollständig zurückziehen? Thürmer: Banken und Sparkassen werden insbesondere in Deutschland auch künftig zentrale Ansprechpartner für Kreditfinanzierungen bleiben. Allerdings ist zu erwarten, dass sich Kreditinstitute stärker auf die Bindung von Bestandskunden konzentrieren – häufig zulasten des Neukundengeschäfts. Daraus ergibt sich eine klare Chance für Private-Debt-Fonds. Der Hausbankgedanke ist in Deutschland traditionell stärker ausgeprägt als etwa in den USA, Großbritannien oder den Benelux-Ländern. Dort finanzieren sich Unternehmen bereits heute zu einem deutlich höheren Anteil über Private-Debt-Strukturen.
Hill: Gehen Sie daher in den kommenden Jahren weiterhin von einem starken Marktwachstum aus? Thürmer: Ja, eindeutig. Der Vermögensverwalter BlackRock kam in einer Studie aus dem Jahr 2025 zu dem Ergebnis, dass das weltweite Volumen von Private-Debt-Investments von aktuell rund 1,4 Billionen US-Dollar auf bis zu 3,5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Dieses Wachstum wird auch Deutschland und Europa erfassen, wenngleich die Märkte hier traditionell bodenständiger strukturiert sind als in den USA. Bereits heute investieren insbesondere Versicherungsunternehmen in Deutschland stark in Private Debt und planen weitere Aufstockungen. Ein wesentlicher Faktor ist die regulatorische Behandlung: Unter Solvency II ist die Eigenkapitalunterlegung bei Fremdkapital deutlich niedriger als bei Eigenkapitalinvestments. Zusätzlich eröffnet die neu geschaffene Infrastrukturquote nun auch Altersvorsorgeeinrichtungen und weitere VAG-regulierten Investoren zusätzliche Spielräume für Fremdkapitalengagements.
Hill: Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass institutionelle Investoren Mittel aus dem klassischen Anleihebereich in Private Debt umschichten, um Renditen zu optimieren? Thürmer: Renditeoptimierung allein darf kein Maßstab sein – entscheidend ist immer das Verhältnis von Risiko und Ertrag. In den vergangenen Jahren haben sich einige Investoren, insbesondere in bestimmten Teilsegmenten, durch steigende Zinsen und rückläufige Immobilienbewertungen in schwierige Situationen manövriert. Vorstellbar sind jedoch Umschichtungen von liquiden Hochzinsanleihen mit schwacher Bonität in Private-Debt-Investments. Dadurch lässt sich die Kreditqualität verbessern, da vergleichbare Renditen im Private-Debt-Bereich häufig auch mit Investment-Grade-Strukturen erzielt werden können – nicht zuletzt aufgrund der Illiquiditätsprämie.
Sebastian Thürmer, Artis Institutional Capital & Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt
Hill: Wie positionieren sich aus Ihrer Sicht die Segmente Corporate Debt, Infrastructure Debt und Real Estate Debt in den kommenden Jahren? Thürmer: Im Bereich Real-Estate-Debt sind Abschreibungen und Wertberichtigungen weitgehend verarbeitet. Die Immobilienmärkte haben sich stabilisiert und dürften perspektivisch wieder zulegen. Bei Neuinvestitionen sollte der Fokus stärker auf Wohnimmobilienfinanzierungen liegen und weniger auf gewerblichen Objekten. Corporate Debt gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Großbanken ziehen sich hier teilweise selektiv zurück, was alternative Kreditgeber stärkt. Infrastructure Debt bleibt geprägt von der Finanzierung von Wind- und Solarparks. Gleichzeitig wird das Anlageuniversum durch neue Infrastrukturthemen weiter wachsen. Die Mehrheit der Investoren bevorzugt Senior Loans als etabliertes Finanzierungsinstrument, ergänzt durch Junior Loans zur gezielten Renditeoptimierung.
Hill: Ihre jährlich durchgeführte Studie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien und alternativen Investments“ zeigte Anfang 2025, dass 36% der Befragten ihre Private-Debt-Allokation ausbauen wollen. Welche Tendenz erwarten Sie in der 2026er-Studie? Thürmer: Die Studie werden wir im Februar/März 2026 zum sechsten Mal durchführen. Prognosen möchten wir bewusst vermeiden, doch das Marktumfeld erscheint weiterhin stabil. Die strukturellen Treiber – Regulierung, Finanzierungsbedarf und Nachfrage nach planbaren Erträgen – sind unverändert intakt.
Liechtenstein & Frankfurt as financial centers, fund boutiques, family offices, fund domicile, and dialogue in Germany – Markus Hill spoke to David Gamper, Managing Director of the LAFV Liechtenstein Investment Fund Association, on behalf of FINANZPLATZ FRANKFURT about topics such as Liechtenstein’s positioning and cooperation in European competition, trends in alternative investments, and regulation. In addition, given the current importance of fund regulations for family offices and asset managers, he provides a brief overview of the association’s other dialogue offerings in the German financial center in spring 2026 and in London.
Hill: What role does Liechtenstein currently play as a fund location in the European market – is it more of a niche or an up-and-coming fund center?
Gamper: I would describe Liechtenstein as an emerging niche. In Europe, there are two major fund centers, Luxembourg and Ireland, which focus primarily on large, mostly globally active asset managers. White-label funds play a subordinate role there, at least in terms of regulation and supervision. This is exactly where Liechtenstein comes in. The location focuses on optimal conditions for asset managers and fund boutiques that want to launch white-label funds, as well as on asset structuring for wealthy families, often with their own family offices. This is also reflected in the statistics: over 85% of funds domiciled in Liechtenstein are white-label funds, and the trend is rising.
David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband
Hill: Are you currently launching many funds for family offices in Liechtenstein?
Gamper: Yes, developments in this area have been very positive in the recent past. We are seeing increasing uncertainty among wealthy individuals, triggered by geopolitical tensions, high government debt in Europe, and discussions about possible tax increases. Liechtenstein, on the other hand, has no national debt, has the lowest public spending ratio in Europe – i.e., the ratio of government expenditure to gross domestic product – and therefore no need to raise taxes. In addition, investment funds are completely tax-exempt. Political continuity and the AAA rating further strengthen confidence and make the location particularly attractive for long-term asset structures.
Hill: How is the fund location developing in the area of alternative investments?
Gamper: The alternative investments sector (investments outside stocks and bonds, such as hedge funds or infrastructure) is growing very strongly. Seven out of ten newly established funds are currently alternative investment funds (AIFs, which may include private equity, real estate, and other non-traditional assets). On the one hand, this is because funds for asset structuring (organizing investments and holdings for legal or tax purposes) are almost exclusively set up in this form. On the other hand, AIFs in Liechtenstein benefit from particularly flexible regulation. Liechtenstein has made use of the leeway deliberately provided by the EU and refrained from so-called „gold plating“ (implementing stricter rules than required by the EU), which is often seen in other fund domiciles. Another decisive factor is the Liechtenstein Financial Market Authority (the local financial regulator). Particularly in the case of complex AIF structures, it is very valuable for fund initiators to be able to enter into dialogue with the supervisory authority at an early stage. This cooperative practice is highly appreciated and has already led to the establishment of several funds.
Hill: What risks could slow down Liechtenstein as a fund location in the medium term?
Gamper: Like all fund locations, we are also dependent on geopolitical developments and their impact on the financial markets. We have only limited influence on this, but we must be prepared accordingly. Another risk lies in increasing regulation at the European level (more rules for financial firms working in the EU). Extensive reporting requirements and constant regulatory changes place a significantly greater burden on smaller fund companies, such as those typically found in Liechtenstein, than on large international providers. We clearly support sensible regulation that strengthens investor protection and transparency (making investments safer and more open). In recent years, however, the goal has been overshot in some cases. We therefore hope that the announced „Simplification Package“ (a legislative effort to reduce unnecessary rules) will bring noticeable relief again. We must also remain particularly vigilant in the areas of money laundering prevention and sanctions implementation (measures to stop illegal financial activity and enforce international restrictions). Despite very good results in recent audits (inspections by authorities), we are continuously working on further improvements, because a strong reputation is essential for a small financial center.
Hill: Do you see the shortage of skilled workers as a limiting factor?
Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN
Gamper: We are also affected by the general shortage of labor and skilled workers, but this cannot be considered a limiting factor. There are qualified personnel in other financial sectors in the country who are becoming increasingly aware of the fund industry, not least because of its strong growth. In addition, there is growing interest from highly qualified professionals from the nearby financial center of Zurich and from Germany. Overall, we currently see a balanced mix of demand and available talent.
Hill: Where will Liechtenstein be as a fund location in five to ten years?
Gamper: In my view, specializing in white-label funds was the right strategic move. Optimal, and in some cases even unique, conditions have been created for this target group. The growing interest from foreign fund companies also shows that we are on the right track. Following Luxembourg-based Axxion, Dirk Grosshans from Universal Investment also announced at the „Frankfurt Financial Center Meets Liechtenstein Financial Center“ event in Frankfurt on November 18, 2025, that he would be launching funds in Liechtenstein from the first quarter of 2026. Other providers will follow. I am therefore convinced that Liechtenstein will not only continue its growth course over the next five to ten years, but will even accelerate it in the coming years. There will be a lot more positive news to report.
Hill: What events are coming up soon?
Gamper: We will be attending various events in Germany. On January 28 and 29, 2026, we will once again be inviting visitors to engage in dialogue at the FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. Interested parties can find out more about Liechtenstein as a fund location at our stand and talk to structuring experts about specific fund projects. In a presentation, a fund founder will report on his highly successful fund project and his positive experiences in Liechtenstein. On April 21 and 28, 2026, we will once again be presenting ourselves at the LAFV events in Munich and Hamburg. Fund founders will report on the unique location advantages of Liechtenstein, and the tax component of Liechtenstein funds will be highlighted. Verena Schlömer from the Liechtenstein Financial Market Authority will provide insights into the licensing and supervisory practices for funds. The next event in London will take place on June 25, 2026. The detailed program is yet to be announced, but the focus will be on the locational advantages and current developments of Liechtenstein as a fund center.
Finanzplatz Liechtenstein & Frankfurt, Fondsboutiquen, Family Offices, Fondsdomizil und Dialog in Deutschland – Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT mit David Gamper, Geschäftsführer LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband, über Themen wie Positionierung und Kooperation von Liechtenstein im europäischen Wettbewerb, Trends bei Alternative Investments und Regulierung. Zusätzlich gibt er aufgrund der aktuellen Bedeutung von Fondsauflagen bei Family Offices und Vermögensverwaltern noch einen kurzen Überblick über die weiteren Dialogangebote des Verbands am Finanzplatz Deutschland im Frühjahr 2026 und in London.
Hill: Welche Rolle spielt der Fondsstandort Liechtenstein im europäischen Markt aktuell – eher Nische oder aufstrebender Fondszentrum? Gamper: Ich würde Liechtenstein als eine aufstrebende Nische bezeichnen. In Europa gibt es mit Luxemburg und Irland zwei große Fondszentren, die sich vor allem auf große, meist global tätige Asset Manager konzentrieren. White-Label-Fonds spielen dort, zumindest regulatorisch und auf Ebene der Aufsicht, eine untergeordnete Rolle. Genau hier setzt Liechtenstein an. Der Standort fokussiert sich auf optimale Rahmenbedingungen für Vermögensverwalter und Fondsboutiquen, die White-Label-Fonds auflegen möchten, sowie auf die Vermögensstrukturierung für wohlhabende Familien, häufig auch mit eigenen Family Offices. Das zeigt sich auch in der Statistik: Über 85% der in Liechtenstein domizilierten Fonds sind White-Label-Fonds – mit steigender Tendenz.
David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband
Hill: Legen Sie derzeit in Liechtenstein viele Fonds für Family Offices auf? Gamper: Ja, die Entwicklung in diesem Bereich war in der jüngsten Vergangenheit sehr positiv. Wir beobachten eine zunehmende Verunsicherung vermögender Personen, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung in Europa und die Diskussionen um mögliche Steuererhöhungen. Liechtenstein hingegen weist keine Staatsschulden auf, hat die niedrigste Staatsquote Europas – also das Verhältnis von Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt – und entsprechend keine Notwendigkeit, Steuern zu erhöhen. Zudem sind Investmentfonds vollständig steuerbefreit. Politische Kontinuität und das AAA-Rating stärken das Vertrauen zusätzlich und machen den Standort insbesondere für langfristige Vermögensstrukturen attraktiv.
Hill: Wie entwickelt sich der Fondsstandort im Bereich alternativer Anlagen? Gamper: Der Bereich der alternativen Anlagen wächst sehr stark. Sieben von zehn neu gegründeten Fonds sind derzeit Alternative Investment Funds (AIF). Das liegt einerseits daran, dass Fonds zur Vermögensstrukturierung nahezu ausschließlich in dieser Form aufgelegt werden. Andererseits profitieren AIF in Liechtenstein von einer besonders flexiblen Regulierung. Liechtenstein hat die von der EU bewusst vorgesehenen Spielräume genutzt und auf sogenanntes „Goldplating“ verzichtet, das man in anderen Fondsdomizilen häufig sieht. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein. Gerade bei komplexen AIF-Strukturen ist es für Fondsinitiatoren sehr wertvoll, frühzeitig in den Dialog mit der Aufsicht treten zu können. Diese kooperative Praxis wird sehr geschätzt und hat bereits zu mehreren Fondsgründungen geführt.
Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN
Hill: Welche Risiken könnten den Fondsstandort Liechtenstein mittelfristig bremsen? Gamper: Wie alle Fondsplätze sind auch wir von geopolitischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte abhängig. Darauf haben wir nur begrenzten Einfluss, müssen aber entsprechend vorbereitet sein. Ein weiteres Risiko liegt in der zunehmenden Regulierung auf europäischer Ebene. Umfangreiche Reportingpflichten und ständige Neuerungen in der Regulierung belasten kleinere Fondsgesellschaften, wie sie in Liechtenstein typisch sind, deutlich stärker als große internationale Anbieter. Wir stehen klar hinter sinnvoller Regulierung, die Anlegerschutz und Transparenz stärkt. In den vergangenen Jahren wurde hier jedoch teilweise über das Ziel hinausgeschossen. Wir hoffen daher, dass das angekündigte „Simplification Package“ wieder spürbare Entlastung bringt. Besonders wachsam müssen wir zudem in den Bereichen Geldwäscheprävention und Sanktionsumsetzung bleiben. Trotz sehr guter Ergebnisse bei den letzten Prüfungen arbeiten wir kontinuierlich an weiteren Verbesserungen, denn eine starke Reputation ist für einen kleinen Finanzplatz essenziell.
Hill: Sehen Sie Fachkräftemangel als limitierenden Faktor? Gamper: Auch wir sind vom allgemeinen Arbeits- und Fachkräftemangel betroffen, von einem limitierenden Faktor kann jedoch nicht gesprochen werden. In anderen Finanzbranchen des Landes gibt es qualifiziertes Personal, das zunehmend auf die Fondsbranche aufmerksam wird, nicht zuletzt aufgrund ihres starken Wachstums. Zudem steigt das Interesse hochqualifizierter Fachkräfte aus dem nahegelegenen Finanzplatz Zürich sowie aus Deutschland. Insgesamt sehen wir derzeit eine ausgewogene Mischung aus Bedarf und verfügbaren Talenten.
Hill: Wo steht der Fondsstandort Liechtenstein in fünf bis zehn Jahren? Gamper: Die Spezialisierung auf White-Label-Fonds war aus meiner Sicht der richtige strategische Schritt. Für diese Zielgruppe wurden optimale, teilweise sogar einzigartige Rahmenbedingungen geschaffen. Dass wir damit richtig liegen, zeigt auch das wachsende Interesse ausländischer Fondsgesellschaften. Nach der luxemburgischen Axxion hat auch Dirk Grosshans von Universal Investment an der Veranstaltung „Finanzplatz Frankfurt trifft Finanzplatz Liechtenstein“ am 18. November 2025 in Frankfurt angekündigt, ab dem ersten Quartal 2026 Fonds in Liechtenstein aufzulegen. Weitere Anbieter werden folgen. Ich bin daher überzeugt, dass Liechtenstein seinen Wachstumskurs in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht nur fortsetzen, sondern in den kommenden Jahren sogar beschleunigen wird. Es wird noch viel Positives zu berichten geben.
Hill: Welche Veranstaltungen stehen demnächst an? Gamper: In Deutschland sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen. Am 28. und 29. Januar 2026 laden wir wieder zum Dialog beim FONDS professionell KONGRESS in Mannheim ein. Interessierte können sich am Stand über den Fondsstandort informieren und mit Strukturierungsexperten über konkrete Fondsprojekte sprechen. Im Vortrag berichtet ein Fondsgründer über sein sehr erfolgreiches Fondsprojekt und seine positiven Erfahrungen in Liechtenstein. Am 21. und 28. April 2026 präsentieren wir uns wieder bei den Veranstaltungen des LAFV in München und Hamburg. Fondsgründer berichten über die einzigartigen Standortvorteile Liechtensteins und die steuerliche Komponente von liechtensteinischen Fonds wird beleuchtet. Verena Schlömer von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein wird Einblicke in den Zulassungs- und Aufsichtspraxis bei Fonds gewähren. In London findet die nächste Veranstaltung am 25. Juni 2026 statt. Das detaillierte Programm wird noch bekannt gegeben, im Fokus stehen jedoch die Standortvorteile und aktuellen Entwicklungen des Fondsplatzes Liechtenstein.
Rubén Zárate in conversation: Attitude, background, and the art of genuine encounters
Hill: Rubén, you have touched many people with your posts on LinkedIn. But let’s start at the beginning: Where does your story actually begin?
Zárate: I am 58 years old – although I hardly notice it. I feel much younger, perhaps because I am still curious and keep moving. I was born in Lima, Peru, but I spent my childhood in the highlands, in a small Andean village called Pachacayo, at an altitude of 3,800 meters. Life there was simple but intense: clear air, vast silence, alpacas, sheep, poverty – and strong bonds.
Rubén Zárate y Markus Hill
In 1975, my father took part in a two-year management course, which is why we moved as a family to Germany and Switzerland. During this time, we lived in various cities: Saarbrücken, Düsseldorf, Zurich, Solothurn, and Derendingen. I was eight years old. After that, we returned to Lima, where I attended the German School. At the age of 23, I came to Germany alone to study and stayed behind.
Since then – or rather, my whole life – I have moved between worlds: geographically, linguistically, culturally. These spaces between worlds continue to shape me to this day.
As a Peruvian citizen, my life in Germany was marked by uncertainty for a long time. It was very difficult to obtain a work permit, clarify documents, and claim rights. It was a life of fear and powerlessness—because others were making decisions about your life. In 2007, I finally took German citizenship. To do so, I had to give up my Peruvian passport. It was a painful but conscious step.
Hill: What were your first years in Germany like?
Zárate: Challenging. I was curious, but also uncertain. The language was foreign to me, the codes unspoken. I had to observe a lot, listen, and find my place. But I also learned early on how valuable it is to be able to move in different worlds. This ability to adapt without compromising myself has helped me throughout my life.
Hill: As a young man, you studied business administration in Germany and held many different positions. What guided you in this?
Zárate: An inner urge to get ahead. Not in the sense of a career at any price, but in the sense of understanding, helping to shape things—but also surviving. I worked at the headquarters of a German bank, then briefly in New York. After that, I worked in sales at FAZ, in call centers, in consulting firms such as Willis Towers Watson – and at some point also in the fashion industry with my own brand and designs. My collections were even sold at KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg, Galeries Lafayette, and at Loden-Frey and Ludwig Beck in Munich – and even in duty-free shops at major airports. I never believed in the one perfect career path. I believed in development.
Hill: Were there also phases when you had doubts?
Zárate: You bet—lots of them, in fact. Especially during transitional phases. When you don’t know what’s coming next, you often feel small. But I’ve learned that it’s precisely in these moments that the most important thing grows: confidence in yourself. And a different kind of success—one that can’t be measured in titles, but in attitude. The wonderful thing was that I kept meeting people who believed in me. That allowed me to pick myself up again and again.
Hill: Fashion is a completely different field. What attracted you to it?
Zárate: Style, identity, expression. Clothing is more than fabric—it’s attitude. And especially as someone who lives between worlds, I find clothing exciting. In addition to my job in the social sector, I am currently working on a new men’s collection made of alpaca that combines my roots and my current life. I tell my story in it. It’s not just about fashion, but about the narrativity of origin and elegance.
Catherine’s Church
Hill: How did you come up with the idea of using alpaca?
Zárate: Alpaca is an animal from my childhood in the highlands of Peru. My father was the managing director of a large company with around 2,000 employees that produced and exported alpaca and sheep wool as well as meat. For me, alpaca wool represents warmth, naturalness, and luxury at the same time. I wanted to create something that wasn’t loud but had character— , like many people I admire. This collection is not a mass-produced product, but an expression of an attitude: less, better—and with soul.
Hill: Today, you work full-time at the Franziskustreff Foundation. How did that come about?
Zárate: Brother Paulus, the chairman of the Franziskustreff Foundation, approached me in the middle of the coronavirus crisis. I wanted to do something meaningful. Today, as a philanthropic advisor, I support people who want to help institutionally or privately—and those who need help. I see myself as a bridge builder between two realities: those who can give and those who need to receive. Together with a great team, we organize breakfast for around 180 guests every morning and offer social counseling, and have been doing so for over 32 years. None of this would be possible without the help and trust of our donors.
It is quiet but profound work. I talk to donors, companies, guests – and often to myself. It’s about more than material help. It’s about dignity, equality, and trust.
Hill: What do you take away from these encounters?
Zárate: Gratitude. And humility. I have learned that not everyone who lives on the street is broken. And not everyone in a suit or business attire has clarity. I try to incorporate these stories into my everyday life – including on LinkedIn. I don’t share success stories there, but quiet stories of heroism. The world needs more of that.
Café Hauptwache
Hill: And when you’re not working?
Zárate: Then I live a secluded life—in the middle of the forest, in an old farmhouse in the Taunus mountains. Without luxury, but with soul. I enjoy cooking and baking, meeting good friends. I love country life, the rhythm of nature, the wood, the animals. This place gives me peace and grounding. It’s where I recharge my batteries. It’s where I listen—to myself and to the world.
Hill: You also organize private dinners. What’s that all about?
Zárate: They are small evenings with special people. Bankers, artists, people from social projects, lawyers, creative types. I invite them to a table in an honest atmosphere. There is good food, honest conversation, no titles. Everyone pays for themselves.
When I invite my guests, they know that I am able to bring together people with heart and substance. For me, this is the art of connection in action. And often, change begins when people simply sit across from each other – without an agenda.
Hill: You have a certain calmness about you. Where does that come from?
Zárate: Maybe from the highlands. Or from many conversations with people who have lost everything and still smile. Or from the knowledge that I don’t have to be the center of attention—but rather what develops between us. I believe in silence as a quality.
And perhaps also because I had a brain tumor at the age of 35 and underwent surgery. When you experience this firsthand—how quickly everything can change, how suddenly you become dependent and helpless—it changes your outlook on life. Since then, I have been living more consciously, more intensely, more thoughtfully. And above all: more gratefully. Perhaps that is also why my closeness to God has grown – not through constant church attendance, but through silent prayers. Especially during my walks in the forest. There I feel connected – without many words, but with an open heart.
But you mustn’t forget: I am Latino. And I definitely inherited my temperament from my mother. As my friends and colleagues can confirm, I am not always quiet. I can be very loving, but also direct and spirited. That’s part of who I am. And I don’t want to deny that. And yes – I’m not always quiet, but I’m always genuine.
Hill: What does Frankfurt mean to you?
Zárate: A lot. I’m also a Frankfurt native. It’s my city. I’ve often had to reinvent myself here. I’ve experienced advancement, built bridges, but also experienced loneliness. Frankfurt is tough, but honest. And there are people who really listen. I try to pass that on – whether in conversations, over breakfast at Franziskustreff, or in the evening over a glass of wine with friends.
Hill: You are a member of the expert advisory board of the Software AG Foundation’s „Fonds auf Augenhöhe“ (Fund on Equal Terms). What does this role mean to you?
Zárate: It is an expression of trust. We support projects that treat refugees as equals. For me, this is not just voluntary work, but an attitude. I myself came to a new country as a child. I know how quiet you can become when you don’t know if you belong. It’s about creating spaces where people are not only included in the thinking, but also in the feeling. I am convinced that origin is a commitment. And that’s how I live my life.
Hill: You often talk about attitude. What does that mean to you specifically?
Zárate: Attitude is when you remain upright even when no one is watching. It is the sum of experience, values, and courage. It means not going along with everything that is “ “ – but doing what is right. I believe that this plays an important role, especially in the financial center of Frankfurt. Perhaps more than ever.
And attitude is also evident in small things: when people say they’ll get back to you – and don’t. When offers are made, and nothing comes of them in the end. Especially in a city like Frankfurt, where many people trade on their expertise and present themselves brilliantly, I see this time and time again. For me, this is telling: those who are not reliable in small things will also find it difficult in big things. I’m not saying this reproachfully – but as an invitation to not only think about attitude, but to live it. Everyone talks about values today. But they must also be lived in everyday life – otherwise they remain empty words.
Hill: What do you wish for the future?
Zárate: More space. Less noise, more listening. And for people to learn to be with each other again – without an agenda. I want spaces for resonance, not just for reaction.
Hill: And for the Frankfurt financial center?
Zárate: Less mask, more attitude. And a table where there is room not only for numbers, but also for stories. I wish that humanity and sensitivity were not considered softness – but competence.
Hill: Rubén, thank you very much for the interesting and open conversation.
Zárate: Thank you, Markus, who says you can’t talk about attitude, dignity, fashion, and maybe even alpacas in the Frankfurt financial center? It was a real pleasure.
LINK / INFORMATION ABOUT THE FRANKZISKUSTRFF FOUNDATION
„Man hört nur die Fragen, auf die man vorbereitet ist“ (Goethe). In Gesprächen mit Fondsboutiquen, institutionellen Investoren und Akteuren am Finanzplatz Frankfurt taucht zunehmend ein Thema auf, das bisher erstaunlich wenig Aufmerksamkeit erhält: Welche Rolle können spezialisierte Asset Manager bei der Finanzierung kommunaler Investitionen spielen? Die Ausgangslage ist bekannt: Kommunen müssen gleichzeitig Energiewende, Digitalisierung, Infrastrukturmodernisierung und soziale Projekte vorantreiben – oftmals unter engen Budgetvorgaben. Der Kapitalbedarf wächst, während traditionelle Finanzierungswege nicht immer ausreichen. Wer sollte vielleicht mit wem sprechen?
Kommune, Projekte & „Gedankenaustausch“ Gerade hier bieten Fondsboutiquen interessante Ansatzpunkte. Viele dieser Häuser verfügen über ausgeprägte thematische Expertise: erneuerbare Energien, Quartiersentwicklung, Glasfaser, Mobilität, Sozialimmobilien. Sie arbeiten oft fokussierter und agiler als große Häuser, können individuelle Strukturen aufsetzen und haben direkten Zugang zu Investoren, die langfristige, stabile Cashflows suchen. Für Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Family Offices sind kommunale Infrastrukturthemen kein exotisches Terrain – im Gegenteil: ESG-orientierte Projekte gelten als glaubwürdige Form des Impact Investing.
Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN
Was häufig fehlt, ist eine Brücke zwischen kommunaler Ebene und Kapitalmarktlogik. Kommunen haben attraktive Projekte, kennen aber die Sprache und Anforderungen institutioneller Investoren nicht immer. Fondsboutiquen sind prädestiniert dafür, genau diese Übersetzungsarbeit zu leisten: Von der Projektidentifikation über Wirtschaftlichkeitsanalysen und ESG-Einordnung bis zur Strukturierung investierbarer Vehikel – Private Debt, Infrastruktur-Fonds oder projektbezogene Impact-Lösungen. In vielen Fällen ergeben sich auch Kooperationsmöglichkeiten mit Stadtwerken, kommunalen Wohnungsbaugesellschaften oder Energieversorgern
Input, Ideen & Anregungen zum Themenbereich „Family Offices & Fondsboutiquen“ (Interviews, White Paper, Veranstaltungsformate etc.) sind willkommen:
PS: Die Gruppe FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN bietet immer wieder Gelegenheit für den Gedankenaustausch im Dorf mit Hochhäusern.
Frankfurt & Finanzplatz Deutschland Natürlich ist das Feld nicht frei von Herausforderungen: regulatorische Komplexität, Entscheidungsprozesse, politische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig entsteht jedoch ein Markt, der hervorragend zu den Kernstärken vieler Boutiquen passt: Spezialisierung, persönliche Verantwortung, kurze Wege, hohe Anpassungsfähigkeit.
Der Finanzplatz Frankfurt und Hessen als „Ökosystem Kommunen“ kann dabei als neutraler Treffpunkt dienen – eine Art Knotenpunkt zwischen kommunaler Praxis, spezialisierten Managern und institutioneller Investorenseite. Genau dieser Dialog, dieses „Matchmaking“, scheint derzeit an Bedeutung zu gewinnen. Boutiquen bringen Know-how, Kommunen konkrete Projektbedarfe, Investoren Kapital – und Frankfurt (Beispiel, „MH-Befangenheitsfaktor“) die Plattform.
Fazit Fondsboutiquen können einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Transformation leisten – als Spezialisten, Impulsgeber und Brückenbauer. Für Kommunen wie für Investoren eröffnet sich damit ein gemeinsames Lernfeld, das viel Potenzial für langfristige, nachhaltige Zusammenarbeit bietet.
FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN – Save the Date & Gedankenaustausch “PRE-EVENT” Am 26.2.2026 wird wieder das Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV) stattfinden (Web3 Network & FINFOR). Vor der Veranstaltung wird es wieder eine kleine Paneldiskussion in Frankfurt am 25.2.2026 geben (Thema 2025: „Finanzplatz Frankfurt, Family Offices, Asset Allocation & Financial Education“).
Für den 25.2.2026 beschäftigen wir uns stärker mit dem Thema (Stichworte / Working Title / Fliessordnung): „Family Offices, Vermögensverwaltung, PE, VC, Startups & NextGen“ – Input, Ideen & Anregungen zu dem Themengebiet sind willkommen: info@markus-hill.com
„Die größten Anlagerisiken liegen nicht in der Wirtschaft, sondern im menschlichen Verhalten“ (Howard Marks). Stiftungen stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: steigende operative Kosten auf der einen Seite und volatile Kapitalmärkte auf der anderen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, gesellschaftliche Wirkung zu entfalten und langfristig handlungsfähig zu bleiben. Wie gelingt dieser Balanceakt zwischen Zweckorientierung, Risikomanagement und nachhaltiger Ertragskraft? Im Gespräch mit Stefan Sillmann, der seit Kurzem das Team des VIRIATO Family Office für Stiftungen im Bereich Investor Education & Relationship-Management (Executive Consultant) unterstützt, werfen wir einen differenzierten Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Es geht um die Lehren aus der Zinswende, um Behavioral Finance als Entscheidungshelfer, um typische psychologische Muster in der Kapitalanlage – und um die Frage, wie Stiftungen auch in einem anspruchsvollen Umfeld ihre Rolle als „ruhige Hand“ behalten können, ohne in Untätigkeit zu verfallen. Ein Gespräch über Verantwortung, Struktur und die Kunst, emotionale Entscheidungen durch klare Prozesse zu ersetzen.
Stefan Sillmann & John O’Donnell, VIRIATO FAMILY OFFICE für Stiftungen
Hill: Herr Sillmann, viele Stiftungen blicken laut dem 15. Deutschen Stiftungsbarometer eher skeptisch in die Zukunft. Machen Ihnen diese Ergebnisse Sorgen?
Sillmann: Sorgen vielleicht nicht, aber sie machen nachdenklich. Laut Umfrage konnten im vergangenen Jahr nur 18 Prozent der Stiftungen ihre geplanten Projekte nicht wie vorgesehen umsetzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das ist keine positive Entwicklung für die Stiftungslandschaft.
Hill: Worin sehen Sie die Hauptursachen für diese Entwicklung?
Sillmann: Wir erleben Inflation, steigende Kosten bei Personal und Projekten. Gleichzeitig sind jedoch auch die Renditen in vielen Portfolios gestiegen – sowohl an den Aktienmärkten als auch im Rentenbereich. Das wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt.
Hill: Das heißt, die Erträge hätten eigentlich für viele Projekte reichen müssen?
Sillmann: Das war zumindest unsere Erfahrung bei den Stiftungen, mit denen wir arbeiten. Voraussetzung war allerdings ein aktives Handeln. Als die Zinsen 2022 stark stiegen, waren viele Stiftungen noch im alten Anleihenmarkt investiert und scheuten Abschreibungen. Wir haben hier bewusst Umschichtungen vorgenommen – auch in Kauf von kurzfristigen Verlusten, um die Portfolios langfristig solide aufzustellen. Heute stehen viele Haushaltspläne wieder auf stabilen Beinen.
Hill: Viele sprechen bei Stiftungen von der „ruhigen Hand“ in der Kapitalanlage. Gehen Umstrukturierungen trotzdem schnell genug?
Sillmann: In besonderen Marktphasen ja. Die Zinswende 2022 war ein historisches Ereignis. In solchen Situationen muss man aktiv werden. Die „ruhige Hand“ ist wichtig, aber sie darf nicht zu Untätigkeit bei fundamentalen Veränderungen führen.
Hill: Welche weiteren Erkenntnisse aus der Umfrage haben Sie besonders beschäftigt?
Sillmann: Auffällig sind typische finanzpsychologische Muster. Viele Stiftungen planen, ihre Aktien- und ETF-Quoten nach starken Kursanstiegen zu erhöhen, während das Interesse an Anleihen sinkt – obwohl sich deren Rahmenbedingungen verbessert haben. Das ist klassisches „Chasing the Market“. Gleichzeitig wollen rund 30 Prozent ihre Diversifikation nicht verändern, obwohl sie höhere Erträge anstreben. Diese Widersprüche deuten auf Unsicherheit und Entscheidungshemmnisse hin.
Hill: Sie sprechen Behavioral Finance an. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen?
Sillmann: Stiftungen tragen große Verantwortung, aber Kapitalanlage ist nicht ihr Kerngeschäft. Entscheidungen werden daher oft reaktiv getroffen – beeinflusst von Medien, Politik oder kurzfristigen Marktereignissen. Behavioral Finance hilft uns, diese Mechanismen sichtbar zu machen und Entscheidungsstrukturen zu schaffen, die emotionale Reflexe reduzieren. Das ist entscheidend für nachhaltige Stiftungsarbeit.
Hill: Sie kennen John O’Donnell seit vielen Jahren. Welche Rolle spielt diese Verbindung für Ihre neue Aufgabe bei VIRIATO?
Sillmann: Wir kennen uns aus früheren Stationen im Devisenhandel und aus unserer gemeinsamen Arbeit im Bereich Behavioral Finance. Als es darum ging, die Stiftungsaktivitäten von VIRIATO weiter auszubauen, haben wir wieder intensiv zusammengearbeitet. Mein Hintergrund in Business Development und Finanzpsychologie ergänzt die bestehende Expertise sehr gut.
Hill: Wie verbinden Sie die Werteorientierung von Stiftungen mit den Anforderungen der Kapitalmärkte?
Sillmann: Werte und Marktrealität schließen sich nicht aus. Wir entwickeln Strategien, die die individuellen Leitbilder der Stiftungen berücksichtigen und gleichzeitig Stabilität, Ausschüttungsfähigkeit und Risikomanagement sicherstellen. Das ist anspruchsvoll, aber unverzichtbar.
Hill: Was motiviert Sie persönlich in diesem Arbeitsfeld besonders?
Sillmann: Mich beeindruckt die Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz der Stiftungsarbeit. Wenn wir dazu beitragen können, Stiftungen stabiler, handlungsfähiger und zukunftsfester zu machen, entsteht echter Mehrwert. Für mich ist das eine konsequente Weiterentwicklung meiner beruflichen Laufbahn.
„Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“
Albert Einsteins intellektuelle Neugier war eine treibende Kraft hinter seinen Leistungen. Sie förderte seine Vorstellungskraft, Kreativität und die Fähigkeit, auch unkonventionell zu denken. Die Freude am Schauen und Suchen war ihm wichtig.
Hat intellektuelle Neugier auch am Finanzplatz Deutschland eine Bedeutung?
(Finanzplatz-Akteure, Ökosysteme, Netzwerke und Initiativen = Banken, Versicherungen, Börse, Fonds, Fintechs, weitere Finanzdienstleister, Begleitung durch Wissenschaft, Ministerien, Bundesbank, Förderinstitute, Verbände, Kammern, Berater und Aufsichtsbehörden sowie branchenübergreifende Unternehmen.)
Dieser Frage ist FINANZPLATZ DEUTSCHLAND in drei Beiträgen nachgegangen, die im Folgenden zusammen wiedergegeben werden. Der erste Teil befasst sich hier mit der ökonomischen Relevanz intellektueller Neugier. Weiter vertieft wird die intellektuelle Neugier als ökonomischer Schlüsselfaktor für Innovation, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit. Anschließend folgt ein Beispiel: Warum die Grundsatzabteilung des Wirtschaftsministeriums für einen Ökonomen mit intellektueller Neigung ein „Place to be“ ist.
Die ökonomische Relevanz intellektueller Neugier am Finanzplatz
In einer Zeit tiefgreifender Transformationen gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die über Fachwissen hinausgehen. Eine Schlüsselkompetenz ist die intellektuelle Neugier: die intrinsische Motivation, neue Informationen zu suchen, Wissen zu hinterfragen, Reflexion und Perspektiven zu erweitern. Doch trotz ihrer zentralen Rolle für Innovation, Anpassungsfähigkeit und lebenslanges Lernen ist sie unterbewertet.
Intellektuelle Neugier beschreibt den Wunsch, Ungewissheiten zu beseitigen und kognitiv herausgefordert zu werden. Sie korreliert mit Offenheit für Erfahrungen – einem der „Big Five“ Persönlichkeitsmerkmale – und mit Lernfähigkeit, kreativem Denken und Problemlösungskompetenz. Diese Eigenschaften sind nicht nur individuell vorteilhaft, sondern besitzen hohe ökonomische Relevanz: Unternehmen, die auf Innovationsprozesse setzen, sind resilienter und anpassungsfähiger.
Neugier fungiert als Motor für die Investition in Humankapital. Lebenslanges Lernen wird zur strategischen Notwendigkeit – sowohl für Individuen als auch für Organisationen. Neugier motiviert Menschen, sich weiterzubilden, selbstgesteuert Wissen aufzubauen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sie ist damit der Antrieb zur Entwicklung von Kompetenzen, die in modernen Arbeitswelten gefragt sind: digitale Souveränität, interdisziplinäres Denken und kulturelle Anpassungsfähigkeit.
Unternehmen erkennen zunehmend den Wert von Lernkulturen, in denen Exploration und Wissensaustausch gefördert werden. Hier geht es nicht nur um das Vermitteln von Fähigkeiten, sondern um die Etablierung einer Kultur, in der Fragen ebenso zählen wie Antworten. Besonders in Ökosystemen, in denen Innovationsprozesse kollaborativ verlaufen, ist die Fähigkeit, neue Informationen zu erschließen und Wissen zu teilen, ein Wettbewerbsvorteil.
Auch individuell zeigt sich der ökonomische Nutzen. Menschen mit vielfältigen Bildungs- und Berufserfahrungen sind anpassungsfähiger, resilienter und erfolgreicher. Sie erschließen sich Chancen, weil sie bereit sind, Unbekanntes zu erkunden – durch Weiterbildung, Neuorientierung und Mobilität.
Schließlich gewinnt Neugier gesellschaftspolitisch an Bedeutung: In Fragen der Digitalisierung und Gestaltung moderner Arbeitswelten ist sie eine unterschätzte Ressource. Wer neugierig bleibt, bleibt lernfähig – und trägt damit zur eigenen Entwicklung und zur Innovationskraft der Gesamtgesellschaft bei.
Für die Finanzplatzstrategie sind die Stärkung der finanziellen Bildung und der Ausbau der intellektuellen Infrastruktur „ein Schlüssel, um Talente zu fördern und Innovationen voranzutreiben. Als Akteure am Finanzplatz können wir darauf einzahlen.“
Fazit Teil 1: Intellektuelle Neugier ist mehr als eine persönliche Eigenschaft – sie ist ein ökonomischer Erfolgsfaktor. Sie fördert individuelle Entwicklung, organisationales Lernen und gesellschaftlichen Fortschritt. Sie ist kein „weicher“ Wert, sondern als strategisches Potenzial zu begreifen und nachhaltig zu fördern.
Intellektuelle Neugier als ökonomischer Schlüsselfaktor
für Innovation, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit
In Anbetracht des technologischen Wandels, globaler Unsicherheiten und ökologischer Herausforderungen nehmen individuelle und organisationale Flexibilität zunehmend an Relevanz zu. Neben klassischen Produktionsfaktoren rückt ein oft unterschätzter Treiber ökonomischer Dynamik in den Fokus: die intellektuelle Neugier. Als Bereitschaft, sich mit Neuem, Komplexem oder Unbekanntem auseinanderzusetzen, fördert sie nicht nur individuelles Lernen und Wachsen, sondern entfaltet auch systemische Wirkung in Innovationsprozessen, Transformationsdynamiken und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften.
Intellektuelle Neugier und Innovation
Innovation entsteht aus kognitiven Prozessen wie Problemerkennung, Lösungsorientierung, Hypothesenbildung und kreativem Denken. Studien zeigen, dass intellektuelle Neugier mit innovativem Verhalten korreliert. Neugierige Individuen sind eher bereit, bestehende Annahmen zu hinterfragen, interdisziplinäre Verbindungen herzustellen und unter Ungewissheit zu handeln – zentrale Voraussetzungen für Innovationen. Unternehmen mit einer ausgeprägter Lernkultur berichten über schnellere Weiterentwicklung, höhere F&E-Leistung und mehr Innovationen.
Transformation und organisationale Resilienz
In Transformationsprozessen – etwa im Zuge der Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder geopolitischer Verschiebungen – sind Offenheit für Neues und kognitive Flexibilität von entscheidender Bedeutung. Intellektuelle Neugier fungiert hier als psychologischer Hebel für Lernbereitschaft, Veränderungswillen und Selbstwirksamkeit. Organisationen, die diese Kompetenz fördern, zeigen sich resilienter und können Entwicklungen aktiver gestalten. Empirisch lässt sich ein Zusammenhang zwischen Organisationskultur, Mitarbeiterengagement und Innovationszyklen nachweisen.
Ökonomische & politische Implikationen
Ökonomisch betrachtet wirkt intellektuelle Neugier als immaterieller Produktionsfaktor mit hohem Multiplikatoreffekt. Auf Mikroebene stärkt sie die Innovationsfähigkeit von Unternehmen; auf Makroebene beeinflusst sie die Anpassungsgeschwindigkeit von Volkswirtschaften an technologische und gesellschaftliche Veränderungen. In einer wissensbasierten und vernetzten Wirtschaft ist sie somit nicht bloß eine „soft skill“, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Die gezielte Förderung von Lernkultur, interdisziplinärem Denken und exploratives Arbeiten sollte Bestandteil zukunftsorientierter Politik sein.
Fazit Teil 2
Intellektuelle Neugier ist mehr als eine persönliche Eigenschaft – sie ist eine ökonomisch relevante Ressource mit systemischer Wirkung. Ihre gezielte Förderung ist kein „nice to have“, sondern eine Voraussetzung für Wachstum, nachhaltige Innovationskraft, erfolgreiche Transformationen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Gerade auch am Finanzplatz, z. B. bei der Begleitung technologieorientierter Startups und Fintechs.
Warum die Grundsatzabteilung des Wirtschaftsministeriums
für einen Ökonomen mit intellektueller Neugier ein „Place to be“ ist
Für einen Ökonomen, der intellektuelle Neugier, vernetztes Denken und konzeptionelle Aufgaben schätzt, ist die Grundsatzabteilung „Wirtschaftspolitik“ des Wirtschaftsministeriums (GA) mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie ist ein Ort, an dem Purpose, Analyse und zukunftsorientierte Gestaltung zusammenkommen. Der Autor hat viele Jahre hier gearbeitet, als Diplom-Betriebswirt mit Bankhintergrund und breitem wirtschaftlichem Erfahrungshorizont. Rückblickend kann er sagen: Ein guter Resonanzraum für differenziertes Denken und nachhaltige Wirkung.
Austausch und Reflexion
In der GA treffen wirtschaftspolitische, wissenschaftliche und praxisnahe Perspektiven aufeinander. Es geht nicht nur um das Tagesgeschäft, sondern um die Beratung zu langfristigen, evidenzbasierten und strategischen Weichenstellungen des Strukturwandels. Dafür sind ein offenes Mindset, Lösungsorientierung und Innovation gefragt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird im Team gelebt. Hier finden Ökonomen ein Umfeld, in dem das Denken zählt – mehr als Hierarchie.
Exzellenz durch Vielfalt und Vernetzung
Die volkswirtschaftliche Perspektive und betriebswirtschaftliche Erfahrung sind zwei Seiten derselben Medaille. Wer erfolgreich sein will, braucht beides – und ein belastbares, branchenübergreifendes Netzwerk. Für die Glaubwürdigkeit und Vertrauen im Gespräch mit Banken, Unternehmen, Wissenschaft und Bundesbank sind fachliche Kompetenz, Erfahrung und persönliche Akzeptanz entscheidend. Die GA bietet hierfür die Plattform: als „Think Tank“, Impulsgeber und strategischer Ansprechpartner.
Konkrete Hebelwirkung
Beispiele interessanter und spannender Fach- und Führungsaufgaben:
Fachliche Begleitung und Vorbereitung von Spitzengesprächen der MinisterInnen mit der (Finanz-) Wirtschaft – ein Balanceakt zwischen politischer Botschaft, Interessen und wirtschaftlicher Substanz.
Gremienvorbereitung für MinisterInnen in ihrer Rolle als Verwaltungsratsvorsitzende der Förderbank – eine anspruchsvolle Schnittstelle zwischen Regierung und Wirtschaft.
Rahmenbedingungen: Empfehlungen zu Gesetzentwürfen im Bundesrat.
Eine Erfolgsstory ist die Initiierung und Koordination der Finanzplatzinitiative Fin-Connect-NRW. Sie bündelt Expertise zur Transformationsfinanzierung, bringt Akteure zusammen und hat sich zum Kompetenzzentrum entwickelt – ein Beispiel dafür, wie Impulse aus der GA reale Wirkung entfalten können.
Fazit Teil 3: Berufung zählt
„Wo die Bedürfnisse der Welt mit deinen Talenten zusammentreffen, dort liegt deine Berufung.“ (Aristoteles)
Diese Aufgabe ist kein Routinejob, sondern intellektuell fordernd und gestalterisch erfüllend. Wer analytisch denkt, kommunikativ ist und sich nicht mit dem Status quo zufriedengibt, findet hier sein Wirkungsfeld. Viele Begegnungen sind bereichernd.
Angesichts großer wirtschaftlicher Herausforderungen braucht es Orte wie diesen: der Reflexion, der nachhaltigen Wirkung und des Fortschritts. Ein „Place to be“ – für Ökonomen mit Haltung, Neugier und Gestaltungswillen. Wertvoll für das Land, die Wirtschaft und für den Finanzplatz.
Zitat in Teil 1 aus „Strategie und Charta der Zusammenarbeit für den Finanzplatz Frankfurt“. Frankfurt, September 2025.
Teile des Textentwurfs wurden im Rahmen der Konzeption und Recherche mit Unterstützung von ChatGPT (OpenAI) abgeglichen und anschließend vom Autor auf Basis eigener Prüfung, Erfahrung und Perspektive inhaltlich überarbeitet.
H.-Joachim Plessentin ist Autor und Diplom-Betriebswirt. Er koordinierte die Finanzplatzinitiative Fin-Connect-NRW und war viele Jahre in der Grundsatzabteilung „Wirtschaftspolitik“ des NRW-Wirtschaftsministeriums für die „Grundsatzfragen des Finanz- und Kapitalmarktes“ zuständig (Foto). Darüber hinaus bringt er mehrjährige Bankberufserfahrung aus der DZ Bank und KfW mit (heutige Bezeichnungen).
Europe, history, challenges, and networking – Markus Hill spoke with FEK-EUROjournal’s editors-in-chief, Wolfgang Otto and Dieter Brockmeyer, for FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE. The journal serves as the publication of the Association for the Promotion of European Communication, chaired by the Regensburg-based urologist Otto. Every two years, the association awards the Emperor Charles V European Medal, named after a figure widely regarded as the first “European” and one with deep historical ties to Frankfurt.
Traditionally, the award ceremony takes place during the European Days held in the local castle of the tranquil Franconian community of Neudrossenfeld, located near the baroque residential city of Bayreuth. Laureates of the medal include renowned figures of European integration such as Jacques Santer, Otto von Habsburg, and Hans-Dietrich Genscher.
The conversation focused on the association’s work and the future of the journal’s ambitious online magazine. Frankfurt local Dieter Brockmeyer, co-founder and innovation expert at the globally active Diplomatic World Institute in Brussels, explained why his voluntary involvement with the magazine is particularly meaningful to him.
Hill: I’ve noticed some exciting activities by the Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation e.V. (FEK). Mr. Otto, you are the chairman of this Nuremberg-registered association. How did it come into being, and what are its goals?
Wolfgang Otto: In the late 1990s, a handful of South German individuals with a strong commitment to Europe brought together by my predecessor, the journalist Peter Verbata (1942–2018), who fled Prague for Nuremberg in 1968, asked themselves how they could accompany the forthcoming EU enlargement to the East in a positive way. This is still very visible today in the annual “German-Czech Colloquia” and also in the name of an award our association has been presenting since 2001 to outstanding figures in the process of European unification: the “FEK European Medal of Emperor Charles IV.” Named after the 14th-century ruler of the Holy Roman Empire of the German Nation, who came from the House of Luxembourg, was King of Bohemia, and spent a large part of his life in the region between the imperial cities of Prague and Nuremberg where our association is based .The medal is awarded every two years as part of the European Days, which we largely co-organize. These European Days, the colloquia and, not least, the FEK EUROjournal today form the essential pillars of our voluntary, nonprofit work.
Wolfgang Otto, FEK-EUROjournal & Markus Hill
Dieter Brockmeyer: I would like to emphasize that the DACH region bears a particular responsibility for Europe, Germany alone on account of its history, and the region as a whole due to its central location within the EU and its economic weight. I include Switzerland and Liechtenstein here. Both are small to very small, but with exceptionally strong economies, Liechtenstein for instance in the financial sector. While neither is a formal EU member, both are tightly connected through the EEA. That naturally influences our work. In this context, it is also worth mentioning that Prince Michael of Liechtenstein, cousin of Prince Hans-Adam II, was the predecessor of our current association president. The importance of the DACH region’s central position can be seen in the significance of Frankfurt, not only as a European financial center alongside Paris and Amsterdam but also as a major transport hub, including digitally…
Dieter Brockmeyer, FEK-EUROjournal & Markus Hill
Hill: You mentioned the award—tell us more. There is now quite an impressive list of distinguished laureates.
Wolfgang Otto: The figure of Emperor Charles IV who, in Germany, stands somewhat in the shadow of Charlemagne on the one hand and his descendant Charles V on the other, but who in our neighboring country is regularly voted “the greatest figure in history”—fits our own era remarkably well because he, too, lived and worked in a time of profound upheaval. Just mention climate change and the threat of epidemics, and you might think you were in our own age. The “Little Ice Age,” which began during Charles’s lifetime, was no less disruptive than global warming is today, and the plague was a far more devastating catastrophe than the recent COVID-19 pandemic. At the same time, Charles founded Central Europe’s first university in Prague in 1348 and—something that historians often held against him—maintained outward peace through a mixture of trust in God and a touch of cosmopolitanism. (He was among the most linguistically gifted and educated emperors in history.) In this sense, he has—implicitly or explicitly—served as a model for many of the statesmen and personalities to whom we have awarded the medal over the decades. Without making any ranking, I personally think of Theo Waigel and Otmar Issing, pioneers of the euro; the last imperial and royal crown prince and true democrat Otto von Habsburg; Lithuania’s “liberator” Vytautas Landsbergis; Gyula Horn, Karel Schwarzenberg and Hans-Dietrich Genscher, all of whom played major roles in bringing down the Iron Curtain; and EU Commission President Jacques Santer, who in 2003 was the first to receive the European Medal during the “Neudrossenfeld European Days.” Since the DACH region was mentioned: we have also honored important figures from this region, such as former Liechtenstein government member Thomas Zwiefelhofer and Austrian EU Commissioner Franz Fischler.
Hill: I’m hearing about Neudrossenfeld for the first time—where is it, and how did you find this partner?
Wolfgang Otto: Neudrossenfeld is a small, very romantically situated village in the Red Main Valley between Bayreuth and Kulmbach in Upper Franconia. It has since been designated an official “European Municipality,” as we have been holding the European Days there since 2003. “We,” that is the FEK, the municipality of Neudrossenfeld, the district of Kulmbach and the Chamber of Commerce and Industry for Upper Franconia in Bayreuth. A former managing director of that Chamber, Dr. Hans Kolb (1955–2024), a dedicated FEK supporter from the start, identified this village of his childhood and its castle, renovated by the longtime head of the SchmidtBank, which once shaped the region, as a perfect venue. Every two years in spring, a “focus country” is presented in its many facets. Most recently, in May 2025, the Grand Duchy of Luxembourg, arguably the most European of European states, in my view. The FEK European Medal on that occasion went to two outstanding women with ties to the country: Luxembourg’s ambassador to Germany, H.E. Sylvie Lucas, and Nicola Beer, the Wiesbaden-born German Vice President of the European Investment Bank and former senior politician.
Dieter Brockmeyer: With the castle, its hall and gardens offering exceptional views of the Red Main meadows, the Bräuwerck and a surprisingly ornate church for a village of this size, all within close proximity, Neudrossenfeld provides a truly unique atmosphere. I recently spoke with our latest laureate, who was very impressed by the setting. Unfortunately, the regional hospitality industry suffered greatly during COVID, which does pose challenges for us in organizing the event.
Hill: You also publish your own information medium, the EUROjournal. What is its purpose?
Wolfgang Otto: As a large share of our members came – and still come – from business journalism and the media sector, launching a European information and documentation publication in 1999, the “EUROjournal pro management,” was a rather natural step. Over the years, the focus on economic topics has perhaps receded somewhat in favor of general political themes as well as cultural and philosophical content. But for the FEK and its EUROjournal, raising awareness of the economic foundations that secure prosperity—and thus the success of a united Europe—remains crucial. Cooperation with other organisations committed to European integration is becoming ever more important, and we report on their activities in the EUROjournal. Promoting European communication—true to the name of our association—remains our mission. By way of example, at very different levels, I might mention the Diplomatic World Institute, the Paneuropean Union or the regionally active Academy of Eastern Bavaria–Bohemia. I myself joined the team in 2008 as a physician and passionate small-scale publisher and writer on various topics and—now serving as head of the editorial office for eight years—am deeply grateful for the experienced colleagues supporting me, not least Dieter Brockmeyer, who after many years on our editorial board has generously agreed to strengthen the editorial leadership.
Dieter Brockmeyer: FEK founder Peter Verbata managed to attract truly notable European pioneers of the first generation to the EUROjournal, I’m thinking, for example, of the former Vice President of the European Parliament and father of the European flag, Ingo Friedrich, who publishes regularly and frequently serves as a laudator. Of course, we face a challenge as these founding figures become fewer and we have to attract new authors. It took some time, but it’s now going quite well. Our platform’s technical development is also far from finished. A genuine friendship has developed between Wolfgang Otto and me over the years, and despite the limited time budgets typical of volunteer projects, our collaboration works extremely well.
Hill: So it’s purely an online platform?
Dieter Brockmeyer: For special occasions, such as the European Days, we still produce printed editions, albeit slim ones. We intend to expand that again, because printed magazines still have advantages in certain contexts. Despite all the momentum toward digital, I am convinced that print will continue to exist and may one day grow again as a niche product. Of course, it’s a matter of funding and of timing. So we’re proceeding carefully.
Wolfgang Otto: Rising costs for layout and paper made the EUROjournal—originally launched as a quarterly print publication—untenable in that form. But I fully agree with Dieter Brockmeyer: a well-produced printed piece that you can hold in your hands still has value, and while we embraced the digital aspect rather late, our goal remains to bring out at least one tangible issue each year.
Hill: So it will continue to expand?
Dieter Brockmeyer: The online platform, definitely—and we’re not losing sight of print. With fresh authors, we will continue sharpening the EUROjournal’s profile and opening up new target groups. That is clearly our aim.
Hill: Mr. Brockmeyer, with the Diplomatic World Institute you co-founded, you have a very international orientation. What motivates your involvement in the EUROjournal?
Dieter Brockmeyer: I’ve been connected with the FEK for a long time—since 2012, I believe, longer than with the DWI. I worked as a journalist for many years, and this gives me the opportunity to keep nurturing that. When we founded the DWI in 2019, the overlaps quickly became apparent. It makes sense to expand them, for example through cross-promotion. My EUROjournal column “The Wise Old Man” also gives me space to express my views much more broadly than is possible within the institute. The title is intentionally tongue-in-cheek. I can also put forward theses for debate, which later feed directly into my DWI work, such as my books on innovation resilience. It all fits together very well. For our innovation video podcast Today & Tomorrow, although it is in English, we’ve also gained an additional distribution channel. Those are just a few examples.
Hill: What are your future goals—for the FEK, for the awards, and for the online magazine?
Wolfgang Otto: The European Days and the German-Czech Colloquium should continue and, where possible, be expanded, because the acceptance of the European idea is once again under pressure. That is something we thought we had overcome by 2010. Back then, we introduced the “FEK Freedom Ring” as an additional award for private individuals active in European exchange across various fields. Making these contributions, achievements and personalities, many of which risk being overlooked in today’s so-called mainstream media, visible is one of the reasons why the EUROjournal will remain an essential component of the FEK portfolio.
Dieter Brockmeyer: Europe faces enormous challenges, many of them self-inflicted. It needs reminders and support to ensure that this great idea does not run aground. There is plenty of work to do in the coming decades. We accept this responsibility, fully aware that we are only a small voice, but one among many. Together we become a chorus, much louder and, hopefully, able to contribute to preserving and strengthening the European project.
Frankfurt is becoming increasingly important in our work, not only because it’s where I live but due to its central significance for Europe. It’s no coincidence that Nicola Beer received the European Medal this year. Her European journey took her to Brussels and now to Luxembourg, but her home has always remained the Rhein-Main region.
Hill: Thank you for the conversation. I look forward to seeing you again in the “Village of Skyscrapers” in 2026!