FINANZPLATZ FRANKFURT & DACH-REGION: Fondsboutiquen & Value Investing, Rohstoffe, Endowment-Ansatz „Austria“, Swiss Value Day & Natural Resources Day (INTERVIEW – Alex J. Rauchenstein, SIA Asset Management)

„Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten“

Value Investing galt lange Zeit als anstrengende Disziplin in einem Marktumfeld, das stark von Wachstumstiteln, Liquidität und kurzfristigen Modethemen geprägt war. Inzwischen rücken Substanz, Bewertungsdisziplin und reale Vermögenswerte wieder stärker in den Fokus vieler Investoren. Beim Fondskongress in Mannheim zeigte sich nach Einschätzung von Alex Rauchenstein (SIA Asset Management) erneut ein wachsendes Interesse an Value-Strategien und Rohstoffaktien – insbesondere bei Family Offices, unabhängigen Vermögensverwaltern und Investoren, die frei von strukturellen Zwängen entscheiden können. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert Rauchenstein für FINANZPLATZ FRANKFURT, warum der direkte Dialog mit Investoren für SIA zentral bleibt, welche Rolle Energie- und Rohstoffaktien im aktuellen geopolitischen Umfeld spielen und welche Themen beim Swiss Value Day am 11. Juni in Zürich sowie bei weiteren Veranstaltungen im Jahr 2026 im Mittelpunkt stehen.

Alex Rauchenstein, SIA Asset Management

Hill: Beim Fondskongress in Mannheim ergaben sich zahlreiche spannende Diskussionen rund um Value Investing und Rohstoffe. Welche Themen standen aus Ihrer Sicht im besonderen Fokus der Fondsselektoren vor Ort?
Rauchenstein: Der Fondskongress in Mannheim war erneut ein voller Erfolg. Seit vielen Jahren veranstalten wir gemeinsam mit der Frankfurt Asset Management (FAM) am ersten Kongresstag eine Mittagspräsentation. Dabei konnten wir feststellen, dass beide unsere Anlagethemen Value- und Rohstoffaktien wieder auf deutlich gestiegenes Interesse stoßen – insbesondere bei Investoren, die unabhängig und ohne strukturelle Einschränkungen Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Ein wesentlicher Grund dafür ist die überzeugende Entwicklung unserer Strategien: Seit nunmehr fast sechs Jahren erzielen unsere beiden Fonds der SIA LTIF Classic und der SIA LTIF Natural Resources eine signifikante Outperformance gegenüber dem globalen Aktienmarkt und bieten dadurch eine attraktive Diversifikationsmöglichkeit. Auch im aktuellen geopolitischen Umfeld hat sich daran nichts geändert. Unsere konsequente Positionierung im Energiesektor, insbesondere in Ölunternehmen, hat sich weiterhin bewährt und konnte die jüngsten Korrekturen an den Aktienmärkten spürbar abfedern. Darüber hinaus profitiert unser Fonds SIA LTIF Natural Resources davon, dass Investoren verstärkt nach einer soliden Basisanlage im Rohstoffsektor suchen, die zugleich aktiv und konsequent nach Value-Kriterien gemanagt wird.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Ein kurzes Stimmungsbild von Ihrer Seite: Sind Family Offices nach wie vor die idealen Investoren für Value Investing?
Rauchenstein: Ja, diese Einschätzung gilt weiterhin. Wie bereits erwähnt, stoßen unsere Ansätze insbesondere bei Investoren auf Interesse, die frei von strukturellen Zwängen eigenständig Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Dies trifft in besonderem Maße auf Family Offices sowie unabhängige Vermögensverwalter zu. Anders formuliert: Je näher wir am tatsächlichen Investor sind, desto besser wird unser unternehmerisch geprägter Investmentansatz verstanden und konsequent mitgetragen.

Hill: Welche Themen stehen in diesem Jahr beim Swiss Value Day im Vordergrund?
Rauchenstein: Am 11. Juni findet in Zürich die fünfte Ausgabe des Swiss Value Day statt. Vor rund sechs Jahren entstand die Idee zu dieser Veranstaltung vor dem Hintergrund, dass Value Investing vielerorts bereits als überholt galt. Gemeinsam mit einem Mitbewerber haben wir uns damals bewusst dafür entschieden, diesem Trend entgegenzuwirken und eine Plattform zu schaffen, die die Relevanz von Value-Strategien wieder stärker in den Fokus rückt. Inzwischen konnten wir aufzeigen, dass es sich weiterhin – oder aus unserer Sicht heute mehr denn je – lohnt, konsequent an Value-Strategien festzuhalten. Auch in diesem Jahr setzen wir auf hochkarätige externe Referenten: Neben Mark Dittli von „The Market“ begrüßen wir Kim Shannon, Gründerin von Sionna Capital in Toronto, sowie den renommierten Wirtschaftshistoriker Edward Chancellor, der Anfang dieses Jahres sein neuestes Buch veröffentlicht hat. Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten.

Hill: Welche Themen stehen zusätzlich im Jahr 2026 bei Ihnen auf der Agenda?
Rauchenstein: Neben unseren inhaltlichen Schwerpunkten stehen auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen im Mittelpunkt, bei denen wir den direkten Austausch mit Investoren pflegen. Am 12. Mai steht unsere Veranstaltung im MainNizza in Frankfurt an. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen vor Ort, vorab vielen Dank für die Moderation. Wie vorher erwähnt, der Swiss Value Day steht dann im Juni vor der Tür, wir freuen uns auf den Gedankenaustausch in Zürich. Ein weiteres Highlight wird auch im Herbst wieder der Natural Resources Day sein, dieser findet ebenfalls in Zürich am 10. September statt. Zusätzlich finden noch verschiedene Veranstaltungen mit Stockwaves und der FFB in Deutschland statt. Wir sind übrigens am 12. November nochmals in Frankfurt (FFB), vielleicht sehen wir uns ja auch dort wieder. Diese Termine unterstreichen unseren Anspruch, im engen Dialog mit unseren Investoren zu bleiben und unsere Anlagestrategien kontinuierlich zu erläutern und weiterzuentwickeln.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Dialog & Information:

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FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL

FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“)

25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“

(Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital)

26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“

Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“

(Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com)

17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026”

(Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH)

Interview mit Christian Hommens  SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS

Frühjahr 2026Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“

(Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025)

16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog

(Medienpartnerschaft)

12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“

(Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ)

17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT

(Vortrag – Markus Hill)

10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“

(Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge)

Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen:

info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179

Foto: Finanzplatz Frankfurt am Main

QUELLE: IPE D.A.CH

FINANZPLATZ FRANKFURT & DIALOG: Impact Investing & Private Markets – Family Offices & Institutional Investors, Infrastructure, Private Equity, Private Debt, Digital Assets, Frankfurt Ecosystem & MORE – Event (INTERVIEW – Christian Hommens, Smart Bridges GmbH)

Impact investing is more than just a label. In private markets in particular, impact is increasingly becoming a strategic category – for family offices as well as institutional investors. Markus Hill speaks with Christians Hommens on behalf of FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE about the critical success factors in this investment segment and the importance of professional dialogue among experts. Impact measurement, impact infrastructure, private equity, sustainability & investing, private debt – these and other topics form the basis for the exchange of ideas in March at a specialist conference (SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS). The importance of the Frankfurt ecosystem for investment, decision-making, and regulation in these areas will be highlighted.

Hill: Impact investing is often considered a „nice to have.“ Where do you see real structural change today, especially in the private markets?

Hommens: Impact investing is clearly evolving from a secondary issue to a core strategic question. In the private markets, family offices and institutional investors are increasingly recognizing that long-term returns, resilience, and impact go hand in hand. Infrastructure, private equity, and private credit make it possible to deploy capital in a targeted manner – with measurable impact and simultaneous value creation potential. Impact thus becomes a quality feature, not a compromise.

Christian Hommens, Smart Bridges GmbH & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt

Hill: Where do investors fail in practice – and why is it worthwhile to exchange ideas at Smart Bridges?

Hommens: It’s hard to say, but we see three points coming up again and again: lack of impact measurability, unclear governance structures, and limited access to compelling deal flow. This is exactly where our forum comes in. We bring investors, practitioners, and solution providers together—not theoretically, but in a practical, interactive way and on an equal footing.

Hill: What specific topics will be the focus of the two days?

Hommens: From impact measurement and social impact to impact infrastructure. And, of course, private equity and sustainable portfolio design will be examined in more detail – supplemented by topics such as private credit, infrastructure, regulatory requirements, and new structuring models. Always with an eye on the question: How can impact be meaningfully integrated into portfolios without losing sight of performance?

Hill: Why is Frankfurt/Hesse the right place—and why now?

Hommens: Frankfurt and Hesse combine capital, decision-making authority, and regulatory proximity. In an environment of increasing uncertainty, investors are looking for guidance and long-term solutions. The connection between impact investing and private markets is highly relevant in this context – and our region is the ideal place for this dialogue.

Hill: Thank you very much for the interview. I look forward to the fireside chat on February 17, 2026 („Family Offices & Foundations,“ Impact Investing) and to the discussions on site.

Information about the event: SMART IMPACT INVESTING EXCELLENCE FORUM

Information about the event: „PRIVATE MARKETS EXCELLENCE FORUM“

Dialog & Information:

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FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL

FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Topics, interests, dialogue (selection & “snapshots”)

February 25, 2026, Frankfurt – “Frankfurt am Main Financial Center meets Wealth Management”

(Markus Hill – Moderator: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital)

February 26, 2026, Frankfurt – “Forum for Digital Assets (FDV)”

Editorial team – Special topic “Frankfurt am Main as a financial center meets wealth management & digital assets”

(Interviews / guest contributions, ‘support’ & MORE: info: markus-hill.com)

March 17, 2026, Frankfurt Private Markets Excellence Forum – “Private markets, family offices & foundations – due diligence & outlook for 2026”

(Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Managing Director, VIRATIO GmbH)

Interview with Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS

Spring 2026: Investor study “Preferences of institutional investors in real estate & alternative investments”

(Markus Hill – Moderator, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Example 2025)

April 16, 2026 – “köln let’s talk” – Bettina Timmler – Real Estate & Dialogue

(Media partnership)

May 12, 2026, Frankfurt: “Value Investing & Commodities & MORE”

(Markus Hill – Moderator & Short intro “Fund Boutiques & US Formula” – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ)

June 17, 2026, Zurich: Insights – “Family Offices & Fund Boutiques” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT

(Presentation – Markus Hill)

November 10, 2026, Frankfurt: “Frankfurt am Main Financial Center meets Liechtenstein Financial Center”

(Markus Hill – Moderator – LAFV Liechtenstein Investment Fund Association: Panel & Presentations)

Input, ideas, and suggestions on the above topics are welcome:

info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179

Foto: Pixabay

FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN: „Private Debt hingegen umfasst kurz- bis langfristige Fremdkapitalfinanzierungen mit der Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen“ (INTERVIEW – SEBASTIAN THÜRMER, Artis Institutional Capital)

Private Debt, Real Assets, Asset Allocation, Regulierung – im Gespräch mit Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT, geht Sebastian Thürmer, geschäftsführender Gesellschafter der artis Institutional Capital Management GmbH, auf die Marktverschiebungen, Wachstumssegmente und die Frage, wie sich institutionelle Anleger strategisch zwischen Private Debt, Infrastruktur und klassischen Anleiheinvestments positionieren sollten, ein.

Hill: Private Debt steht in der Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer eher im Schatten der boomenden Assetklasse Infrastruktur Equity. Sehen Sie Chancen für eine Trendumkehr?
Thürmer: Beide Assetklassen erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch grundsätzlich nicht miteinander vergleichbar. Bei Infrastruktur Equity investieren institutionelle Anleger Eigenkapital mit langfristigem strategischem Fokus. Themen wie Nachhaltigkeit, Energiewende, öffentlicher Verkehr oder bezahlbarer Wohnraum stehen im Vordergrund. Private Debt hingegen umfasst kurz- bis langfristige Fremdkapitalfinanzierungen mit der Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein wesentlicher Treiber sind regulatorische Veränderungen wie Basel III und Basel IV. Diese erhöhen den Druck auf Banken, höhere Eigenkapitalquoten vorzuhalten, was Margen reduziert und die klassische Kreditvergabe erschwert. Die Folge ist eine sinkende Kreditverfügbarkeit durch Banken und Sparkassen – und genau hier eröffnen sich Chancen für alternative Kreditgeber, wettbewerbsfähige Konditionen anzubieten. Für institutionelle Investoren entstehen dadurch attraktive Anlagemöglichkeiten in der Fremdfinanzierung von Immobilien, Unternehmen und Infrastrukturprojekten.

Hill: Inwieweit sehen Sie die Gefahr, dass Banken sich aus dem Finanzierungsbereich teilweise oder sogar vollständig zurückziehen?
Thürmer: Banken und Sparkassen werden insbesondere in Deutschland auch künftig zentrale Ansprechpartner für Kreditfinanzierungen bleiben. Allerdings ist zu erwarten, dass sich Kreditinstitute stärker auf die Bindung von Bestandskunden konzentrieren – häufig zulasten des Neukundengeschäfts. Daraus ergibt sich eine klare Chance für Private-Debt-Fonds. Der Hausbankgedanke ist in Deutschland traditionell stärker ausgeprägt als etwa in den USA, Großbritannien oder den Benelux-Ländern. Dort finanzieren sich Unternehmen bereits heute zu einem deutlich höheren Anteil über Private-Debt-Strukturen.

Hill: Gehen Sie daher in den kommenden Jahren weiterhin von einem starken Marktwachstum aus?
Thürmer: Ja, eindeutig. Der Vermögensverwalter BlackRock kam in einer Studie aus dem Jahr 2025 zu dem Ergebnis, dass das weltweite Volumen von Private-Debt-Investments von aktuell rund 1,4 Billionen US-Dollar auf bis zu 3,5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Dieses Wachstum wird auch Deutschland und Europa erfassen, wenngleich die Märkte hier traditionell bodenständiger strukturiert sind als in den USA. Bereits heute investieren insbesondere Versicherungsunternehmen in Deutschland stark in Private Debt und planen weitere Aufstockungen. Ein wesentlicher Faktor ist die regulatorische Behandlung: Unter Solvency II ist die Eigenkapitalunterlegung bei Fremdkapital deutlich niedriger als bei Eigenkapitalinvestments. Zusätzlich eröffnet die neu geschaffene Infrastrukturquote nun auch Altersvorsorgeeinrichtungen und weitere VAG-regulierten Investoren zusätzliche Spielräume für Fremdkapitalengagements.

Hill: Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass institutionelle Investoren Mittel aus dem klassischen Anleihebereich in Private Debt umschichten, um Renditen zu optimieren?
Thürmer: Renditeoptimierung allein darf kein Maßstab sein – entscheidend ist immer das Verhältnis von Risiko und Ertrag. In den vergangenen Jahren haben sich einige Investoren, insbesondere in bestimmten Teilsegmenten, durch steigende Zinsen und rückläufige Immobilienbewertungen in schwierige Situationen manövriert. Vorstellbar sind jedoch Umschichtungen von liquiden Hochzinsanleihen mit schwacher Bonität in Private-Debt-Investments. Dadurch lässt sich die Kreditqualität verbessern, da vergleichbare Renditen im Private-Debt-Bereich häufig auch mit Investment-Grade-Strukturen erzielt werden können – nicht zuletzt aufgrund der Illiquiditätsprämie.

Sebastian Thürmer, Artis Institutional Capital & Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt

Hill: Wie positionieren sich aus Ihrer Sicht die Segmente Corporate Debt, Infrastructure Debt und Real Estate Debt in den kommenden Jahren?
Thürmer: Im Bereich Real-Estate-Debt sind Abschreibungen und Wertberichtigungen weitgehend verarbeitet. Die Immobilienmärkte haben sich stabilisiert und dürften perspektivisch wieder zulegen. Bei Neuinvestitionen sollte der Fokus stärker auf Wohnimmobilienfinanzierungen liegen und weniger auf gewerblichen Objekten. Corporate Debt gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Großbanken ziehen sich hier teilweise selektiv zurück, was alternative Kreditgeber stärkt. Infrastructure Debt bleibt geprägt von der Finanzierung von Wind- und Solarparks. Gleichzeitig wird das Anlageuniversum durch neue Infrastrukturthemen weiter wachsen. Die Mehrheit der Investoren bevorzugt Senior Loans als etabliertes Finanzierungsinstrument, ergänzt durch Junior Loans zur gezielten Renditeoptimierung.

Hill: Ihre jährlich durchgeführte Studie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien und alternativen Investments“ zeigte Anfang 2025, dass 36% der Befragten ihre Private-Debt-Allokation ausbauen wollen. Welche Tendenz erwarten Sie in der 2026er-Studie?
Thürmer: Die Studie werden wir im Februar/März 2026 zum sechsten Mal durchführen. Prognosen möchten wir bewusst vermeiden, doch das Marktumfeld erscheint weiterhin stabil. Die strukturellen Treiber – Regulierung, Finanzierungsbedarf und Nachfrage nach planbaren Erträgen – sind unverändert intakt.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

Dialog & Information:

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Quelle: www.institutional-investment.de

FINANZPLATZ FRANKFURT & FINANZPLATZ LIECHTENSTEIN: „Einer der Schwerpunkte in Frankfurt wird das Thema Vermögensstrukturierung mittels Fonds bei Family Offices und Vermögensverwaltern sein“ (INTERVIEW – David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband)

„Einer der Schwerpunkte in Frankfurt wird das Thema Vermögensstrukturierung mittels Fonds bei Family Offices und Vermögensverwaltern sein“

Family Offices, Familienfonds, Fondsdomizil Liechtenstein und Gedankenaustausch am Finanzplatz Frankfurt am Main Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit David Gamper, Geschäftsführer des LAFV Liechtensteinischen Anlagefondsverbands, über aktuelle Aktivitäten und Themen des Verbands. Weitere Gesprächspunkte waren die zunehmende internationale Attraktivität des Standorts vor dem Hintergrund der Diskussion auf der diesjährigen Veranstaltung in London, Wachstum, Regulierung (UCITS, AIFM) sowie das Omnibus Simplification Package. Zusätzlich wurde der Themenkomplex „Digital Assets, Blockchain und Tokenisierung“ angesprochen. Auch in diesem Jahr wird der Verband gemeinsam mit Liechtenstein Finance beim FONDS professionell KONGRESS in Mannheim sowie in München und Hamburg den intensiven Dialog mit potenziellen Fondsinitiatoren fortsetzen.

David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband

Hill: Wie bewerten Sie derzeit die Entwicklung des Fondsstandorts Liechtenstein im internationalen Vergleich?
Gamper: Liechtenstein hat sich in den vergangenen Jahren ausgesprochen positiv entwickelt. Das Wachstum der Assets under Management lag deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Wir sind zwar ein kleiner Standort, aber dafür hoch spezialisiert und äußerst flexibel. Die Kombination aus EWR-Mitgliedschaft, der Fokussierung auf White/Private-Label-Fonds, einer modernen Regulierung sowie den kurzen Entscheidungswegen zwischen Marktteilnehmern und Behörden macht Liechtenstein für viele Fondsinitiatoren besonders attraktiv – insbesondere, wenn es um grenzüberschreitende Lösungen geht. Natürlich spüren auch wir die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere die Zollpolitik der US-Regierung, was in diesem Jahr zu einem leichten Rückgang der Assets under Management geführt hat. In der ersten Jahreshälfte war zudem die Zahl der Fondsgründungen leicht rückläufig – dieser Trend hat sich jedoch seit Mitte des Jahres umgekehrt. Im dritten Quartal konnten wir den Rückgang bereits mehr als kompensieren, und die Branche blickt mit großem Optimismus in die Zukunft.

Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN

Hill: Wie beurteilen Sie die regulatorischen Rahmenbedingungen für Fondsgesellschaften und Fondsinitiatoren in Liechtenstein? Gibt es geplante Änderungen, die besonders relevant sind?
Gamper: Auf EU-Ebene wurden sowohl die AIFM- als auch die UCITS-Richtlinie überarbeitet. Im Rahmen dieser europäischen Revision erfolgen insbesondere Anpassungen in den Bereichen Delegation und Reporting, zudem werden neue Regelungen zum Liquiditätsmanagement sowie zur Kreditvergabe durch AIF eingeführt. In Liechtenstein befinden wir uns derzeit mitten im Prozess der Anpassung der nationalen Fondsgesetze zur Umsetzung dieser Richtlinienänderungen. Dabei besteht ein breiter Konsens, die von der Europäischen Kommission vorgesehenen Wahlmöglichkeiten und Gestaltungsspielräume so zu nutzen, dass keine über die EU-Vorgaben hinausgehenden strengeren Regelungen geschaffen werden. Ziel ist es vielmehr, die Flexibilität für die Marktteilnehmer zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund beurteile ich die regulatorischen Rahmenbedingungen für Fondsgesellschaften und Fondsinitiatoren in Liechtenstein als äußerst vorteilhaft.

Hill: Derzeit ist das Omnibus Simplification Package in aller Munde. Hat das auch Auswirkungen auf die Fondsbranche, spüren Sie bereits Erleichterungen?
Gamper: Bislang spüren wir noch kaum direkte Erleichterungen. Die bisher veröffentlichten Teilpakete richten sich in erster Linie an die Realwirtschaft. Wir verfolgen die weiteren Entwicklungen mit großem Interesse, denn in einzelnen Bereichen könnte es für die Finanzwirtschaft – hoffentlich nur vorübergehend – sogar herausfordernder werden. Nach aktuellem Stand müssen Finanzinstitute Nachhaltigkeitsberichte erstellen, während gleichzeitig die Datenlieferung durch Unternehmen infolge des Omnibus Simplification Package deutlich reduziert wurde. Das dürfte für die Fondsbranche zunächst zusätzlichen Aufwand und höhere Kosten bedeuten, da entstandene Datenlücken etwa durch den Einsatz von Ratings geschlossen werden müssen. Wir warten daher gespannt, wie sich die Umsetzung in der Praxis weiterentwickelt.

Hill: Inwiefern spielen Digital Assets, Blockchain und Tokenisierung in der liechtensteinischen Fondsbranche eine Rolle. Gibt es bereits konkrete Beispiele?
Gamper: Digital Assets haben in Liechtenstein beinahe Tradition – wurde doch bereits 2018 der erste Krypto-Asset-Fonds nach europäischer Regulierung hier aufgelegt. Mittlerweile gibt es mehrere Fonds in diesem Bereich, das Volumen ist jedoch weiterhin überschaubar. Besonders spannend ist derzeit die Tokenisierung von Fonds: Dabei werden Fondsanteile vollständig auf der Blockchain abgebildet und können dort kosteneffizient und transparent gehandelt werden. Erste Pilotprojekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Der Markt steht zwar noch am Anfang, doch das Potenzial ist enorm.

Hill: Ich habe kürzlich mehrere Videos mit Ihnen auf der Webseite von Liechtenstein Finance gesehen. Gibt es da eine Kooperation mit den Liechtensteinischen Anlagefondsverband?
Gamper: Ja, in gewisser Weise. Wir als Liechtensteinischer Anlagefondsverband (LAFV) sind – ebenso wie die anderen Finanzplatzverbände und die Regierung des Fürstentums – Mitglied bei Liechtenstein Finance, einem privatrechtlich organisierten Verein. Ziel des Vereins ist es, das Profil des liechtensteinischen Finanzplatzes im In- und Ausland zu schärfen, indem die Stärken und Besonderheiten des Standorts gezielt kommuniziert werden. Liechtenstein bietet hervorragende Rahmenbedingungen – nicht nur für die Fondsbranche –, die in Europa noch zu wenig bekannt sind. Das möchten wir gemeinsam ändern.

Hill: Und diese Rahmenbedingungen wären?
Gamper: Eine vollständige Aufzählung würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Einige wesentliche Standortvorteile möchte ich dennoch hervorheben. Es gibt die EWR-Mitgliedschaft mit entsprechendem Zugang zum EU-Binnenmarkt und die regulatorische Flexibilität dank der von der EU-Kommission eingeräumten Spielräume Liechtenstein gilt als sicherer Hafen für Vermögen, verfügt über eine stabile politische und wirtschaftliche Ordnung, keine Staatsschulden und ein AAA-Rating von S&P Global Ratings. Wir besitzen effiziente Behörden und kurze Entscheidungswege, die eine rasche Time-to-Market für neue Produkte ermöglichen. Zudem verfügen wir über eine attraktives Steuersystem mit niedrigen Sätzen; auf Fondsebene entfällt die Besteuerung vollständig, auf diese Weise wird Doppelbesteuerung vermieden wird.

Hill: Sie hatten im Oktober in London eine Veranstaltung mit Podiumsdiskussion. Welche Punkte wurden da besonders diskutiert?
Gamper: Das Hauptinteresse in London galt der Vermögensstrukturierung mittels Fonds. Dieses Thema fand im Publikum große Resonanz, da Fondsstrukturen erhebliche Vorteile bieten. Die bereits erwähnten Stärken des Standorts Liechtenstein wurden von den anwesenden Fondsinitiatoren ausdrücklich bestätigt und als überzeugend empfunden. Gerade im Vereinigten Königreich sind Offshore-Lösungen nach wie vor beliebt, da sie in der Regel günstiger sind als Fondsstrukturen innerhalb der EU. Allerdings bieten sie deutlich weniger rechtliche Sicherheit – ein Aspekt, der vielen Teilnehmern nicht bewusst war.

Hill: Welche Veranstaltungen stehen noch an?
Gamper: Am 18. November 2025 findet wieder „Finanzplatz Frankfurt meets Finanzplatz Liechtenstein“ statt. Einer der Schwerpunkte in Frankfurt wird das Thema Vermögensstrukturierung mittels Fonds bei Family Offices und Vermögensverwaltern sein. Wir werden aber auch aufzeigen in welchen Fällen es besonders interessant ist, das Fondsdomizil Liechtenstein für White Label Fonds zu wählen. Der 28./29. Januar 2026 mit dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim findet wieder zusammen mit der Unterstützung von Liechtenstein Finance (Stand) statt. Es besteht die Möglichkeit, sich am Stand über den Fondsplatz zu informieren mit und Strukturierungsexperten über konkrete Fondsprojekte zu sprechen. Im Vortrag berichtet ein Fondsgründer über sein erfolgreiches Fondsprojekt und seine positiven Erfahrungen in Liechtenstein. Im Frühjahr finden am 21. und 28. April 2026 die Veranstaltungen des LAFV in München und Hamburg statt. Fondsgründer berichten über die einzigartigen Standortvorteile Liechtensteins und die steuerliche Komponente von Fonds wird beleuchtet. Zudem stehen wir im Austausch mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein, um hoffentlich eine Repräsentantin begrüßen zu dürfen, die Einblicke in den Zulassungsprozess und die Aufsichtspraxis bei Fonds gewährt.

Hill: Vielen Dank für das Gespräch.

INFORMATION / ANMELDUNG: „FINANZPLATZ FRANKFURT trifft FINANZPLATZ LIECHTENSTEIN“

LAFV Präsentation Frankfurt

Quelle: Institutional-Investment

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